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26.09.2013

17:14 Uhr

Interview

Überwindung von Organspende-Skandal dauert Jahre

Nach dem Transplantationsskandal sollen neue Regeln Manipulationen künftig verhindern. Patienten, die auf ein Spenderorgan warten, hilft das wenig. Der Imageschaden wirkt nach.

Oliver Hakenberg, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V.: „Die Organspende ist generell erheblich eingebrochen.“ dpa

Oliver Hakenberg, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V.: „Die Organspende ist generell erheblich eingebrochen.“

DresdenDer Organspende-Skandal von 2012 hat erhebliche Auswirkungen auf alle transplantationsbedürftige Patienten. So brach auch die Zahl der Nierentransplantationen erheblich ein, wie der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU), Prof. Oliver Hakenberg, im Interview sagte. Die Urologen tagen noch bis zum Samstag in Dresden

Welche Auswirkungen hat der Vorfall für Ihr Fachgebiet?
Die Organspende ist generell erheblich eingebrochen. Nach den Zahlen der Deutschen Stiftung Organspende DSO für das 1. Halbjahr 2013 sind sie im Vergleich zu vor zwei Jahren, bevor alles losging, um 25 Prozent zurückgegangen. Bei Nieren, der quantitativ größten Gruppe bei Transplantationen, bricht ein Drittel weg. Das bedeutet bei bisher knapp 3000 Nierentransplantationen in Deutschland pro Jahr, dass 1000 Dialysepatienten kein Spenderorgan kriegen oder länger darauf warten müssen. Dabei sterben innerhalb von zehn Jahren mehr als die Hälfte der Patienten mit Dialyse ohne Organspende.

Aber der Skandal betraf doch einen ganz anderen Bereich?
Es wurde zu einem Skandal der Transplantationsmedizin gemacht, obwohl es ausschließlich Lebertransplanteure betraf. Die Folgen zu überwinden und den Stand von vorher zu erreichen, wird Jahre dauern. Das erfordert eine enorme Aufbauarbeit, an der alle mitarbeiten müssen. Denn das große Misstrauen, das in der Bevölkerung schon da war, und die irrationalen Ängste wurden durch den Skandal noch befördert und bestätigt.

Wie hat sich die Situation in Ihrem Fach verschärft?
Der Bedarf an Nieren lag bisher viermal so hoch wie das Spendervolumen. Dieser Berg wird jetzt noch viel größer ... Momentan hoffen rund 8500 Betroffene auf eine Spenderniere, etwa fünf Prozent davon Kinder.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Freidenker

27.09.2013, 09:18 Uhr

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