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21.02.2014

10:45 Uhr

Gebäudesanierung

Bauen für das Klima

VonSilke Kersting

Die Regierung will bei Sanierungen Einzelmaßnahmen stärker fördern. Denn ohne eine effizientere Förderung drohe ein Scheitern der Energiewende.

Austausch dringend nötig: Energetische Gebäudesanierung soll besser gefördert werden. dpa

Austausch dringend nötig: Energetische Gebäudesanierung soll besser gefördert werden.

BerlinDie Bundesregierung will die energetische Gebäudesanierung konsequent vorantreiben und die Mittel dafür effizienter einsetzen. "Wir wollen uns künftig weniger an einzelnen Leuchtturmprojekten orientieren, als vielmehr deutlich mehr Einzelmaßnahmen fördern. Wir wollen und wir müssen mit jedem eingesetzten Euro mehr CO2 einsparen als bisher", sagte Florian Pronold, parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB), dem Handelsblatt.

In der energetischen Gebäudesanierung steckt viel Potenzial, Kohlendioxid einzusparen. Gebäude stehen für etwa 40 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs und für etwa ein Drittel der CO2-Emissionen in Deutschland und Europa. Das Einsparpotenzial ist groß, doch die Sanierung des Gebäudebestands kommt nur schleppend voran. Die Regierung ist überzeugt: Wenn die Förderung der Sanierung nicht effizienter gestaltet wird, scheitert auch die Energiewende.

Um die ehrgeizigen Klimaschutzziele zu verwirklichen, muss die Rate der energetischen Gebäudesanierungen Fachleuten zufolge bei mindestens zwei bis drei Prozent jährlich liegen. Tatsächlich ist die Rate aber nur halb so hoch. Bei den Grünen gibt das Grund zur Sorge: "Wenn das so weitergeht", warnt Bauexperte Kühn, "sind wir erst in 100 Jahren fertig - dann ist der Klimawandel an uns vorbeigerauscht."

Klimaschutz ist das eine - bezahlbarer Wohnraum das andere: "Angesichts der dramatischen Entwicklung der Heizkosten brauchen wir mehr energetisch sanierte Wohnungen", sagte Christian Kühn, Umwelt- und Baupolitiker von Bündnis 90/Die Grünen. "Die Heizkosten steigen dreimal schneller als die Löhne. Schon deswegen können Mieter kein Interesse an nichtsanierten Wohnungen haben."

Allerdings müssten die Mieter vor einem zu hohen Anstieg der Mieten nach einer Sanierung geschützt werden. So müsse zum Beispiel das Fördervolumen durch die KfW deutlich aufgestockt werden, von jetzt 1,8 auf zwei Milliarden Euro.

Das verlangen auch Politiker der Regierungsparteien. Thomas Bareiß, Energiebeauftragter der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, will für Investoren zudem "weitere Anreize schaffen auch durch steuerliche Abschreibungen". Dieser Aspekt war in den Koalitionsverhandlungen zuletzt gestrichen worden. Experten warnen indes vor neuen Vorschriften bei der Sanierung von Gebäuden, die die Baukosten und damit die Mieten weiter anheizten.

"Wir müssen kostengünstiger sanieren als bisher, Stichwort Teilsanierung", sagte Axel Gedaschko, Präsident des Bundesverbands deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen GdW. "Wir haben jede Menge Kleinstvermieter. Die müssen wir dazu bringen, dass die überhaupt sanieren", so SPD-Bauexperte Michael Groß. "Das ist dann auch finanzierbar und bringt im Endergebnis für das Klima mehr, als ein Haus komplett zu sanieren."

Kommentare (12)

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HofmannM

21.02.2014, 11:55 Uhr

Das Klima kümmert sich einen Dreck um das Bauen!
Nur der Staat und gewisse Lobbygruppen = Abzocker am Bürger, profitieren von diesen "menschengemachten CO2-Klimaerwärmungsmärchen"
Übrigendes wird es nicht wärmer, sondern kälter in Zukunft werden. Damit ist diese Klimaerwärmungsmärchen endgültig als Propaganda der Ökosozialistischen Abzocker und Gesellschaftsvernichter entlarvt.

Wagnerjohnann

21.02.2014, 13:18 Uhr

Was Herr Pronold einfach nicht glauben will: Die Energiewende und der durch sie erhöhte CO2 Ausstoß von Kohlekraftwerken verschlimmert den Klimawandel. Ganz ohne technisches Wissen geht es einfach nicht.

Account gelöscht!

21.02.2014, 14:34 Uhr

Herr Hofmann, Sie kennen sich ja aus, was schlagen Sie denn vor um die nahenden Eiszeit abzuwenden? Ich schlage vor die Wärmedämmung sollte man weglassen, nur so gelangt die Wärme auch in die Umwelt. Erdöl brauchen wir für die 8 und 12 Zylinder. Für die Heizung sollten wir es wie die Franzosen machen. Atomkraftwerke und elektrische Widerstandsheizungen in den Häusern. Kohlekraftwerke sind auch gut - die produzieren Feinstaub und der verhindert, wenn er in die Erdatmosphäre gelangt ist, die Wärmeabstrahlung in den Weltraum wo sie ansonsten sinnlos verschwindet. Was halten Sie von dieser Strategie?

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