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09.09.2013

06:00 Uhr

Gehaltsunterschiede

Warum verdienen Männer mehr als Frauen?

Zwischen Männern und Frauen klafft in Deutschland immer noch eine Lohnlücke. Die Unterschiede zwischen den Verdiensten haben verschiedene Gründe - und nicht alle sind ein Beleg für eine systematische Schlechterstellung.

Gleiche Qualifikation, schlechtere Bezahlung: Frauen verdienen im Durchschnitt rund 22 Prozent weniger als Männer. dpa

Gleiche Qualifikation, schlechtere Bezahlung: Frauen verdienen im Durchschnitt rund 22 Prozent weniger als Männer.

Männer verdienen in den westlichen Bundesländern brutto im Durchschnitt 62 Prozent mehr als Frauen. In den neuen Bundesländern sind es nur 22 Prozent. Schon dieser Unterschied birgt wertvolle Hinweise. Denn in der DDR waren Frauen oft nicht nur voll, sondern auch stetig erwerbstätig. Sie konnten also nicht nur ähnlich wie Männer verdienen, sondern auch ähnliche Karrieren machen. Diesem Lebensentwurf folgen Frauen im Osten noch heute.

Dagegen dominiert im Westen die Frau, die dazu verdient. 52 Prozent arbeiten Teilzeit, 61 Prozent im Niedriglohnsektor. Zudem haben Frauen häufiger schlechter bezahlte Berufe. Alle diese Faktoren sind nicht unbedingt ein Beleg für systematische Schlechterstellung der Frauen. Von der geht man erst aus, wenn eine Frau für die gleiche Arbeit weniger erhält.

Dafür gibt es viele Einzelbelege. Sie zeigen, dass gut qualifizierte Frauen tatsächlich schlechter gestellt sind als gut qualifizierte Männer. Das DIW fand heraus, dass sich die Unterschiede im unteren Lohnbereich durch oben erwähnte Faktoren gut erklären lassen. Je höher das Gehalt umso mehr versagen die Erklärungsmuster, was nur bedeuten kann, dass es sich um eine Diskriminierung handelt.

Kommentare (12)

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Zahnfee

09.09.2013, 06:39 Uhr

Das durchschnittliche Einkommen eines angestellten Zahnarztes in Deutschland liegt bei 5.245,- € Monatsbruttogehalt, einer angestellten Zahnärztin bei 3.609,- €.

Hallo

09.09.2013, 07:22 Uhr

Es sollte dabei auch einmal die Frage aufgeworfen werden, warum schlecht bezahlte Berufe gerade diejenigen sind, die typischerweise von Frauen augeübt werden. Warum verdient ein Friseur/eine Friseurin so viel weniger als ein Bäcker/eine Bäckerin? An der Ausbildung kann es wohl kaum liegen, vielleicht ist aber das auch ein Zeichen für eine gewachsen strukturelle Diskriminierung, die als solches bei diesen Gehaltsvergleichen höchst selten thematisiert, geschweige denn in Frage gestellt wird.

Account gelöscht!

09.09.2013, 09:21 Uhr

Versuch einer Antwort: Friseuse ist der Verlegenheitsberuf junger Mädchen. Die Folge ist ein relatives Überangebot, das auf den Markt drückt und auch für ältere FriseurInnen den Preis drückt. Wer will dagegen schon BäckerIn werden und um 2 Uhr morgens aufstehen?

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