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11.03.2014

06:00 Uhr

Holiday Insider

„Bei uns ist viel Luft nach oben“

VonAxel Höpner

Mit der Vermittlung von Ferienwohnungen im Internet füllten die Gründer des Münchener Start-ups Holiday Insider erfolgreich eine Lücke. Denn die klassischen Online-Hotelseiten machten bisher einen Bogen darum.

Der Watzmann in Bayern: Ferien in der Heimat sind in. Das Onlineportal Holiday Insider will davon profitieren. dpa

Der Watzmann in Bayern: Ferien in der Heimat sind in. Das Onlineportal Holiday Insider will davon profitieren.

Die Ferien verbringen Deutsche am liebsten in heimischen Gefilden. Der Urlaub - die Branche spricht auch von "erdgebundenem Reisen" - an Ostsee und Bodensee, im Schwarzwald und Voralpenland rangiert bislang vor klassischen Urlaubszielen wie Italien oder Frankreich. Noch buchen viele Heimaturlauber ihr Quartier per Katalog und Telefon.

Allerdings steigt der Onlineanteil schnell. Davon profitiert insbesondere Holiday Insider. Das Start-up hat hierzulande inzwischen 140.000 Pensionen, Ferienwohnungen, Hotels und Hütten im Angebot. Die Interessenten für eine Übernahme der Internetfirma stehen derzeit Schlange. "Bei uns ist noch viel Luft nach oben", ist Mitgründer Niels Dörje überzeugt.

Der frühere Google-Manager hatte das Internetportal 2010 mitgegründet. Die klassischen Hotel-Vermittler wie Booking.com hatten bis dahin einen Bogen um das Thema Ferienunterkünfte gemacht. "Die wussten, warum sie das nicht machen wollten - wir nicht", erinnert sich Dörje. Vor allem die notwendigen Kooperationspartner zu gewinnen, ist mühsam. Dominiert wird die Quartiervermittlung von etwa 1600 örtlichen Tourismus-Informationszentralen, die es abzuklappern galt.

Inzwischen arbeitet Holiday Insider bereits mit der Hälfte der Organisationen zusammen. Zum Vergleich: Booking.com kommt in Deutschland auf gut 23.000 Hotels. "Wir haben jetzt eine Plattform, von der aus wir gut weiter expandieren können", sagt Dörje. Dafür allerdings wird Kapital benötigt. Schwachpunkt ist nach Einschätzung von Beobachtern die mangelhafte Markenbekanntheit. Holiday Insider setzt auf zufriedene Kunden als Multiplikatoren. Es ist aber mehr Marketing notwendig. "Womöglich brauchen wir irgendwann doch einen großen Partner", meint Dörje.

Wie attraktiv so ein Portal ist, zeigte sich vor wenigen Monaten. Da kaufte der US-Konzern HomeAway den australischen Vermittler Stayz für 198 Millionen Dollar. Das gekaufte Unternehmen dürfte mit 400.000 Übernachtungen im Jahr etwa so groß sein wie Holiday Insider.

Übernachten: Alternativen zum Hotel

Hohe Preise

Bis zu 900 Prozent mehr zahlen für eine Übernachtung in einem Hotel während Großveranstaltungen? Das muss nicht sein. Die Vor- und Nachteile der beliebtesten Hotelalternativen im Überblick.

Airbnb - Vorteil

Von Apartments und Zimmern zu Baumhäusern und Booten: Auf Unterkunftsvermittlungen wie Airbnb findet man vielfältige Alternativen zum Hotel. Vorteil: Auch wenn die meisten Hotels ausgebucht sind, gibt es bei den Portalen meist noch erschwingliche Privatangebote.

Airbnb - Nachteil

Nachteil: Auch die privaten Anbieter wissen, dass die Preise während Messen steigen. Die Folge: Immer wieder berichten Airbnb-Kunden von Abzockern. So wurde einem Gast kurz vor der Anreise gesagt, dass das private Zimmer nun nicht mehr verfügbar wäre, man aber ein nettes Hotel in der Nähe empfehlen könne. Und von einem anderen Gast verlangte der Wohnungsanbieter vor Ort einen Messeaufschlag von 100 Euro.

Ferienwohnung - Vorteil

Im näheren Umkreis von Großstädten wie München und Hannover gibt es Ferienwohnungen speziell für Messegäste. Vorteil: Schon ab 25 Euro ist eine Zimmer für eine Nacht in solchen Unterkünften zu haben. Damit sind sie deutlich günstiger als die meisten Hotels.

Ferienwohnung - Nachteil

Nachteil: Viele Ferienwohnungen liegen außerhalb der Großstädte. So muss man am nächsten Tag mit dem Auto zur Messe fahren oder ist auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen.

Freunde und Verwandte - Vorteil

Vorteil: Auch kurzfristig noch in einer Messestadt unterkommen und am nächsten Morgen vielleicht sogar noch ein Frühstück in netter Gesellschaft? Mit Kontakt zu Freunden oder Verwandten geht das. Meist zahlt der Arbeitgeber auch noch einen Zuschuss, wenn man privat unterkommt.

Freunde und Verwandte - Nachteil

Nachteil: So entspannt wie in einem Hotel ist es privat oft nicht. Sich intensiv auf die anstehende Veranstaltung vorzubereiten, ist bei Freunden schwierig.

Billighotels - Vorteil

Billighotels sind in Deutschland nicht sehr beliebt, nur etwa jedes zehnte Hotel hat hierzulande einen oder zwei Sterne. Vorteil: Selbst kurzfristig bieten die niederklassigen Unterkünfte noch bezahlbare Zimmer. Meist handelt es sich um private Hotels, in denen man von den Betreibern noch einen Insider-Tipp für den Abend nach einem Messetag bekommen kann.

Billighotels - Nachteil

Nachteil: In puncto Service und Komfort muss man Abstiche machen. Außerdem kommt in diesem Segment Abzocke deutlich häufiger vor, weil die Hotels nicht wie bei einer Kette von einer Zentrale aus kontrolliert werden

Das Münchener Unternehmen erzielt derzeit nach Marktschätzungen einen Provisionsumsatz im einstelligen Millionenbereich - mit zweistelligen Wachstumsraten. Der vermittelte Umsatz ist deutlich höher. Die Provision liegt zwischen 10 und 13,5 Prozent.

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