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18.11.2014

16:58 Uhr

Geschäft rückläufig

Fitness-Armbänder sind nicht smart genug

Fitness-Bänder scheinen im Aufwind, aber Marktforscher kommen zu einem überraschenden Ergebnis: Der Absatz schrumpft gerade deutlich. Die Computeruhren mit ihrem größeren Funktionsumfang machen den einfachen Schrittzählern zunehmend Konkurrenz.

Fitness-Armbänder: Die Bänder werden immer öfter gegen Computeruhren verlieren. dpa

Fitness-Armbänder: Die Bänder werden immer öfter gegen Computeruhren verlieren.

StamfordIns Geschäft mit Fitness-Armbändern drängen immer mehr Anbieter - doch der Markt wird laut Experten kleiner. In diesem Jahr werde der Absatz der Bänder um ein Drittel auf 20 Millionen schrumpfen, prognostizierte die Analysefirma Gartner am Dienstag. Für 2015 rechnen die Marktforscher mit einem weiteren Rückgang auf 17 Millionen Geräte. Auslöser seien das Interesse der Nutzer an Sportuhren mit mehr Funktionen sowie der neuen Geräteklasse der Computeruhren, sagte Gartner-Analystin Angela McIntyre. Rund jeder zweite potenzielle Käufer werde sich stattdessen für eine Smartwatch entscheiden.

Die Fitness-Armbänder zählen meist die Schritte der Nutzer und die dazugehörige Software errechnet daraus weitere Informationen wie zurückgelegte Entfernung oder Kalorienverbrauch. Im vergangenen Jahr stiegen auch Elektronik-Konzerne wie Sony oder LG sowie Handy-Anbieter wie Huawei in den Markt ein.

Die zehn größten Mythen um das Körpergewicht

Alles in Maßen

Hilft Schokolade beim Abnehmen oder macht sie dick? So richtig geklärt ist die Wirkung des süßen Stoffes bis heute nicht. Aber es gilt: Alles ist erlaubt, wenn es nur in Maßen genossen wird - das gilt sowohl für schlanke als auch für etwas kräftigere Menschen.

Ohne Abendessen ins Bett

Es ist ein Irrglaube, dass nur dickere Menschen durch Fette krank werden: Man kann auch innerlich verfetten. Dann sammelt sich das Fett in Körperregionen, die für das Auge unsichtbar bleiben. Die Folge: Herz und Leber etwa umgibt Fett und das kann zu Diabetes oder Herz-Kreislauferkrankungen führen. Um Abzunehmen, hilft es im Übrigen nicht, das Abendessen ausfallen zu lassen. Das führt eher zu noch mehr Heißhunger, vor allem in der Nacht.

Ausgewogene Ernährung

Eine ausgewogene Ernährung mit Kohlenhydraten, Proteinen und Fetten tut dem Körper am besten - dann entstehen auch keine Fettpolster. Denn auch Menschen mit einem normalen Körper-Masse-Index verstecken Fett in ihrem Körper. Denn sie ernähren sich teilweise zu fettig oder zu süß, bewegen sich dabei auch noch zu wenig. Gleichzeitig essen sie aber nicht genug, um übergewichtig zu werden.

Dicker und gesünder

Länger schon ist bekannt, das dicke aktive Menschen oft gesünder sind als die dünnen, aber wenig aktiven Menschen. Das zeigt sich vor allem im Sterblichkeitsrisiko. Auch ist es ein Trugschluss, dass bei einem Saunagang wirklich Gewicht verloren geht: Tatsächlich wurde nur Wasser ausgeschwitzt. Der Gesundheit tut er aber trotzdem gut.

Stoffwechsel

Sumo-Ringer, die nicht gerade ein Beispiel für besonders schlanke Menschen sind, haben häufig ein besseres Stoffwechselprofil als Menschen, die zwar schlank sind, aber keinen Sport machen. Die Erklärung ist denkbar einfach: Das Fett legt sich bei ihnen nicht um die inneren Organe, sondern lagert direkt unter der Haut. Sport ist also wichtig. Unwichtig hingegen ist, mit welcher Herzfrequenz man Sport treibt. Hauptsache man tut es.

Fettpolster

Durch bewusste Ernährung und Bewegung kann man die Fettpolster im Inneren schnell wieder loswerden, vielleicht sollte man dann aber auf eine Gans wie hier im Bild gezeigt, verzichten. Allerdings ist es auch ein Trugschluss, dass jedes Fett sofort auf die Hüfte wandert - das passiert nur, wenn wir unserem Körper zu viele Kalorien zuführen.

Light-Produkte

Light-Produkte enthalten weniger Zucker und auch Fett. Soweit so gut - über den Kaloriengehalt sagt das allerdings nur wenig aus. Denn sie enthalten oft auch Süßstoffe, die den Appetit anregen und machen damit den Hunger nur noch größer.

Zahl der Mahlzeiten

Man kann es gar nicht oft genug sagen: Es kommt darauf an, wie viele Kalorien man täglich zu sich nimmt - und nicht wie oder wann man ist. Denn bis heute gibt es keine wissenschaftliche Studie, die beweist, dass drei große Mahlzeiten besser wären als fünf kleine. Übergewicht entsteht nicht dann, wenn man ausgewogen isst, sondern bei dem, was man dazwischen isst - wie Chips oder Gummibärchen.

Lebensmittel

Gibt es Lebensmittel, die dem Körper weniger Kalorien zuführen, als der dann für ihre Verdauung benötig wird? Nein, obwohl es ein weitverbreitetes Gerücht und die ultimative Anleitung für eine Diät sein soll, ist das eigentlich Quatsch. Sie wirken höchstens ein bisschen unterstützend.

Jojo-Effekt

Aufpassen sollten Menschen, die gerne abnehmen möchten, vor allem auf den sogenannten Jojo-Effekt. Um wirklich dauerhaft abzunehmen, ist es notwendig, dass die Ernährung dauerhaft umgestellt wird.

Pioniere des Geschäfts wie Jawbone oder Fitbit setzen nun auf fortgeschrittene Modelle, die unter anderem die Herzfrequenz überwachen können. Daraus lässt sich unter anderem die verbrauchten Kalorien bei verschiedenen Beschäftigungen präziser errechnen.

Trotz der Konkurrenz durch Computeruhren werde es die Bänder als Produktkategorie auch weiterhin geben, betonte McIntyre. Sie würden aber ein relativ überschaubares Geschäft bleiben. Auch zum Jahr 2016 rechnet Gartner mit einem Anstieg auf gerade einmal 19 Millionen verkaufte Fitness-Bänder. Gerade viele große Elektronik-Hersteller könnten es sich leisten, diese Produkte mit Erlösen aus anderen Bereichen querzusubventionieren, um die Nische in ihrem Angebot abzudecken.

Es zeichnet sich auch ein zunehmender Preisdruck ab. So kündigte der chinesische Smartphone-Aufsteiger Xiaomi bereits ein Fitness-Armband für umgerechnet knapp zehn Euro an, während Modelle der Konkurrenz oft mehr als 100 Euro kosten.

Microsoft Band: Microsoft stellt Fitness-Armband vor

Microsoft Band

Microsoft stellt Fitness-Armband vor

Im rasch wachsenden Geschäft mit Fitness-Gadgets will sich nun auch Microsoft profilieren. Der Windows-Konzern hat ein Armband entwickelt, das Biofunktionen aufzeichnet und die Daten in der Cloud sammelt.

Den Markt für spezialisierte Fitness-Uhren, die mehr Funktionen für engagiertes Training bieten, sieht Gartner dagegen zulegen - von 14 Millionen Geräten im vergangenen Jahr auf 21 Millionen 2015. Zugleich dürfte auch hier ein Effekt der smarten Uhren spürbar sein: Sie haben einen deutlich größeren Funktionsumfang, kosten aber oft nicht sehr viel mehr. Ein Schub für den Markt wird unter anderem von der Apple Watch erwartet, die Anfang 2015 ab 349 Dollar zu haben sein soll.

Das schnellste Wachstum erwarten die Marktforscher allerdings bei „smarten Textilien“ wie T-Shirts mit integrierten Sensoren. Ihr Absatz werde von 100.000 in diesem Jahr auf 10,1 Millionen 2015 steigen. Im Jahr 2016 würden sie mit 26 Millionen Verkäufen die populärste Kategorie in der tragbaren Fitness-Technik sein, prognostizierte Gartner.

Von

dpa

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