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02.06.2014

11:26 Uhr

Globale Versorgung

Ohne fossile Energieträger geht nichts

Mit der Energiewende sollen erneuerbare Träger in Deutschland eine Schlüsselrolle übernehmen. Weltweit gesehen bilden jedoch Kohle, Öl und Gas noch auf Jahrzehnte hinaus das Rückgrat der Versorgung.

Braunkohlekraftwerk in NRW: Auch langfristig wird ein Großteil der weltweiten Energienachfrage durch fossile Brennstoffe gedeckt. dpa

Braunkohlekraftwerk in NRW: Auch langfristig wird ein Großteil der weltweiten Energienachfrage durch fossile Brennstoffe gedeckt.

HamburgDie Energiewende in Deutschland ist nicht nur eine Reaktion auf die Atomkatastrophe von Fukushima. Sie soll auch helfen, die klimapolitischen Ziele der Bundesregierung umzusetzen. Dazu gehört, den Ausstoß von CO2 bis zum Jahr 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren. Doch selbst wenn dies bei uns gelingen sollte: Die weltweiten Trends im Energiesektor laufen in die andere Richtung.

Zwei Drittel der globalen CO2-Emissionen gehen auf den Energieverbrauch zurück - und dieser steigt in den nächsten Jahren weiter kräftig an. Auf erneuerbare Träger entfällt nur die Hälfte des Wachstums. Das ergibt sich aus Studien und Szenarien verschiedener Energieunternehmen und multinationaler Organisationen zum Thema.

Wieviel Erneuerbare die Energieversorger haben

RWE

Laut einer Studie, die die Umweltschutzorganisation Greenpeace Ende Februar 2014 veröffentlichte, hat von RWE in Europa produzierter Strom einen Anteil von Wasserkraft von 2 Prozent und einen Anteil von anderen Erneuerbaren Energien von weiteren zwei Prozent. Die Zahl bezieht sich auf die tatsächlich erzeugte Strommenge, nicht auf die Kapazitäten.

Eon

Der Düsseldorfer Energiekonzern Eon produziert insgesamt drei Prozent seines in Europa hergestellten Stroms aus Erneuerbaren Energien inklusive Windkraft und steht damit im Vergleich schlechter da als Konkurrent RWE.

Vattenfall

Der schwedische Konkurrent Vattenfall produzierte insgesamt vier Prozent seines Stroms in Europa mithilfe regenerativer Energiequellen.

EnBW

EnBW steht im Vergleich der großen vier Energieversorger in Deutschland am schlechtesten da. Das Unternehmen gewinnt nur insgesamt zwei Prozent seines Stroms europaweit aus erneuerbaren Quellen.

2012 verbrauchte die Menschheit 12,5 Milliarden Tonnen Öläquivalente - das sind alle Energieträger umgerechnet auf Öl. Rund 86 Prozent des globalen Energieverbrauchs entfielen dabei auf Öl, Gas und Kohle. Bis zum Jahr 2035 steigt der Verbrauch laut einer BP-Prognose jährlich um 1,5 Prozent, das macht bis dahin einen Gesamtzuwachs von 41 Prozent.

Es ergeben sich Verschiebungen zwischen Regionen und Energieträgern. In der Summe wachsen die Erneuerbaren am schnellsten, der Ölverbrauch legt nur noch wenig zu. „Insgesamt jedoch wird die weltweite Energienachfrage weiterhin überwiegend durch fossile Brennstoffe gedeckt“, schreibt die Internationale Energieagentur (IEA).

Mehrere globale Mega-Trends, die von der deutschen Politik nicht zu beeinflussen sind, treiben den Energieverbrauch unvermindert an:

- Die Weltbevölkerung wächst weiter, von heute rund sieben Milliarden Menschen auf acht bis neun Milliarden in 20 Jahren - je nach Studie. Sie verbrauchen Energie. Etwa zwei Milliarden Menschen, vor allem in Afrika, haben noch keinen Zugang zu kommerzieller Energie. Wenn sich ihre Lebensumstände bessern sollten, kommen sie als Verbraucher dazu.

Was ist im Sinne der Stromversorgung am wichtigsten?

- Immer mehr Menschen leben in Städten - mittlerweile mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung, mit steigender Tendenz. Ein Städter verbraucht mehr Energie als ein Mensch auf dem Land. Ein immer höherer Anteil der Primärenergie wird zur Stromproduktion eingesetzt.

- Der Wohlstand in den Schwellenländern nimmt tendenziell zu, die Armut nimmt ab. Das steigert den Konsum und den Energieverbrauch. Allein die Zahl der Autos dürfte sich bis 2035 mehr als verdoppeln, von heute 1,1 auf 2,3 Milliarden. 130 (heute 20) von 1000 Indern werden dann ein Auto haben und 360 (heute 80) von 1000 Chinesen.

- Mit der Bevölkerung steigt auch die Wirtschaftsleistung. Das globale Wachstum wird in den nächsten 20 Jahren den meisten Studien zufolge mehr als drei Prozent betragen. Das heißt: mehr Fabriken, mehr Dienstleistungen, mehr Verkehr, mehr Energieverbrauch. Der billigste und verfügbarste Energieträger weltweit ist Kohle, deren Verbrauch stärker zunimmt als der Ölkonsum. Noch stärker allerdings wächst der Verbrauch von Gas, das Öl in einigen Bereichen ersetzt.

Kommentare (8)

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02.06.2014, 12:27 Uhr

Die Bilder zur Verdeutlichung der Gefahr sind immer gleich: Wasserdampf im Gegenlicht. Der Kuehlturm als vermeintlicher CO2-Emittent.

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02.06.2014, 12:39 Uhr

Nach Angaben des BDEW wurden in 2013 die Strompreise belastet durch staatliche Abgaben in Höhe von 42,1 MRD Euro (i.Worten zweiundvierzigkommaeinsMilliarden Euronen).

23,59 MRD EEG-Umlagen
7,50 MRD Mwst. (siehe *)
7,00 MRDStromsteuer
2,15 MRD Euro Konzessionsabgabe
Zuzgl. diverser „Kleinigkeiten“ (wie Offshore-Haftung, KWK, §19 usw.)

Quelle:
http://www.bdew.de/internet.nsf/id/123176ABDD9ECE5DC1257AA20040E368/$file/131120_BDEW_Strompreisanalyse_November%202013.pdf

Siehe Seite 29, beachten Sie das*.

Bezeichnend ist, dass die Strompreise im Jahre 1998 „nur“ mit 2,3 MRD Euro an staatlichen Abgaben belastet wurden. Das Aufkommen an Stromsteuer und Mwst. war verschwindend gering.

Dass die Stromerzeugung aus Sonne und Wind extrem volatil und unzuverlässig ist, kann man nun hier betrachten:

http://www.agora-energiewende.de/service/aktuelle-stromdaten/stromerzeugung-und-verbrauch/?tx_agoragraphs_agoragraphs%5Bcontroller%5D=Graph#scroll_TxAgoraGraph_PowerGeneration_b11cea115e47fb68ce65d77bdc9513360822c53a

Um 4h heute nacht fiel die Stromerzeugung aus den 24.000 WKA auf unter 0,5 Gigawatt! Ohne Worte! Was liebe Politik bringt eine Verdreifachung auf 60.000 WKA? Antwort: NIX!

Fazit: egal wie man zu Klimawandel und dem „Erneuerbaren Energien-Projekt“ steht, fest steht jedenfalls, daß Wind und Sonne ungeeignete Stromlieferanten sind. Das EEG ist andererseits aber hervorragend geeignet, der deutschen Gesellschaft jahrzehntelang gigantische Zahllasten aufzubürden. Hier geht’s tatsächlich nur um die „Kohle“ jedoch nicht ums Klima, nicht wahr?

Account gelöscht!

02.06.2014, 19:11 Uhr

Alte, abgeschriebene Kohlekraftwerke als Kaltreserve zu behalten, ist sicherlich eine bedenkenswerte Option.
Wenn Solarstrom, wie von Suntech vorhergesagt, bereits Ende 2016 in China billiger ist als Kohlestrom, dann wird nicht viel anderes übrig bleiben.
Eine Umlage der hohen, fossilen Stromkosten auf die Bürger wird spätestens dann nicht mehr möglich sein, da uns China sonst nicht nur in den Lohnkosten sondern auch in den Energiekosten endgültig wegläuft.
Wir sollten jetzt zusehen, dass unsere Netze optimiert sind für die Integration billigen Solarstroms. Diese Systeme aus dem Zusammenspiel von konventioneller Reserve und maximialen Erneuerbaren könnten international als deutscher Exportartikel vermarktet werden.
Machen werden es am Ende leider wohl die Inder oder Chinesen, da dort der Leidensdruck viel höher ist.

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