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09.07.2014

15:44 Uhr

Im Kampf gegen den Klimawandel

Wissenschaftler fordern schnelle Energiewende

Rund 30 Forschungsinstitute aus aller Welt haben eine rasche Energiewende mit einer Abkehr von fossilen Brennstoffen angemahnt. Alle Staaten müssten massiv in umweltfreundliche Technologien investieren.

Weg von fossilen Brennstoffen: Der Bericht mahnt die Staatengemeinschaft, schnell auf Wind-, Wasser-, Solar- oder Kernenergie umzusatteln. dpa

Weg von fossilen Brennstoffen: Der Bericht mahnt die Staatengemeinschaft, schnell auf Wind-, Wasser-, Solar- oder Kernenergie umzusatteln.

Bei einer Erderwärmung über dem Ziel von zwei Grad Celsius drohten "ernste und irreversible Schäden für das Wohlergehen des Menschen und die Entwicklungsaussichten in allen Staaten", heißt es in einem Bericht, der am Dienstag an UN-Generalsekretär Ban Ki Moon übergeben wurde. Das Zwei-Grad-Zieldürfe nicht aufgegeben werden; es sei "für die internationale Mobilisierung von unschätzbarem Wert".

Um das internationale Zwei-Grad-Ziel zu erreichen, müsse der CO2-Ausstoß pro Kopf und Jahr von derzeit 5,2 Tonnen auf 1,6 Tonnen im Jahr 2050 reduziert werden, urteilen die Experten in dem Bericht, der zum Klimagipfel in New York im September angefertigt wurde. Zugrunde gelegt wird dabei ein Wachstum der Weltbevölkerung von derzeit 7,2 Milliarden auf 9,5 Milliarden Menschen im Jahr 2050.

Die Forschungsinstitute empfehlen drei Wege, um den CO2-Ausstoß zu reduzieren: Eine Steigerung der Energieeffizienz bei Gebäuden und Verkehrsmitteln; einen möglichst weitgehenden Verzicht auf fossile Energieträger wie Erdöl bei der Stromproduktion, stattdessen soll auf Wind-, Wasser-, Solar- oder Kernenergie gesetzt werden; eine Abkehr von Treibstoffen, deren Verbrennung viel CO2 erzeugt.

Nötig seien "massive" Investitionen in umweltfreundliche Technologien, sagte Jeffrey Sachs von der Columbia University in New York, Koordinator des "Deep Decarbonization Pathways Project", das den Bericht erstellte. Der Bericht des Forscher-Netzwerks soll den Staats- und Regierungschefs beim Klimagipfel in New York konkrete Handlungsanleitungen für den Kampf gegen die Erderwärmung geben.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon betonte in einer Stellungnahme, um einen "gefährlichen Klimawandel" abzuwenden, seien "ehrgeizige Taten auf nationaler Ebene von größter Notwendigkeit". "Dieser Bericht zeigt, was möglich ist." Der Bericht wurde am Dienstag auch der französischen Regierung übergeben, die im Dezember 2015 Gastgeber des Weltklimagipfels ist. An dem Bericht arbeiteten Forschungsinstitute aus Australien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Indonesien, Japan, Kanada, Mexiko, Russland, Südafrika, Südkorea und den USA mit.

Von

afp

Kommentare (8)

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Herr Marcel Europaeer

09.07.2014, 17:53 Uhr

Dass es das Gebot der Stunde ist, in den Ausbau der Erneuerbaren Energien erheblich zu investieren, wissen wir doch.

Wir wissen aber auch, dass die Förderung und der Verkauf von Öl, Gas und Kohle ein Billionengeschäft ist. Damit dürfte klar sein, dass die Profiteuere eines Festhaltens an den Endlichen Energien alles tun werden, um ihren Goldesel zu behalten. Die paar Tausend - Milliarden Tonnen CO2, Stickoyde, Feinstaub usw., die wir durch die Verbrennung fossiler Energieträger in die Atmosphäre pusten, sind nach deren Ansicht halt das Opfer, was wir bringen müssen, um unseren Lebensstandard zu erhalten.

Herr Holger Narrog

09.07.2014, 20:01 Uhr

30 Forschungsinstitute sind angesichts weltweit 10.000ender Universitäten eine vernachlässigbare Grösse.

Ich nehme an, dass der Journalist deren Ansichten teilt und ihm deshalb die Nachricht eine Veröffentlichung wert ist.

Mit ein wenig Ausgewogenheit hätte man wohl eher auch Wissenschaftlern mit einer etwas kritischeren Haltung zur Klimaweltuntergangskatastrophe, oder den Kritikern von "Erneuerbaren Energien" ein wenig Platz eingeräumt. In Deutschland gibt es hier Prof. Alt u.v.m.

*"Erneuerbare Energien" gibt es gem. des 1 HS der Thermodynamik nicht. Die Ökologen haben den Begriff sicherlich bewusst gewählt um ihre Vision von den realen Restriktionen der Technik und Ökonomie abzugrenzen.

Herr Holger Narrog

09.07.2014, 20:58 Uhr

Sie können natürlich sehr grosse Mengen Geld in "Erneuerbare Energien" "investieren". Das Geld kommt als Subvention teils von ärmeren Mitmenschen und solchen die nicht an die Ökoreligion glauben.

Das Ergebnis der bislang 3-stelligen Milliardeninvestitionen/Subventionen ist eine bescheidene Mengen wertlosen und umweltschädlichen Zufallsstrom.

Abseits ökologischer Visionen ist die Energiedichte und der Anfall solcher Energie eben nicht für eine industrielle Stromversorung geeignet.

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