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09.07.2013

05:30 Uhr

Gold, Öl und Gas

Warum rohstoffreiche Länder oft arm sind

Große Vorkommen von Gold, Öl oder Gas sind eigentlich ein Segen. Trotzdem sind viele rohstoffreiche Länder bitterarm. Die Gründe dafür variieren. Dass es aber auch anders geht, zeigt ein Beispiel in Nordeuropa.

Arbeiter in einer Mine in Niger: Rohstoffreichtum schützt nicht vor Armut. Reuters

Arbeiter in einer Mine in Niger: Rohstoffreichtum schützt nicht vor Armut.

Eigentlich müssten Länder mit großen Rohstoffvorkommen sorgenfrei leben können. Schließlich bringt ihnen der Verkauf von Gold, Öl oder Gas Milliarden ein. Doch häufig ist das Gegenteil der Fall. In Afrika etwa machen Rohstoffe 80 Prozent der Exporte aus, trotzdem ist die Region mit einem Durchschnittseinkommen von 2720 US-Dollar das Armenhaus der Erde.

Gründe dafür gibt es viele: So wertet die Währung durch die hohe Rohstoffnachfrage so stark auf, dass andere Waren nicht zu konkurrenzfähigen Preisen exportiert werden können. Auch setzten hohe Löhne der Rohstofffirmen andere Branchen unter Druck.

Dabei geht es auch anders: Norwegen beispielsweise steckt die Gewinne aus dem Ölgeschäft in einen Pensionsfonds, der im Ausland investiert. Das stützt die Währung und sichert den Wohlstand in der Zukunft. Die Emirate am Golf wiederum bauen mit den Ölmilliarden riesige Luftfahrtdrehkreuze und internationale Fluglinien auf, die Handel und Finanzinvestoren ins Land locken.

Kommentare (8)

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Lotus

09.07.2013, 07:51 Uhr

Energiekonzerne zahlen den Regierungen und Amtsträgern armer Länder viel Geld, um den Zugang zu den dort vorkommenden natürlichen Ressourcen zu erlangen. Meistens sind diese Finanzströme intransparent. Die Bürger betroffener Länder erfahren nicht, wie viel Geld ihre Regierungen und Amtsträger von den Energiekonzernen verlangten und können nicht nachvollziehen, wohin das Geld fließt. Diese Verfahren öffneten der Korruption Tür und Tor und führen dazu, dass diese Gelder häufig nur der führenden Elite statt der Mehrheit der Bevölkerung zu Gute käme.

Meiner Ansicht nach wurzelt die Motivation für Freiheitskämpfer (Terroristen) oft in der völlig ungerechten Verteilung der Rohstoff-Erlöse (z.B. Öl). Die politische und wirtschaftliche Elite bereichert sich oft massiv und schamlos an diesen Erlösen, teilt jedoch nicht mit der Bevölkerung. Dies gilt nicht nur für afrikanische Länder. Mehr Transparenz im direkten und indirekten Geldfluss von Energiekonzernen an Regierungen würde dazu beitragen, die Ursache für Terrorismus an der Wurzel zu bekämpfen. Das wäre viel effektiver als weitere kriegerische Einsätze im "war against Terror". Deshalb sollten sich mehr verantwortliche Personen mit friedlichen Absichten für die Schaffung dieser Transparenz einsetzen.

Gast44

09.07.2013, 08:10 Uhr

Ja Gründe dafür gibt es viele, aber die Gründe die das Handelsblatt hier aufführt sind eine Beleidigung der Intelligenz der Leser.
Korruption und Ausbeutung der Schwachen sind die eigentlichen Gründe.

RalphFischer

09.07.2013, 08:27 Uhr

Für die Öl Emirate mit ihrer verkehrsgünstigen Lage war es ziemlich naheliegend, grosse Drehkreuze für den Flugverkehr zu schaffen, die auch noch das Öl verbrauchen können.

Ich wüsste nicht in wie fern man das mit anderen Rohstofflieferanten vergleichen kann, und warum das so ein tolles Beispiel sein soll...

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