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24.10.2013

09:59 Uhr

Gesundheitstrend

Fitness-Uhr zeigt Sportlern neue Wege

VonJoachim Hofer

Der Siegeszug der Smartphones bedeutete den Niedergang der tragbaren Navigationsgeräte. Der Hersteller Tomtom baut sich deswegen nun ein ganz neues Geschäftsfeld auf - und bringt Fitness-Uhren in die Läden.

Leistungsmesser für Sportler: Fitness-Uhren erfassen Zeit, Distanz und Tempo. dpa

Leistungsmesser für Sportler: Fitness-Uhren erfassen Zeit, Distanz und Tempo.

MünchenBis zum 29. Juni 2007 hatte Harold Goddijn einen der schönsten Jobs der Erde. Von der Amsterdamer Innenstadt aus führte er den Navi-Hersteller Tomtom, damals eines der am schnellsten wachsenden High-Tech-Unternehmen Europas.

Doch an jenem Tag stellte Apple sein erstes iPhone vor. Damit war es vorbei mit dem Höhenflug von Tomtom. Mit dem iPhone begann der Siegeszug der Smartphones, gleichzeitig startete der Niedergang der tragbaren Navigationsgeräte. Denn immer mehr Menschen nutzen seither ihr Telefon, um sich den Weg weisen zu lassen.

Eine Sportuhr des niederländischen Navi-Spezialisten TomTom: Der Hersteller weitet sein Geschäft aus. picture alliance/dpa

Eine Sportuhr des niederländischen Navi-Spezialisten TomTom: Der Hersteller weitet sein Geschäft aus.

Doch Goddijn nahm den Kampf auf, erschloss neue Geschäftsfelder. Dazu gehört das Management großer Autoflotten. Zudem beliefert er inzwischen Hersteller wie BMW und Daimler direkt mit Soft- und Hardware. Sogar Apple kauft bei den Holländern Geodaten ein, damit die iPhone-Besitzer die richtige Route wählen. Doch all das reicht nicht aus, um den Umsatzschwund zu bremsen.

Daher baut der Manager nun ein ganz neues Geschäftsfeld auf und bringt Fitness-Uhren in die Läden. "Wir müssen Wege finden, wieder zu wachsen", sagte Goddijn im Gespräch mit dem Handelsblatt. Der Sport sei genau das Richtige: "Das ist ein florierender, aufregender Markt."

Die Uhren erfassen Zeit, Distanz und Tempo beim Laufen, Radeln und Schwimmen und messen zudem, wie das Herz schlägt. Tomtom hat schon einige Erfahrung auf diesem Gebiet, nur hat das kaum jemand gemerkt. Denn schon seit drei Jahren vermarktet der Konzern gemeinsam mit der Turnschuhmarke Nike eine Sportuhr, die "Nike +".

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Nun soll es unter eigenem Namen klappen, und die Tomtom-Uhren sollen erst der Anfang sein. "Die Nachfrage nach hochwertigen Daten steigt", meint Goddijn. "Die Menschen wollen ihre Leistung messen, sie wollen sich vergleichen mit anderen." Und vor allem sei das Gesundheitsbewusstsein gestiegen.

Die Analysten von ABI Research rechnen damit , dass dieses Jahr knapp vier Millionen Fitness-Uhren weltweit über die Ladentheken gehen und die Sportler dafür rund eine Milliarde Dollar ausgeben. In zwei Jahren wird sich der Absatz nahezu verdoppelt haben, schätzen die Branchenbeobachter. Die Einnahmen würden dann bei gut 1,6 Milliarden Dollar liegen.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

24.10.2013, 11:59 Uhr

Hab ich irgendwas verpasst? Das ist doch ein ganz alter Hut diese FitnessUhren. Und durch die Smartphones sogar schon überholt, demnächst kommt noch diese Smartwatch - was soll jetzt an so einer blöden Fitness Uhr neues sein? Sowas gab es doch schon vor Jahren, ganz normale Sportleruhren die Puls, Strecke usw. messen.

DerTaoist

24.10.2013, 16:10 Uhr

1 Mrd. sollen die Leute ausgeben für 4 Mio. solcher Uhren? Also im Schnitt 250 USD pro Uhr? Scheint mir reichlich unrealistisch zu sein. So viel haben die Uhren vielleicht noch vor 5 Jahren gekostet aber heute gibt's die für viel weniger. Und nicht jeder braucht GPS.

Trotzdem viel Glück bei dieser unternehmerischen Entscheidung von Tomtom. Das Problem bei meinem Tomtom Gerät, das ich einige Jahre gern benutzt habe, war vor allem, dass man Karten - abgesehen von den laufenden Kosten - zum Aktualisieren immer im Ganzen herunterladen hätte sollen und so eine Europakarte, wie auf meinem damaligen Top-Gerät drauf war, >1GB groß war. Da habe ich schon viel Glück gebraucht, da so eine stabile Internetverbindung zu haben, dass ich am Stück > 1GB herunterladen konnte. Von 10 Versuchen sind damals 2 geglückt, danach habe ich es sein gelassen und die Karte auf dem Gerät ist immer weiter veraltet.

Aufgrund der automatisch aktualisierten Karten, die man über die Smartphone-Apps hat, habe ich tatsächlich keine Verwendung mehr für mein Tomtom und würde mir auch kein solches Gerät mehr kaufen.

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