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27.12.2013

14:43 Uhr

Grünes Dilemma

Feldhamster gegen Energiewende

Was für ein Dilemma: Die Grünen wollen die Energiewende und zwar rasch. Doch mal ist ein Auerhuhn im Weg, mal der Rote Milan. Und manchmal auch eine Gelbbauchunke.

Windräder in Baden-Württemberg: Der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromversorgung liegt aktuell bei 23 Prozent. dpa

Windräder in Baden-Württemberg: Der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromversorgung liegt aktuell bei 23 Prozent.

StuttgartKammmolche haben schon eine Autobahn verhindert, Wachtelkönige, Kleine Hufeisennasen und Feldhamster andere Bauvorhaben gestoppt. Meist auf ihrer Seite: die Grünen. Die Ökopartei kümmert sich gar zu gerne um bedrohte Arten. Es sei denn, Vögel oder Amphibien gefährden ihrerseits ein grünes Großprojekt: die Energiewende.

Der Rote Milan hat schon einen Sieg errungen. In Horb am Neckar im Schwarzwald hat der Greifvogel einen Windpark verhindert, der die Energiewende in Baden-Württemberg voranbringen sollte. Gerade hier gibt es Nachholbedarf, hält der Südwesten doch seit langem die Rote Laterne bei der Windkraft. Nachbarn wie Rheinland-Pfalz und Bayern, auch keine Küstenländer, sind weit enteilt.

Für die Vögel sei das Kollisionsrisiko mit den riesigen Windkraft-Rotoren zu groß, heißt es beim Land, das Landschaftsbild werde gestört. Geht das so weiter, komme die Energiewende im Südwesten nie voran, unkte die Opposition aus CDU und FDP.

Symbol für das Grüne Dilemma ist eine Äußerungen ihres Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann: Es sei falsch, mit irgendeiner Gelbbauchunke „als letztem Rettungsanker“ wichtige Projekte wie den Klimaschutz zu bekämpfen. Sein Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) formuliert es so: „Wir müssen Natur und Arten schützen - wir müssen aber genauso das Klima schützen.“

Ähnliche Probleme gibt es bundesweit, wie die Deutsche Umwelthilfe (DUH) berichtet. Einfach klären ließen sie sich nicht, sagt Gerd Rosenkranz, Leiter Politik bei der DUH. „Wir müssen diesen Konflikt annehmen, auflösen kann man ihn in der Regel nicht“, sagt er. Wichtig sei, dass man sich Zeit nehme und vor Ort Alternativen kläre. Nach Angaben der Denkfabrik „Agora Energiewende“ liegt der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromversorgung bei 23 Prozent. Bis 2030 sollen es 50 Prozent, bis 2050 mindestens 80 Prozent sein.

Kommentare (8)

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27.12.2013, 15:10 Uhr

Der Konflikt zwischen Gelbbauchunke etc. und Windkraftanlage ist ein ganz natürlicher. Windkraftwerke sind eben umweltschädlich. Ihr Landschaftsverbrauch ist gigantisch. Außerdem liefern sie unregelmäßigen (daher minderwertigen) und sehr teuren Strom.

CO2-neutralen, umweltverträglichen und ausreichend viel Strom liefert nur die Kernkraft. Aber die will wegen der Anti-Atom-Propaganda in Deutschland niemand mehr haben. Andere Länder sind da deutlich fortschrittlicher.

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27.12.2013, 15:21 Uhr

Die Grünen habe seit je her versucht mit sogenannten Artenschutz alle größeren Projekte zu verhindern. Jetzt können sie sagen: "Die Geister die ich rief werd ich nun nicht mehr los.". Bravo kann ich da nur sagen!

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27.12.2013, 15:24 Uhr

Die Grünen haben immer versucht mit sogenanntem Artenschutz sinnvolle Projekte zu verhindern oder sinnlose Projekte zu erzwingen (Fledermaus-Brücke usw.) Jetzt können sie sagen: "Die Geister die ich rief werd ich jetzt nicht mehr los."

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