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23.07.2014

15:25 Uhr

Innovationsfonds

Neue Finanzierungsmodelle für Biotech-Startups

VonSiegfried Hofmann, Maike Telgheder

Unternehmensgründungen fördert die Politik, doch bei der Anschlussfinanzierung hört die Unterstützung in Deutschland auf. Die Biotechbranche plädiert daher für höhere Investitionszuschüsse und einen Innovationsfonds.

Biotech-Startups: Die Anschlussfinanzierung ist die große Herausforderung für Branchen-Neulinge. dpa

Biotech-Startups: Die Anschlussfinanzierung ist die große Herausforderung für Branchen-Neulinge.

Vor einem Moment haben Firmengründer besondere Angst: Wenn sie nach erfolgreicher Gründung ihres Unternehmens die Wachstumsphase finanzieren müssen. Dann stehen sie wie ein Wanderer vor dem Tal des Todes und wissen nicht, wie sie darüber hinweg kommen sollen. Denn eine Finanzierung zur Überbrückung ist in Deutschland schwer zu bekommen.

Der Biotech-Branchenverband Bio Deutschland hat jetzt einige Ideen entwickelt, wie künftig mehr Risikokapital für junge, innovative Unternehmen in Deutschland mobilisiert werden kann. In einem Positionspapier, das dem Handelsblatt vorliegt, plädiert er für höhere Zuschüsse sowie Steuererleichterungen für Investoren und Unternehmen.

Der Verband hofft, mit seinen Vorschlägen eine Steilvorlage für das geplante Venture-Capital-Gesetz zu geben, mit dem die Regierungsparteien Deutschland „als Investitionsstandort für Wagniskapital international attraktiv“ machen wollen.

Am schnellsten, so die Analyse von Bio Deutschland, könnte der Branche mit einem Instrument geholfen werden, das im Prinzip bereits existiert: der vom Wirtschaftsministerium vergebene Invest-Zuschuss. Die Experten schlagen vor, diesen Zuschuss erheblich auszubauen. „Unserer Meinung nach sollte er nicht nur für private Business-Angels gelten, sondern unbegrenzt auch für Unternehmen, Versicherungen, Pensionskassen und VC-Fonds, die Start-ups finanzieren wollen“, sagt Dirk Honold, Co-Leiter des Arbeitskreises Finanzen und Steuern von Bio Deutschland und Professor für Unternehmensfinanzierung an der TH Nürnberg.

In einem zweiten Schritt, schlägt der Verband vor, sollte das Budget für dieses Instrument deutlich aufgestockt werden, von bisher 150 Millionen Euro auf bis zu drei Milliarden Euro. Damit, so die Kalkulation, könnten fünf bis 15 Milliarden Euro an Investitionen in junge Unternehmen generiert werden.

Biotechfirmen brennt das Thema Wagnisfinanzierung in ganz besonderem Maße auf den Nägeln , weil die Entwicklungszeiten in dem Bereich ungewöhnlich lang und die Risiken sehr hoch sind. Der Kapitalmangel trägt aus Sicht von Branchenkennern maßgeblich mit dazu bei, dass die Branche trotz reger Gründeraktivität gegenüber der US-Konkurrenz immer weiter zurückfällt. Nach Daten der WP- und Prüfungsgruppe EY war der Kapitalzufluss in den USA zuletzt rund 80-mal so hoch wie hierzulande.

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