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06.02.2014

17:00 Uhr

Industrie 4.0

Revolution mit Hürden

VonIna Karabasz

Die vernetzte Fabrik ist die Fantasie der optimalen Effizienz. Doch die Industrie 4.0 braucht Geduld statt Euphorie. Noch fehlt es an ausgereiften Ideen.

Industrieschau Hannover Messe: Die vierte industrielle Revolution muss ein großer Wurf werden. dpa

Industrieschau Hannover Messe: Die vierte industrielle Revolution muss ein großer Wurf werden.

Der Begriff Industrie 4.0 verspricht viel. Das hat gemerkt, wer am Dienstag die Tagung des Vereins deutscher Ingenieure (VDI) in Berlin verfolgte. Bei vielen dort steht Industrie 4.0 für nicht weniger als die Revolution der traditionellen Produktion. Es wird von hochvernetzten Strukturen geträumt, in denen jegliche Daten ausgewertet und genutzt werden: für neue Dienstleistungen, optimierte Abläufe, vor allem aber für Kostenersparnisse. Es ist die Fantasie der optimalen Effizienz.

Das Problem: Bislang ist Industrie 4.0 nicht viel mehr als ein Begriff. Der allein kann aber die Hoffnungen und Erwartungen nicht erfüllen - jedenfalls nicht bisher. Das ist eine brandgefährliche Situation. Denn wird der Begriff von den Unternehmen auch in Zukunft nur mit unfertigen Ideen weiter zu einem Hype gemacht, wird die Blase irgendwann platzen.

Ina Karabasz: Die Autorin ist Redakteurin bei Handelsblatt Live. Frank Beer für Handelsblatt

Ina Karabasz: Die Autorin ist Redakteurin bei Handelsblatt Live.

Das Risiko ist groß. Es gibt noch keine einheitlichen Standards, keine konkreten Konzepte und auch keine ausgereiften Ideen, wie die verschiedenen Vorstellungen in der Branche unter einen Hut gebracht werden können. Gleichzeitig muss die vierte industrielle Revolution ein großer Wurf werden. Nur dann kann die deutsche Exportwirtschaft ihre Wettbewerbsvorteile, die sie hat, auch in Zukunft wahren, sie vielleicht sogar noch ausbauen.

Doch dazu müssen die Ideen nachhaltig, zuverlässig, kosteneffizient, umsetzbar, vernetzbar, einheitlich und nicht zuletzt auch sicher sein. Viele Fragen sind hier nach wie vor offen. Können die Anbieter der digitalisierten Industrie diese nicht beantworten, wird die Industrie bei 3.0 bleiben.

Kommentare (1)

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07.02.2014, 17:33 Uhr

Man kann es auch anders sehen und dann bleibt es nicht mehr so typisch deutsch resignativ.

"Das Risiko ist groß. Es gibt noch keine einheitlichen Standards" kann man auch so sehen: "Die Chance ist riesig, denn die Standards können und müssen noch gestaltet werden. Gerade deutsche Unternehmen besitzen herausragende Kompetenz und werden damit die weltweiten Standards deutlich mitbestimmen. Eine große Chance für den Industriestandort".

Unter diesem Blickwinkel werden andere, ja teilweise sogar überhaupt erst Aktivitäten relevant statt abzuwarten. Und das folgende Zitat verliert deutlich an Gewicht:

"Zeit für Fehlschüsse gibt es nicht. Der Traum der vernetzten Maschinen, die kommunizieren, wird auch jenseits der deutschen Grenzen geträumt - und zwar von ganz anderen, ganz neuen Wettbewerbern. Konzerne wie Google haben das Thema für sich entdeckt."

(Mit)Gestalten statt abzuwarten ist eine gute Alternative. Und Fehler müssen und werden auf diesem Weg gemacht werden, um übehaupt schnell genug lernen zu können.

@Uwe_Weinreich

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