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03.10.2013

06:00 Uhr

Großangelegte Studie

Sport macht Medikamente überflüssig

Dass Sport der Gesundheit gut tut, ist nicht neu. Eine Studie mit Hunderttausenden Probanden zeigt nun: Bewegung wirkt manchmal besser als Medikamente. Als Konsequenz fordern die Wissenschaftler „Bewegungs-Rezepte“.

Medikamente sind nicht alles: Ein gesunder Lebenswandel trägt oft mehr zur Heilung nach einem Schlaganfall bei als eine medikamentöse Behandlung. dpa

Medikamente sind nicht alles: Ein gesunder Lebenswandel trägt oft mehr zur Heilung nach einem Schlaganfall bei als eine medikamentöse Behandlung.

LondonSport kann einer großangelegten Studie zufolge gegen einige Krankheiten genauso gut oder sogar besser wirken als Medikamente. Besonders gut sei Bewegung nach Schlaganfällen, bei Herzproblemen und Diabetes Typ 2, heißt es in dem Fachartikel, an dem unter anderem die London School of Economics und die Harvard Medical School beteiligt waren. Die Forscher hatten mehrere frühere Untersuchungen zusammengefasst und somit Daten von 339.000 Menschen ausgewertet – mit den Diagnosen Schlaganfall, Herzkrankheiten oder Vorstufen von Diabetes Typ 2, der vor allem im Alter auftritt.

In Zukunft sollte Sport häufiger als Alternative zu medikamentöser Therapie verschrieben werden, raten die Forscher. Zwar seien die Vorteile von Sport für die Gesundheit seit langem bekannt und vielfach untersucht. Bislang habe es aber unter anderem zu wenig direkte Vergleiche mit der Behandlung durch Medikamente gegeben. Einige Organisationen warnten Patienten am Mittwoch zugleich vor dem selbstständigen Absetzen der Medikamente beim Beginnen eines Sportprogramms.

Das Forscherteam um Huseyin Naci aus London präsentiert seine Studie im „British Medical Journal“. Am überzeugendsten fielen die Ergebnisse demnach für Menschen aus, die einen Schlaganfall erlitten hatten und in der Rehabilitationsphase waren. In zahlreichen Fällen erreichten sie deutlich bessere Ergebnisse durch Bewegung als durch Medikamente, erklärten die Forscher.

Mit Blick auf Herzkrankheiten und für Patienten, deren Blutzucker-Spiegel vermuten ließen, dass sie den Diabetes Typ 2 bekommen könnten, hatte Sport in den meisten Fällen dieselbe Wirkung wie eine Behandlung mit Medikamenten. Einzig bei Herzversagen stellte sich heraus, dass sogenannte diuretische Medikamente, die eine harntreibende Wirkung haben, bessere Ergebnisse als Sport oder andere Arten von medikamentöser Behandlung erzielten.

„In Fällen, in denen Medikamente nur eine eingeschränkte Wirkung haben, verdienen es Patienten, erklärt zu bekommen, welche Auswirkungen physische Aktivitäten haben können“, heißt es von den Wissenschaftlern. Um Todesfälle und hohe Sterblichkeitsraten zu verhindern, sollten Ärzte künftig auch „Bewegungs-Rezepte“ verschreiben. Gleichzeitig müssten Pharma-Unternehmen in ihren Studien die Wirkung von Medikamenten nicht nur mit Placebo-Gruppen, sondern auch mit Sport vergleichen.

Britische Hilfsorganisationen wie Diabetes UK oder die für Schlaganfallpatienten zuständige Stroke Association betonten, es sei bekannt, dass ein aktiver Lebensstil viele Vorteile für die Gesundheit bringe. Es sei aber wichtig, dass Patienten ihre verschriebenen Medikamente nicht automatisch absetzten und sich alleine auf Bewegung verließen, ohne dies mit ihrem Arzt zu besprechen. Es müsse erst weitere Studien und Vergleiche zum Thema geben, erklärte etwa Amy Thompson von der British Heart Foundation.

Von

dpa

Kommentare (4)

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Einsichten

02.10.2013, 15:15 Uhr

diese Studie macht die Runde – wenigsten die Fachorganisationen relativieren.
Die Probandenanzahl wird mit ca. 40 000 angegeben – aber bei den Stroke Patienten mit Sport waren es nur 229 und es gibt keine Aussagen, ob die Gruppen überhaupt vergleichbar sind.
Was bleibt ist, dass Sport insgesamt eher gesundheitsunterstützend ist, ist nun wirklich nicht neu.

Was benötigt wird sind patientenindividuelle Therapiekonzepte bei denen - wenn möglich - Sport eine wichtige Rolle spielt. Aber gerade bei Diabetes sind die Einflussfaktoren und Krankheitsbilder so unterschiedlich, dass man mit solchen Aussagen, den Patienten mehr schadet als nutzt

Account gelöscht!

03.10.2013, 11:02 Uhr

Verstehe ich nicht: im Artikel heißt es doch "Daten von 339.000 Menschen ausgewertet". Hier scheint es also um eine Metaanalyse zu gehen.

karma

03.10.2013, 12:02 Uhr

--@ Einsichten

klar macht Sport Medikamente oft überflüssig und gekoppelt mit einer vernünftigen, vegetarischen Lebensweise sollte man auch an die wahren Ursachen von Krankheiten kommen. Allerdings werden die Ursachen oft x-zig Jahre vorher gelegt und so beschränkt sich unsere Medizin oft auf die Unterdrückung von Symptomen.

Wer z.b. auf seinen Säure / Basen Haushalt achtet, sollte von fast allen Herzinfarkt, Schlaganfall, Gelenkerkrankungen, Karies und Nierenproblemen verschont bleiben. Sport aber und vegetarische Ernährung hilft aber, dass wir wieder freier denken können und einen offenen Sinn für die wahren Ursachen der Krankheit bekommen.

Wir sollten daran denken, dass unsere Medikamente fast NIE heilen, sondern fast immer nru die Symptome niederknüppeln.

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