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19.08.2013

16:07 Uhr

Herzstillstand

Wiederbelebung nach 42-minütigem klinischen Tod

Durch eine verstopfte Arterie erlitt eine Australierin einen Herzstillstand und war 42 Minuten lang klinisch tot. Doch die Ärzte gaben nicht auf und hatten mit ihrer Herzmassage überraschend Erfolg.

Ärzte im Operationssaal: Eine Australierin wurde nach 42 Minuten erfolgreich wiederbelebt. dpa

Ärzte im Operationssaal: Eine Australierin wurde nach 42 Minuten erfolgreich wiederbelebt.

Sydney42 Minuten, nachdem sie für klinisch tot erklärt wurde, ist eine Australierin erfolgreich wiederbelebt worden. Wie die behandelnden Ärzte des Monash Medical Centre am Montag mitteilten, war die 41-jährige Vanessa Tanasio vergangene Woche nach einem Herzstillstand aufgrund einer verstopften Arterie in das Krankenhaus in Melbourne gebracht worden.

Kurz nach ihrem Eintreffen wurde sie für klinisch tot erklärt. Die Ärzte wollten allerdings nicht aufgeben und setzten die Herzmassage mit einem externen Kompressor namens Lucas 2 fort, um den Blutfluss durch Tanasios Gehirn aufrechtzuerhalten.

Währenddessen öffnete der Kardiologe Wally Ahmar nach eigenen Angaben die vollständig verstopfte Arterie, um sie wieder durchlässig zu machen. Als der Blutfluss wiederhergestellt gewesen sei, habe Tanasios Herz begonnen, wieder normal zu schlagen. "Ich habe mehrere Stromstöße und mehrere Medikamente verwendet, um sie wiederzubeleben", sagte Ahmar. "Es ist ein echtes Wunder. Ich hatte nicht erwartet, dass es ihr so gut gehen würde."

Nach Angaben des Krankenhauses war es landesweit das erste Mal, dass Lucas 2 nach so einer langen Anwendung einen Patienten ins Leben zurückholte. Tanasio sagte, sie habe vor dem dramatischen Vorfall niemals Herzprobleme gehabt.

"Ich erinnere mich, dass ich auf meinem Sofa war, dann auf dem Boden, und dass ich im Krankenhaus ankam", schilderte die Mutter zweier Kinder. "Ich war eine Stunde lang tot und knapp eine Woche später fühle ich mich großartig. Das ist surreal."

Für klinisch tot werden Patienten erklärt, die nicht mehr atmen und deren Blutkreislauf zum Erliegen gekommen ist.

Von

afp

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

19.08.2013, 17:13 Uhr

Minister Bahr wirbt für die Organspende. Als Otto Normalverbaucher frage ich: Hätte eine Klinisch-tot-Erklärung, wie sie in diesem Fall vorlag, eventuell zur Organentnahme zwecks Transplantation hätte "genutzt" werden können?

Rationalist

19.08.2013, 17:43 Uhr

So wie ich das verstehe: nein. Klinisch tot ist jeder, der z.B. einen Herzstillstand hat. Dann wird versucht, zu reanimieren. Währenddessen bekommt der klinisch Tote mit allen Organen, insb. sein Gehirn, ja weiter Sauerstoff (Beatmung). Gelingt die Reanimation, ist er nicht mehr klinisch tot. Scheitert der Versuch, weil es keine Aussicht auf einen eigenständigen Kreislauf mehr gibt, dann stirbt erst das Hirn, dann die anderen Organe. Jeder Hirntote ist also auch klinisch tot, aber nicht umgekehrt. Erst dem Hirntoten, nixht aber dem klinisch Toten werden Organe und Gewebe entnommen.

Arzt

19.08.2013, 18:32 Uhr

Nein, die Patientin war zwar "offiziell" klinisch tot, aber hätten die Ärzte die Patientin für tot gehalten, hätten sie wohl kaum versucht sie wiederzubeleben.

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