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12.10.2013

11:52 Uhr

Jahrestagung in Washington

IWF warnt Europäer vor Bequemlichkeit

Der erfolgreiche Kampf gegen die Schuldenkrise dürfe die Europäer nicht zur Bequemlichkeit verleiten. Die Lage wirke vielleicht nicht mehr so düster wie bisher, aber einige Problemländer seien längst nicht über den Berg.

Der Hauptsitz des Internationalen Währungsfonds in Washington: Die Jahrestagung von IWF und Weltbank startet. ap

Der Hauptsitz des Internationalen Währungsfonds in Washington: Die Jahrestagung von IWF und Weltbank startet.

WashingtonNach vielen Fortschritten im Kampf gegen die Schuldenkrise warnt der Internationale Währungsfonds (IWF) die Euroländer vor Selbstgefälligkeit. Der Eindruck, das Schlimmste sei vorbei, könne sich als Täuschung erweisen, sagte der Chefvolkswirt der Organisation, Olivier Blanchard, dem „Handelsblatt". Weitere Strukturreformen seien nötig, um die hohe Arbeitslosigkeit zu bekämpfen. Vor allem Krisenstaaten wie Griechenland und Spanien seien trotz beachtlicher Erfolge längst nicht über den Berg, machte der IWF am Freitag bei seiner Jahrestagung in Washington klar.

Von der Bundesrepublik würden manche gern mehr Engagement für Europa sehen, sagte Blanchard der Zeitung. „Ich wünschte mir, dass der Akzent stärker auf die Frage gesetzt wird: Wie können wir den Euro stärken?“ Die Deutschen müssten verstehen, dass es bei der Eurorettung aus Sicht des IWF darum gehe, ein Versicherungssystem zu schaffen, keine Transferunion. Das könne auch Deutschland einmal helfen: „Mal brennt es beim Nachbarn, mal im eigenen Haus“, sagte Blanchard.

Vor allem das hoch verschuldete Griechenland steht bei dem Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs der 188 IWF-Mitgliedsländer erneut im Fokus. Athen wird nach Ansicht des Chefs des Euro-Rettungsfonds ESM, Klaus Regling, wohl ein drittes Hilfspaket benötigen. Es zeichne sich ab, dass sich Griechenland 2014 noch nicht selbstständig am Markt Geld borgen könne über neue Staatsanleihen, bekräftigte Regling am Donnerstag (Ortszeit) in Washington. Die Europäer hatten weitere Hilfen zugesagt, wenn Griechenland die Bedingungen dafür erfüllt.

Ob das Krisenland seine Verpflichtungen beim Schuldenabbau und den Strukturreformen einhalten werde, könne derzeit noch nicht beurteilt werden, sagte Reza Moghadam, Direktor der Europa-Abteilung beim IWF. „Es wird einen Zeitpunkt geben, um das zu prüfen. Aber jetzt ist nicht der Zeitpunkt. Er ist vielleicht Mitte kommenden Jahres.“ Eine derzeit auf Eis liegende Prüfmission werde Ende dieses Monats fortgesetzt.

Kommentare (7)

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Account gelöscht!

11.10.2013, 08:59 Uhr

Ich vermisse auf dieser Agenda die Raubzüge der "Steuervermeider". Von diesen 188 Ländern sind sicher einige dabei die sich mittels "Oasen" durch die Welt schmarotzen.

jkklhjkhjkh

12.10.2013, 14:35 Uhr

Die Deeskalation der Schuldenkriese ist doch nichts weiter als eine Übereinkunft mit allen beteiligten vor allem aber der Verursacher dass alle entstehenden Verbindlichkeiten schon irgendwie gedeckt werden und die verdeckt fließenden Summen in die Schmierung des Getriebes seit geraumer Zeit stabil erhöht wurde und weiter erhöht werden. Wenn dann in ein paar Jahren die Kuh keine Milch mehr gibt muss halt eine andere her und die muss man halt erst dann finden. Aber so funktioniert das System, man ist erst dann pleite wenn man es gesagt bekommt.

koala

12.10.2013, 20:38 Uhr

Diese Weltpolizei aus alten Zeiten des kalten Kriegs soll von der Landkarte verschwinden und vorher den Durchzug anhalten!

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