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04.11.2013

16:34 Uhr

Genanalyse

Die Gene, die die Gesundheit bedeuten

VonMaike Telgheder

Die Molekulardiagnostik gilt als milliardenschwerer Zukunftsmarkt. Software wird dabei immer wichtiger für die Entschlüsselung von Genomen – und somit für die Früherkennung von Krankheiten.

DNA-Analyse in einem Labor: Die Entschlüsselung der Genome wird in der Diagnostik immer wichtiger. Die Unternehmen investieren Millionen in die Software solcher Untersuchungen. Reuters

DNA-Analyse in einem Labor: Die Entschlüsselung der Genome wird in der Diagnostik immer wichtiger. Die Unternehmen investieren Millionen in die Software solcher Untersuchungen.

FrankfurtA, G, C, T, das sind die vier Buchstaben, aus denen der Mensch gemacht ist. Adenin, Guanin, Cytosin und Thymin, drei Milliarden Basenpaare beschreiben das Erbgut des Einzelnen. Big Data in der Biologie, deren Entschlüsselung mittlerweile zwar nur noch Tage dauert, für die aber jede Menge Rechnerkapazität gebraucht wird.

Deshalb ist es nur logisch, dass Diagnostikfirmen, die sich auf Testverfahren für Gendefekte und Genanalysen spezialisiert haben, verstärkt Software und Informatik-Know-how zukaufen. Vor wenigen Tagen kündigte der US-Laborausrüster Illumina die Übernahme der kleinen US-Softwarefirma Next Bio an. Und das Hildener Diagnostikunternehmen Qiagen hat sich gerade mit dem dänischen Bioinformatik-Spezialisten CLC Bio verstärkt.

Die Molekulardiagnostik gilt als rund fünf Milliarden Dollar schwerer Zukunftsmarkt, der Branchenstudien zufolge jährlich zwischen zehn und 15 Prozent wächst. Allein das Geschäft mit der Gensequenzierung soll sich bis 2015 auf mehr als zwei Milliarden Dollar verdoppeln.

„In der Molekulardiagnostik hat eine neue Ära begonnen“, sagt Martin Walger, Geschäftsführer des Verbandes der Diagnostica-Industrie in Deutschland. Next Generation Sequencing ist das Schlagwort.

Studien-Ergebnisse: Deutsche schätzen Krebsursachen falsch ein

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Viele Menschen verbinden schädliche Lebensgewohnheiten nicht mit einem erhöhten Krebsrisiko.

Die Entschlüsselung des Genoms hat die Biologie und Medizin revolutioniert – insbesondere auf dem Gebiet der Krebsmedizin: Gentests können mittlerweile voraussagen, ob bei Patienten bestimmte Krebsmedikamente wirken oder ob ein Mensch voraussichtlich an Krebs erkranken wird. Prominentes Beispiel ist die Schauspielerin Angelina Jolie, die wegen eines hohen Krebsrisikos vorsorglich ihre Brüste amputieren ließ.

Die zugekauften Softwarefirmen sind nicht groß, CLC Bio macht mit rund 100 Mitarbeitern knapp zehn Millionen Dollar Umsatz. Aber die Software von der CLC Bio, die bei der Sequenzierung von Genomen eingesetzt wird, ist schon heute weltweit bei mehr als 2 300 akademischen Instituten und Pharmaunternehmen im Einsatz. Bereits im April hatte das Hildener Diagnostikunternehmen Qiagen die US-Biotechfirma Ingenuity Systems gekauft. „Die Zukäufe ermöglichen uns, unseren Kunden den gesamten Arbeitsablauf von der biologischen Probe bis zur Interpretation molekularer Erkenntnisse anzubieten“, sagt Schatz. Die Software von CLC Bio ist ein offenes System und kann auf jedem Sequenziergerät laufen. Parallel arbeitet Qiagen auch daran, sein eigenes Sequenziergerät auf den Markt zu bringen, der bislang von den US-Firmen Illumina und Life Technologies dominiert wird.

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