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01.08.2013

06:00 Uhr

Gierige Rechenzentren

Wie viel Strom verbrauchen Googles Server?

Der Internet-Riese Google muss weltweit zahllose Server betreiben, um alle Suchanfragen und Dienstleistungen gewährleisten zu können. Das kostet Strom – und zwar eine Menge.

Server-Reihe bei Google: Der riesige IT-Konzern unterhält zahlreiche Rechenzentren. dpa

Server-Reihe bei Google: Der riesige IT-Konzern unterhält zahlreiche Rechenzentren.

Der Internetgigant Google will sich unbedingt als grünes Unternehmen darstellen: 100 Anfragen an die Suchmaschine würden nur so viel Strom verbrauchen wie man zum Bügeln eines Hemdes benötige, rechnet der Konzern auf seiner Internetseite vor. Und drei Wochen Youtube-Schauen koste weniger Energie als einmal Wäschewaschen.

Dennoch ist die Gesamtmenge an Strom riesig, die Googles Rechenzentren fressen: Im Jahr 2011 etwa waren es gut zweieinhalb Millionen Megawattstunden, Tendenz steigend. Zum Vergleich: Mit der Energie, die Google verbraucht, könnten rund eine Dreiviertelmillion Drei-Personen-Haushalte in Deutschland ein Jahr lang mit Strom versorgt werden.

Trotzdem betont der Konzern, besonders energiesparend zu agieren: Jedes verschuldete Gramm CO2 werde durch Klimaschutzinvestitionen ausgeglichen, schreibt Google, gleichzeitig komme bereits ein Drittel des Stroms aus erneuerbaren Quellen. Dass es noch grüner geht, zeigt der Walldorfer Softwarekonzern SAP. Der bezieht bereits 60 Prozent seines Stroms aus erneuerbarer Energie.

Kommentare (11)

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baier

01.08.2013, 08:42 Uhr

Die Se4rver sind doch mit Kohle beheizt!
Aber im Ernst, was soll diese dilettantische grüne Gutmenschenrechnung? Wenn all die Leute, die bei Google etwas suchen, in die Bibliothek oder in diverse Einkaufszentren fahren, wird das noch viel energieintensiver. Das Problem bei Suchdiensten liegt ganz wo anders, im Abgreifen und Korrelieren der Suchanfragen.

Account gelöscht!

01.08.2013, 09:14 Uhr

Seit einiger Zeit ist eine neue Methode der grün-idiotischen Gehirnwäsche zu beobachten, an der sich auch das Handelsblatt beteiligt: Große industrielle Stromverbraucher werden mit abwertenden und beleidigenden Formulierungen an den Pranger gestellt.

So auch in der zweiten Zeile der Überschrift dieses Artikels, wo von "gierigen" Rechenzentren die Rede ist. Das Wort "gierig" wird ganz im Sinne bösartig-diffamierender Journalisten"kunst" als negativ besetztes Adjektiv bewusst als Attribut von Rechenzentren eingesetzt, um diese moralisch herabzusetzen. Gehirnwäsche wie im Lehrbuch!


Was ist eigentlich so verwerflich daran, dass bestimmte Produktionsprozesse viel Strom verbrauchen? Sind etwa die Kupferschmelzen von Aurubis und die Edelstahlschmelzen in Bochum ebenfalls "gierig", also moralisch verwerflich?

Unsere gesamte industrielle Produktion, die die Grundlage unseres Wohlstandes ist, basiert auf Stromverbrauch. Wer dies abschaffen will, will unseren Wohnstand zerstören.

Es ist die Aufgabe der entsprechenden Unternehmen, zu jeder Zeit elektrischen Strom in der erforderlichen Menge und Qualität zu bezahlbaren, und das heißt am Markt verdienbaren, Preisen zur Verfügung zu stellen.

Da alle im Bundestag vertretenen Parteien genau das nicht wollen und aktiv bekämpfen, muss man alternativ wählen, wenn man den Wohlstand für unsere Kinder und Enkelkinder erhalten will. Ich sehe im Moment nur die AfD als Alternative, die es anders machen will und eine Chance hat, ins Parlament zu kommen.

Account gelöscht!

01.08.2013, 09:17 Uhr

Die Grüne Ideologie hat es schon weit gebracht. Wir sehen es als selbstverständlich an, dass Stromverbrauch etwas negatives ist, wofür man ein schlechtes Gewissen haben sollte. Ich finde diese Entwicklung furchtbar und gefährlich. Konsum hat sehr, sehr viele gute Seiten, darüber brauchen wir nicht zu diskutieren. Wer nicht konsumieren will, der gehe doch bitte woanders hin, z.B. in einen unbewohnten Wald, in die Wüste, nach Nordkorea oder gründe einen eigenen Staat.
Natürlich muss man für Konsum bezahlen und wenn der Konsum Schaden anrichtet, muss man dafür aufkommen! Das Beispiel Strom ist allerdings in der Tat kompliziert: Wenn sich die Theorie der Klimaerwärmung durch menschliches CO2 bestätigt (und danach sieht es aus), müssen wir nach einer Übergangsphase CO2-freien Strom produzieren. Wer in dieser Übergangsphase CO2 emittiert, muss Zertifikate kaufen (oder von mir aus CO2-Steuern bezahlen). Von dem Geld muss Klimaschutz betrieben werden. Wer (saubere) Atomkraftwerke betreibt, muss für deren Sicherheit sorgen und bei Schäden dafür aufkommen. Und wer erneuerbare Energien produziert, muss für deren Schäden auch aufkommen. Und die sind gewaltig: Jedes Jahr in Deutschland ein zweistelliger Milliardenbetrag an Subventionen, gigantische Mengen an Stahl, Beton, Bauxit. Dann noch neue Leitungen für den Stromtransport aus dem windigen Norden in den bösen Süden, der so viel Strom verbraucht. Und demnächst müssen wir noch riesige Mengen an umweltschädlichen Batterien herstellen, weil nachts die blöde Sonne nicht scheint.

Und ja, unnötiger Stromverbrauch muss vermieden werden. Aber dazu brauche ich keine Grüne Ideologie. Strom, der etwas kostet, begünstigt von allein einen niedrigen Verbrauch. Vorausgesetzt, alle Kosten (auch für Schäden) sind im Preis enthalten. Also weg mit ausufernden Subventionen!

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