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23.02.2014

15:12 Uhr

Heizen mit Holz

Die deutsche Vorliebe für das wärmende Feuer

In immer mehr deutschen Haushalten steht ein Kamin oder Ofen. Heizen mit Holz gilt als schick - auch wenn es draußen gar nicht so kalt ist.

Holzfeuer in einem Kamin: Die Nachfrage nach Brennholz steigt. dpa

Holzfeuer in einem Kamin: Die Nachfrage nach Brennholz steigt.

MünchenEin prasselndes Feuer im Kamin oder Schwedenofen: Heizen mit Eichen-, Buchen- oder Fichtenscheiten ist in - und das nicht nur im waldreichen Bayern. Wer sich für diesen Energieträger entscheidet, tut auch Gutes für die Umwelt. Brennholz gilt als weitgehend CO2-neutral. Außerdem wächst es nach und kommt meist aus heimischen Wäldern. Selbst in diesem bisher viel zu milden Winter ist die Nachfrage ungebrochen. „Viele Haushalte schalten an wärmeren Tagen die Zentralheizung aus und befeuern nur den Ofen oder Kamin“, erklärt Klaus Egly vom Bundesverband Brennholzhandel und Brennholzproduktion.

Die Preise für Brennholz haben daher kaum nachgegeben. Derzeit liegen sie bundesweit im Schnitt bei 75 bis 80 Euro pro Kubikmeter Schüttholz - auf ähnlichem Niveau wie im Vorjahr. „Da kann es aber durchaus regionale Unterschiede geben“, meint Egly. So kostet im Raum Stuttgart ein Kubikmeter etwa 110 Euro, im Westerwald hingegen nur gut 73 Euro. Den letzten großen Preissprung habe es 2006 gegeben.

Damals stieg die Nachfrage nach Brennholz enorm an. Heizen mit Holz wurde schick, nicht nur auf dem Land. Offene Kamine bauen sich die Leute auch in ihre Wohnungen und Häuser in Städten wie München, Hamburg oder Berlin ein. „Holz ist positiv besetzt, gibt angenehme Wärme, sorgt für Atmosphäre und Gemütlichkeit“, betont Egly.

Mit einer Waldfläche von fast 2,5 Millionen Hektar ist Bayern der größte Brennholzlieferant in Deutschland. Dort steht gut ein Drittel des gesamten deutschen Holzvorrats. Zusammen mit Baden-Württemberg sind es sogar 50 Prozent, wie Robert Morigl vom bayerischen Landwirtschaftsministerium sagt. In Bayern mit seinen sehr ländlichen Strukturen werde schon seit Generationen mit Holz geheizt. Fährt man hier über Land, fällt das auch auf: Das Holz vor der Hütte ist hier deutlich häufiger zu finden als etwa in Schleswig-Holstein, Niedersachsen oder Brandenburg.

Von

dpa

Kommentare (4)

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Justizius

24.02.2014, 11:09 Uhr

An das Märchen, dass "Brennholz als weitgehend CO2-neutral gilt" glaube ich nicht. Das Ganze ist mal wieder eine der vielen Behauptungen, die empirisch nicht bewiesen sind. Was für einen Sinn macht das, wenn man natürliche Resourcen einfach verfeuern? Die Devise kann und darf doch nur lauten möglichst weniger bis keine Emissionen zu erzeugen; also weniger Autofahren, weniger Gas, Kohle, Holz und Öl zu verbrennen. Alles andere ist Augenwischerei! Nicht einmal beruhigt es das schlechte Gewissen!

HofmannM

24.02.2014, 12:45 Uhr

@Justizius
Dann heißt es...Willkommen im Kommunismus von Mangel und Armut!

Justizius

24.02.2014, 14:23 Uhr

@ HofmannM
Sie gehören wohl auch zu der neoliberalistischen Klientel der Wachstumsfanatiker (Wachstum, Wachstum über alles!). Nur ist spätestens seit Veröffentlichung des Buchs "Grenzen des Wachstums" (The limits to growth) von Dennis L. Meadows 1972 allseits bekannt, dass die Resourcen-Ausbeutung sowie die permanenten Schadstoffemissionen zum Exitus führen. Es hat sich von der Einstellung der Menschen zur Natur leider bis dato kaum etwas geändert. Was nützen uns statistisch gefälschte 2-3 % Wachstum, wenn im Gegenzug Schäden an der Umwelt in einer Größenordnung von Billionen EUR entstehen. Damit wird nicht nur jedes Wachstum egalisiert, sondern wir erleben seit Jahren einen gigantischen Werteverzehr an unseren Vermögen und der Umwelt. Es geht schließlich um etwas; nämlich schlicht und ergreifend um unsere Existenz. Dazu brauchen wir aber weder unsinnige, teure „Stadt-Trecker“ (SUV´s) noch Kohlekraftwerke statt Wind- und Solaranlagen!

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