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11.06.2014

06:00 Uhr

Goal Control

Phantomtor adé!

VonLisa Hegemann

Nie wieder strittige Tore: Das verspricht die Technik des jungen Unternehmens Goal Control. Das System ist zwar nicht billig, hat sich bisher aber souverän geschlagen. Nur die Bundesliga stellt sich quer.

Das Torliniensystem in einer Computersimulation: Kommt der Ball in die Nähe der Torlinie, erscheint er auf den Bildschirmen in 3D. dpa

Das Torliniensystem in einer Computersimulation: Kommt der Ball in die Nähe der Torlinie, erscheint er auf den Bildschirmen in 3D.

Der Aufreger der vergangenen Bundesliga-Saison: ein Loch im Tornetz. Durch eben jenes erzielte der Leverkusener Stürmer Stefan Kießling einen Treffer, der nicht hätte zählen dürfen. Denn der Ball flog beim zwischenzeitlichen 2:0 in Hoffenheim durch das Außennetz ins Tor. Der Schiedsrichter Felix Brych gab den Treffer aber, weil der Ball nach seinem Ermessen hinter der Linie lag – zu Unrecht, wie die Fernsehbilder bewiesen.

Auch ein Einspruch vor dem Sportgericht des Deutschen Fußballbundes (DFB) konnte Hoffenheim nicht vor der 2:1-Niederlage retten. Das Tor zählte. Selbst Hans E. Lorenz, der Kopf des DFB-Sportgerichts, hatte Verständnis für das Unverständnis vieler Fans. Doch er argumentierte, er müsse sich an die Regeln halten. Und: „Solange es keine Torlinientechnik gibt, müssen wir mit der Entscheidung des Schiedsrichters leben“, sagte Lorenz damals.

Die Armbanduhr mit Toranzeige für Schiedsrichter. dpa

Die Armbanduhr mit Toranzeige für Schiedsrichter.

Die Torlinientechnik ist ein viel diskutiertes Thema in der Bundesliga. Doch vorerst soll sie im deutschen Fußball-Oberhaus nicht kommen: Die Vereine der ersten und zweiten Bundesliga stimmten im März mehrheitlich gegen die Einführung.

Der Weltverband Fifa ist da bereits einen Schritt weiter: Schon beim Confederations Cup 2013 setzte er auf technische Hilfsmittel bei der Torerkennung, genauso bei der Club-WM in Marokko im Winter. Und auch bei der Weltmeisterschaft in Brasilien kommt die Technologie zum Einsatz. Kurios daran ist, dass sich der deutsche Fußball dem Thema zwar noch versperrt, dass die Technologie aber aus Deutschland kommt – aus Würselen von der Firma Goal Control. Ein großer Erfolg für eine noch sehr junge Firma.

Das Start-up gibt es nämlich erst seit knapp zwei Jahren. Seit Oktober 2012 ist das Unternehmen im Handelsregister eingetragen, seit November firmiert es unter seinem heutigen Namen Goal Control. Für den ersten Erfolg brauchte das Start-up aber nicht lange: Schon im März 2013 wurde Goal Control von der Fifa lizensiert. Wenige Monate später erhielt die junge Firma überraschend den Zuschlag, die Torlinientechnik für den Confed Cup bereitzustellen.

Der schnelle Erfolg des Start-ups lässt sich mit seiner einfachen Idee erklären. Denn gute Gedanken zur Torlinientechnik gab es zuhauf: Einige wollten Chips in den Ball pflanzen, andere den Strafraum und das Spielgerät mit Magnetfeldern ausstatten. Doch dafür hätten die Stadien umgebaut oder der Ball anders produziert werden müssen. Viel Aufwand für eine simple Entscheidung.

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