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02.08.2013

10:07 Uhr

Geruchsforschung

Per Riechtest Parkinson erkennen

Wenn die Nase versagt, kann ein einfacher Schnupfen die Ursache sein – oder ein ernstes Leiden wie Parkinson. Ein Lübecker Riechforscher arbeitet an einem Test, mit dem sich die Erkrankung frühzeitig aufspüren lässt.

Will einen Riechtest für Parkinson entwickeln: Amir Madany vom Institut für Neuro- und Bioinformatik der Universität Lübeck. dpa

Will einen Riechtest für Parkinson entwickeln: Amir Madany vom Institut für Neuro- und Bioinformatik der Universität Lübeck.

LübeckDie Sehfähigkeit wird in Dioptrien gemessen, das Hörvermögen in Hertz. Für das Riechvermögen dagegen gibt es keine Maßeinheit und auch keine standardisierten Tests. „Dabei ist das Nachlassen des Geruchssinns ein typisches Anzeichen für degenerative Erkrankungen wie Parkinson“, sagt Amir Madany vom Institut für Neuro- und Bioinformatik der Universität Lübeck.

Gemeinsam mit seinem Team arbeitet der 38-Jährige an der Entwicklung eines Riechtests zur Früherkennung der Parkinson-Krankheit. „Wir hoffen, dass wir in rund zwei Jahren mit den klinischen Studien beginnen können“, sagt er.

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„Wenn die Krankheit sehr früh erkannt wird, können Medikamente das Auftreten der typischen Symptome wie Muskelsteife, Bewegungsstörungen und Zittern hinauszögern“, sagt Madany. Die Parkinson-Krankheit, auch Schüttelkrankheit oder -lähmung genannt, entsteht durch das Absterben bestimmter Areale im Mittelhirn. Das führt zu einem Mangel von Botenstoffen, sogenannten Neurotransmittern, so dass die Reizweiterleitung zwischen Nervenzellen und Gehirn gestört ist. Die Krankheit gilt bislang als unheilbar.

Im Vergleich zum Sehen und Hören ist der Geruchssinn noch wenig erforscht. Erst 2004 haben die amerikanischen Wissenschaftler Richard Axel und Linda Buck den Medizin-Nobelpreis für die Erforschung der Riechrezeptoren und der Organisation des olfaktorischen (den Riechnerv betreffenden) Systems erhalten. „Sie haben bewiesen, dass die Geruchsrezeptoren in der Nasenschleimhaut so miteinander verschaltet sind, dass es für jeden Duftstoff einen Code gibt, der im Riechkolben des Gehirns verarbeitet wird“, erläutert Madany.

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