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10.03.2014

06:00 Uhr

Hochschulvisionen

Gibt es bald nur noch Online-Universitäten?

Schon heute müssen sich Studenten von Fernuniversitäten dank Internet kaum noch aus dem heimischen Arbeitszimmer wegbewegen. Werden die Uni-Gebäude deswegen bald leerstehen? Experten sind sich bei der Antwort einig.

Online lernen: Das Studieren im Netz ist im Kommen. dpa

Online lernen: Das Studieren im Netz ist im Kommen.

Die Hochschulwelt im Jahr 2050: Jeder Student hat einen Avatar, ein virtuelles Abziehbild, der für ihn Wissen aufsaugt – am Computer, in den Vorlesungen oder sonstwo. Später dann übergibt er das gesammelte Wissen an den lebenden Meister.

Man könnte das als Spinnerei abtun, käme diese Vision nicht von einer angesehen Professorin: Martha Maznevski — die an der renommierten Wirtschaftshochschule — IMD in Lausanne forscht und lehrt.

Trotzdem ist das allenfalls Zukunftsmusik. Doch schon heute gibt es in Deutschland knapp 400 Fernstudiengänge – Tendenz steigend. Deren Studenten müssen sich kaum noch aus dem heimischen Arbeitszimmer wegbewegen. Sie lernen anhand von Skripten oder gefilmten Vorlesungen, die ihre Professoren ins Internet stellen. Der Austausch mit den Dozenten oder Tutoren erfolgt über Internetforen oder einfach über Chat-Programme wie Skype.

Nur für die Prüfungen müssen die Studierenden noch zur Hochschule reisen — denn noch gibt es keine ausgeklügelten Systeme, die sicherstellen, dass der, der vor dem Computer sitzt, auch wirklich der ist, der die Prüfung ablegen soll. Allerdings wird bereits mit Fingerabdruck-Scannern experimentiert – oder mit einer Software, die einen anhand der Art und Weise identifiziert, wie man die Tasten anschlägt. Bis 2050 gibt es dafür bestimmt eine Lösung.

Werden die Uni-Gebäude also bald leerstehen, weil alle online lernen? Auch wenn sich die Experten einig sind, dass Studieren im Netz seine stärkste Zeit noch vor sich hat — das Aus für die Universitäten und Fachhochschulen bedeutet es nicht. Zumindest nicht für alle.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

10.03.2014, 10:51 Uhr

Es ist schön, dass die "angesehene Professorin Martha Maznevski — die an der renommierten Wirtschaftshochschule — IMD in Lausanne" lehrt, das Online-Studium inzwischen bemerkt hat. Wir machen das an den Universitäten Bamberg und Essen seit 14! Jahren mit permanent 600! Online-Studierenden in der Weiterbildung. (http://www.vawi.de/)
So sehr ich das Handelsblatt schätze, solche Beiträge sind der Schnee von gestern.
Beste Grüße
Prof. Dr. Otto Ferstl
Universität Bamberg
otto.ferstl@uni-bamberg.de

Account gelöscht!

10.03.2014, 18:49 Uhr

Irgendwie ist es klar:

So wichtige "Skills" wie Teamfähigkeit, Zusammenarbeit, Kommunikation, Präsentation, klären von Fragen durch das Wechselspiel der Gedanken in einer Diskussion lernt man am besten alleine zuhause bei sich im Kämmerlein.

Das Online- Studium hat als Weiterbildung nach eigenem Zeitplan eine riesige Zukunft.
NEBEN der Arbeit.
Als Erstausbildung ist es vollständig ungeeignet, weil die persönlichkeitsbildende Auseinandersetzung mit anderen Studenten und last-not-least den Professoren wegfällt.



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