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02.09.2013

16:44 Uhr

Japans Solarindustrie

Blaue Flecken für deutsche Hersteller

VonMartin Kölling

Der Boom der Solarenergie in Japan wird die Probleme der Branche nicht lösen. Denn deutsche Firmen treffen dort auf starke japanische Wettbewerber. Und es gibt noch ein größeres Problem.

Installation einer Solaranlage: Japan hat Deutschland das Energieeinspeisegesetz nachgemacht. Reuters

Installation einer Solaranlage: Japan hat Deutschland das Energieeinspeisegesetz nachgemacht.

Die jüngste Solarmesse in Japan war ein Schaulaufen von Firmen aus Deutschland und der Welt, die sich einen Namen als Krisenfirmen gemacht haben. Gerade die deutschen Hersteller hoffen, sich am Solarboom in Japan gesundzustoßen. Doch sie könnten sich blaue Flecken holen.

Der Sanierungsfall Solarworld warb um japanische Solarprojekte, noch bevor das Unternehmen seinen radikalen Umbauplan aufgestellt hat. So auch die Pleitiers Q-Cells, nun koreanisch als Hanwha Q-Cells, und Conergy, dessen ausländisches Vertriebsnetz just vom US-Investor Kawa Capital Management übernommen wurde. Und Chinas gestrauchelter Solarriese Suntech Power trat in Japan über seine dortige Landesgesellschaft an.

Der Grund für den Andrang: Japan ist nach der Atomkatastrophe im Jahr 2011 nicht nur vom Atomstaat zum größten Wachstumsmarkt der Solarindustrie mutiert. Die damalige Regierung hat voriges Jahr die deutsche Idee eines Energieeinspeisegesetzes kopiert und mit generösen Abnahmepreisen für Ökostrom garniert.

Wichtiger noch, neue Kunden wie Industriekonzerne, Lokalregierungen oder Bauern sowie die Liberalisierung der regionalen Strommonopole eröffnen neue Chancen für den Einstieg. Zudem sind Japaner bereit, für Qualität aus Deutschland ein wenig mehr zu bezahlen.

Zusammengerechnet schwärmen deutsche Manager daher von Gewinnmargen im Projektgeschäft mit großen kommerziellen Anlagen, die es in Europa noch vor zwei Jahren gab. Conergy oder Solarworld haben schon Projekte laufen. Solarworld sponsert ein Projekt in Fukushima, das Feld- zu Energiebauern umwandeln will.

Kommentare (3)

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Brasil

03.09.2013, 01:42 Uhr

Einfach leaecherlich die deutsche Gesellschaft. Glaubt immer noch die Welt wuerde ihre Produkte brauchen. Vielleicht noch ein paar jahre irgendwelche exotischen maschinen fuer Spezialzwecke, gebaut in homoeopathischen Dosen vom aussterbenden, nein vom ausgepluenderten deutschen Mittelstand, aber sonst doch nichts mehr!
Doch keine Massenware wie Solarpanels! ist einfach laecherlich sich das ueberhaupt vorzustellen! In welcher Welt lebt ihr denn?

Brasilbasher

03.09.2013, 08:24 Uhr

Selten so eine Scheisse gehört! In welcher Welt lebst Du Pfeife denn, wenn DU Dich mit Deinem Tarnnamen Brasil schmückst! Dann wohl in einem Drittweltland was ausser Fussball nix kann!

HofmannM

03.09.2013, 08:48 Uhr

Die Japaner sollten halt nicht jeden Ökologischen Irrsinn von Deutschland kopieren. Das EEG ist und bleibt ein Wohlstandsvernichtungs-Gesetz. Das wird Japan und seine Bevölkerung auch noch schmerzilich spüren. Die sollen in Japan ihre Kernkraftwerke hochfahren und damit haben die Japaner dann die zuverlässigste und billigste Energieerzeugung der Welt!
In Deutschland wird nach der Wahl abschied von der Energiewende genommen und wir kehren wieder zu der Stromerzeugung per Kraftwerk zurück. Das ist ein FAKT!
Das EEG wird so refomiert, dass es zum Schluss nur noch eine Gesetzeshülle ohne Inhalt (Einspeisevorrang, Einspeisevergütung und sonstige Subventionsbestandteile) nicht mehr geben wird für die ach so wirtschaftlichen Erneuerbaren Energien (Windmühlen und Photovoltaik und Biogas)!

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