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15.11.2013

15:21 Uhr

Genstudien

Veränderte Malaria-Erreger erhöhen Krankheitsgefahr

Viele Menschen in tropischen Ländern haben einen natürlichen Schutz gegen eine bestimmte Malariaform. Doch dieser Schutz könnte bröckeln: Veränderte Malaria-Erreger erhöhen das Erkrankungsrisiko.

Laborant beim Verteilen von Blut auf einem Objektträger: Ein bislang unbekanntes Gen könnte die Infektion mit Malaria ermöglichen. dpa

Laborant beim Verteilen von Blut auf einem Objektträger: Ein bislang unbekanntes Gen könnte die Infektion mit Malaria ermöglichen.

WashingtonVeränderte Malaria-Erreger könnten eine natürliche Widerstandskraft gegen die Krankheit austricksen. Das haben Forscher aus den USA mit Hilfe von Genstudien herausgefunden. Bei den Erregern handelt es sich um Parasiten namens Plasmodium vivax. Sie sind Verursacher der Malaria tertiana, bei der regelmäßig Fieberschübe auftreten. Die Erreger können sich in der Leber verstecken und die Patienten später erneut krank machen. Ihre Erkenntnisse wollten die Experten aus den USA an diesem Freitag auf einem Kongress für Tropenmedizin in Washington vorstellen.

Menschen, denen ein bestimmtes Eiweiß auf den roten Blutkörperchen fehlt, gelten eigentlich als geschützt. Sie werden als Duffy-negativ bezeichnet. Doch in den vergangenen fünf Jahren beobachteten Forscher, dass Afrikaner und Südamerikaner mit diesem Bluttyp dennoch an Malaria tertiana erkrankten, hieß es in einer Kongress-Mitteilung.

Rund 95 Prozent der Bevölkerung in Ländern südlich der Sahara gilt als Duffy-negativ. Fehlt dieses Eiweiß, können die Parasiten die roten Blutkörperchen nicht entern und sich nicht vermehren. Krankheitssymptome bleiben aus.

„Wir haben bislang unbekannte Gen-Mechanismen in Plasmodium-vivax-Parasiten entdeckt, die ihnen andere Möglichkeiten eröffnen könnten, in rote Blutzellen einzudringen“, sagte Peter Zimmermann von der Case-Western Reserve University in Cleveland (US-Staat Ohio) laut Mitteilung. Dies könnte erklären, warum Menschen ohne Duffy-Eiweiß dennoch an Malaria erkranken. Den Angaben zufolge ist noch unklar, ob es sich um ein neues Phänomen handelt oder um eines, das erst jetzt entdeckt wurde.

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