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19.09.2013

13:32 Uhr

Interessenverband

Ökoenergiebranche beklagt schwächeren Ausbau

Im laufenden Jahr werden weniger Solar-, Biogas- und Windkraftanlagen neu ans Netz gehen als 2012. Der Branchenverband BEE warnt vor weiteren Bremsmanövern der Politik – und den Reformvorschlägen der Industrie.

Ein Windrad bei Pulheim: Bundesverband Erneuerbare Energien fordert Planungssicherheit. dpa

Ein Windrad bei Pulheim: Bundesverband Erneuerbare Energien fordert Planungssicherheit.

BerlinNach Förderkürzungen und Debatten um Kostenbremsen beklagt der Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) einen deutlichen Rückgang beim Bau neuer Solar- und Biogasanlagen. Für 2013 sei bei Biogasanlagen nur noch mit rund 200 Megawatt neu installierter Leistung zu rechnen, teilte der BEE am Dienstag in Berlin mit. 2011 waren es 806 Megawatt (MW), 2012 dann 255 MW.

Bei der Solarenergie könne der Wert nach 7500 und 7600 MW in den Jahren 2011 und 2012 auf rund 3500 MW absinken. Auch der Offshore-Ausbau stocke. Lediglich bei Windkraft an Land könne die neu installierte Leistung von 2335 MW (2012) auf bis zu 2900 Megawatt zulegen. Der BEE warnte vor weiteren Bremsmanövern und forderte Planungssicherheit – zugleich belasten die Förderkosten aber auch immer stärker die Strompreise.

Um diese Kostensteigerungen zu bekämpfen, hat der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) am Donnerstag Vorschläge für eine Reform des Energiemarktes vorgelegt. Darin fordert er das Ende der bisherigen Förderung erneuerbarer Energien. Nur so könnten die Preise gedämpft und die Versorgungssicherheit garantiert werden, heißt es in dem Konzept des Verbandes.

Ökostrom soll demnach durch eine Prämie auf den Börsenpreise gefördert werden. Bisher bekommen Solar- oder Windanlagen eine Abnahmegarantie für 20 Jahre zu einem festgelegten Preis. Um den schwankenden Ökostrom mit konventionellen Kraftwerken auszugleichen, solle notfalls eine staatlich geförderte strategische Reserve von fossilen Trägern als Übergangslösung dienen.

Kommentare (9)

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HofmannM

19.09.2013, 12:11 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

HSippel

19.09.2013, 13:05 Uhr

Wer der Meinung ist, daß die Energiewende "wohlstandsvernichtend" sei, der lebt wohl auch nach der Devise "Mein Auto fährt auch ohne Wald". Schon mal daran gedacht, was in zehn oder zwanzig Jahren ist? Und ich denke, diese "Alternative für Deutschland" ist maximal eine Alternative bis zum 23. September. Danach wird sie konservativer sein als alle, die sich schon heute konservativ nennen. Also Vorsicht, lieber Wähler!

Account gelöscht!

19.09.2013, 13:11 Uhr

Zitat:
"Besonders die Grünen setzen auf einen stärkeren Ausbau - allerdings hat bisher keine Partei ein Rezept gegen einen weiteren Anstieg der Strompreise."

Empfehlung: um einen weiteren Anstieg der Strompreise, verursacht durch die EEG-Umlage (ca. 20 MRD p.a.), zu stoppen, braucht diese Partei nicht mehr zu tun, als die sogenannten "Erneuerbaren"
den Marktkräften auszusetzen. Sobald die planwirtschaftliche Förderungen via überhöhte Subventionen, verbunden mit dem in einem freien Strommarkt nicht vorhandenen Einspeisevorrang
beseitigt sind, steigen auch die Strompreise für den Normalverbraucher nicht mehr. Sie könnten sogar sinken, wenn der Staat die Vorteile, die er indirekt über Stromsteuer und Mehrwert-
steuer (ebenfalls ca. 20 MRD p.a.!) erhält, zumindest teilweise an seine Bürger zurückgibt. Dies wäre zumindest für die einkommenschwächsten Bevölkerungskreise geboten (Bezieher von Minirente,
Gerningverdiener, Familien mit mehreren Kindern).

Diesselbe Partei sollte sich mal Gedanken machen, wie sie den Windstrom grundlastfähig macht. Ansonsten laufen demnächst die Waschmaschine und unsere Industrieanlagen nur bei Wind und Sonne!
nach dem Motto: alle Räder stehen still, wenn´s der starke Westwind will!
Aber sinnvolle, kostengünstige und praktikable Konzepte, die den Bürger nicht über Gebühr belasten sucht man in der heutigen Parteienwelt ohnehin vergeblich.

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