Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

21.10.2013

08:46 Uhr

Investitionen in den USA

Wenn das Schiefergas lockt

VonSiegfried Hofmann

Günstige Gaspreise sorgen für einen Investitionsboom in der US-Chemie. So planen BASF und der Düngemittelproduzent Yara den Bau einer Ammoniak-Anlage in den USA.

Gasanlage in den USA: Deutsche Firmen bauen ihre Präsenz aus. ap

Gasanlage in den USA: Deutsche Firmen bauen ihre Präsenz aus.

FrankfurtNiedrige Gas- und Energiepreise locken europäische Chemiefirmen zusehends in die USA. Am Freitag gaben BASF und der norwegische Düngemittelkonzern Yara Überlegungen für eine große Ammoniakanlage an der amerikanischen Golfküste bekannt.

Für BASF wäre es bereits die dritte Großinvestitionen, die von den günstigen Rohstoffkosten in den USA induziert wird. Bereits in den vergangenen beiden Jahren hat der Konzern den Bau einer Anlage für Ameisensäure gestartet und eine Grundchemie-Anlage in Texas erweitert, um stärker an den günstigen Erdgaspreisen in den USA zu partizipieren. In der Branche wird zudem spekuliert, dass BASF auch mit dem Bau einer Anlage für Propylen liebäugelt. Im Falle der Ammoniakanlage dürfte es um ein Investitionsvolumen von einer halben bis einer Milliarde Dollar gehen. Details wollen die beiden Partner in den nächsten Monaten aushandeln.

Das wachsende Interesse am Chemiestandort USA wird vor allem vom Schiefergas-Boom angetrieben. Er führte dazu, dass sich Erdgas in den USA drastisch verbilligte und inzwischen nur rund ein Drittel soviel kostet wie in Europa.

Erdgas ist als Rohstoff und als Energieträger für die Chemie von erheblicher Bedeutung. Die USA wandelten sich daher innerhalb weniger Jahre von einem der teuersten Chemiestandorte zu einem der weltweit günstigsten. Darauf reagiert die Chemiebranche inzwischen mit einer Flut von neuen Projekten. Der Branchenverband American Chemistry Council schätzt, dass als Folge des Gasbooms bis 2020 mehr als 70 Milliarden Dollar im Chemiebereich investiert werden - zusätzlich zu den routinemäßigen Investitionen von etwa 28 Milliarden Dollar pro Jahr. Gut fünf Dutzend Firmen, darunter zehn europäische Konzerne, haben laut ACC inzwischen Investitionen angekündigt, die von den günstigen Gaspreisen ausgelöst wurden.

Kommentare (11)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

vandale

21.10.2013, 09:09 Uhr

Bei der Erdgasgewinnung sind die Erschliessungskosten sehr hoch und die Betriebskosten niedrig. Wenn das Angebot die Nachfrage übersteigt, sinken die Preise drastisch. In diesem Sinne sind die Erdgaspreise in den USA zusammengebrochen. Allerdings hat sich hierdurch die Exploration neuer Vorkommen sehr reduziert. Vielfach werden die Vollkosten nicht mehr gedeckt. Auf der Nachfrageseite wurden Kohle- und Kernkraftprojekte in der Stromerzeugung zugunsten von Erdgas gestrichen. Zahlreiche Anlagen werden in der Chemie auf Erdgas ausgerichtet. Lokomotiven und Fabriken werden auf Erdgas umgestellt. Insofern wird das Angebot mittelfristig schrumpfen und die Nachfrage steigen.

Insofern ist es durchaus möglich das die Entwicklung der Erdgaspreise einem Schweinebauchzyklus ähnelt.

Für die Basischemie erscheint mir der Nahe Osten mit seinen langfristig günstigen Erdgaspreisen geeigneter.

Vandale

Account gelöscht!

21.10.2013, 09:29 Uhr

Die Gewinne machen die Konzerne. Zahlen sie auch den Bürgern für das vergiftete Wassser? In wenigen jahren wird das Gas alle sein, die Konzerne sich wie Heuschrecken den nächsten Standort suchen.
Die vergiftete Umwelt bleibt: Für deren Sanierung geben die nichts.

vandale

21.10.2013, 09:50 Uhr

In den USA gehören dem Landeigentümer im Gegensatz zu D auch die darunter liegenden Bodenschätze.

Eine Oelförderung erfordert Wege, es gibt Unachtsamkeiten und es gibt auch Unfälle bei denen z.B. auch ein Behälter mit Oel, oder Frackingflüssigkeit (99% Wasser und Sand) auslaufen kann.

Es ist Sache des Landeigentümers dies mit dem Gasförderunternehmen zu vereinbaren.

Da der Landeigentümer ein persönliches Interesse an seinem Land hat funktioniert dies im Gegensatz zu einem Ihrerseits angestrebten sozialistischen System im Kapitalismus recht gut.

Vandale

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×