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07.07.2014

10:13 Uhr

Gesetzliche Regelung

Geringe Chancen für Fracking in Deutschland

VonKlaus Stratmann

Das Umwelt- und Wirtschaftsministerium haben sich auf Eckpunkte einer gesetzlichen Regelung zum Thema Fracking geeinigt. Demnach wird das umstrittene Verfahren der Erdgasförderung streng eingegrenzt.

Protest mit Erfolg: Auch die Bundesregierung gibt dem Thema Fracking in Deutschland wenig Raum. dpa

Protest mit Erfolg: Auch die Bundesregierung gibt dem Thema Fracking in Deutschland wenig Raum.

BerlinDie Bundesregierung gibt dem Thema Fracking in Deutschland wenig Raum. Umwelt- und Wirtschaftsministerium verständigten sich Ende vergangener Woche auf Eckpunkte einer gesetzlichen Regelung für dieses Verfahren zur Erdgasförderung. Demnach soll das Fracking von Schiefergas nur zu Testzwecken und in Tiefen jenseits von 3000 Metern unter der Erdoberfläche möglich sein. Außerdem soll es in Wasserschutz- und Wassereinzugsgebieten ganz verboten bleiben. Erlaubt bleiben soll dagegen das bereits seit Anfang der 60er-Jahre in Deutschland praktizierte konventionelle Fracking.

Die Energiewirtschaft kritisierte die Pläne scharf. Sie passten nicht in eine Zeit, in der über Energiepreise und Versorgungssicherheit für Erdgas nachgedacht werde, hieß es beim Wirtschaftsverband Erdöl- und Erdgasgewinnung (WEG). „Sollten die Pläne wie vorgeschlagen umgesetzt werden, gibt es hier auf absehbare Zeit keine Erdgasproduktion mehr. Deutschland hängt dann zu 100 Prozent von Importen ab“, sagte WEG-Hauptgeschäftsführer Josef Schmid.

Derzeit stammen rund zwölf Prozent des in Deutschland verbrauchten Erdgases aus heimischer Produktion. Vor einigen Jahren waren es noch 20 Prozent. Der WEG forderte die Bundesregierung auf, bei der Formulierung des Gesetzesentwurfs nachzubessern, dabei die Beurteilung von Projekten im Einzelfall zuzulassen und eine Perspektive für die Nutzung der Schiefergaspotenziale zu eröffnen.

Der Begriff Fracking umschreibt eine Bohrmethode, bei der ein Gemisch aus Wasser, Chemikalien und Sand unter die Erde gepresst wird. Dadurch entstehen Risse im Gestein, das Gas wird frei und kann gefördert werden. Die Methode wird auch in Deutschland zur Ausbeutung konventioneller Gaslagerstätten eingesetzt („konventionelles Fracking“), in Ländern wie den USA auch zur Förderung nichtkonventioneller Vorkommen, etwa in Schiefer- oder Kohleflözgestein („unkonventionelles Fracking“).

Insbesondere am Fracking nichtkonventioneller Vorkommen entzündet sich in Deutschland seit Jahren Streit. Grüne und Umweltschützer kritisieren, dass nach der geplanten Regelung Fracking in tiefer als 3000 Meter liegenden Gesteinsschichten erlaubt bleiben solle. „Unter dem Deckmantel des angeblichen Wasserschutzes werden Schlupflöcher für diese Risikotechnologie geschaffen, die faktisch Fracking in ganz Deutschland ermöglichen sollen“, sagte Nordrhein-Westfalens Umweltminister Johannes Remmel (Grüne).

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

07.07.2014, 14:34 Uhr

@Billy Jo
Soso...Bodennutzung (Fracking) ist also ein Verbrechen. Dann müsste ja nach ihrer Logig die gesamte Landwirtschaft/Nutzung ein Verbrechen an wenn oder was nochmal sein....???!

Account gelöscht!

07.07.2014, 15:27 Uhr

@Billy Jo
Sie lügen schon wieder, wenn Sie etwas von Chemie daherschwafeln. Sand und Wasser werden mit hohen Druck in die Gesteinsschichten geblasen. MEHR NICHT!
Und das Grundwasser ist in diesen Tiefen nicht mehr vorhanden.
Fracking ist eine sauber Bodennutzung zum Wohl der Gesellschaft. Tier und Pflanzenwelt werden hierbei weniger geschädigt als bei den Erneuerbaren Energietechniken (Windmühlen, Solarparks, Bio-Güllebehälter, Monokultur usw.)!

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