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06.10.2014

13:37 Uhr

John O'Keefe, May-Britt und Edvard Moser

Medizin-Nobelpreis für „inneres GPS-System“

VonHelmut Steuer

In Stockholm sind die Gewinner des diesjährigen Medizin-Nobelpreises bekanntgegeben worden. Geehrt werden der Hirnforscher John O'Keefe sowie das Forscherehepaar May-Britt und Edvard Moser.

Forschung am Orientierungssinn

Nobelpreis geht an Erforscher des Orientierungssinnes

Forschung am Orientierungssinn: Nobelpreis geht an Erforscher des Orientierungssinnes

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StockholmFür ihre Entdeckung eines „inneren GPS-Systems“ sind in diesem Jahr drei Hirnforscher aus den USA und Norwegen mit dem Medizin-Nobelpreis ausgezeichnet worden. Die eine Hälfte des höchsten wissenschaftlichen Preises geht an den US-Forscher John O’Keefe. Die andere Hälfte teilt sich das norwegische Wissenschaftler-Ehepaar May-Britt und Edvard Moser.

Die Entdeckungen hätten dabei geholfen zu erklären, wie das Gehirn „eine Karte des Raums ums uns herum“ kreiere „und wie wir unseren Weg durch ein komplexes Umfeld navigieren können“, erklärte die Nobelversammlung.

Keefe und die Mosers haben unabhängig voneinander ein Netzwerk von Zellen im Gehirn identifiziert, das uns die Orientierung und Navigation ermöglicht. Durch dieses Netzwerk können wir uns orientieren und wissen, wo wir sind. Es ist auch dafür verantwortlich, dass wir uns bei einem späteren Besuch schneller orientieren können.

„Ich war gerade in einer Sitzung als ich den Anruf aus Stockholm bekam“, freute sich eine völlig überraschte May-Britt Moser. „Da ist soooo fantastisch“, erklärte sie der norwegischen Zeitung VG. Ihr Ehemann befand sich zu diesem Zeitpunkt in einem Flugzeug auf dem Weg nach München. „Das ist ja fantastisch. Ich habe nichts geahnt“, erklärte Edvard Moser nach der Landung in München, als ihm ein Vertreter des Nobel-Komitees die frohe Botschaft überbrachte.

Keefe, der heute am Institut für Kognitive Neurowissenschaften des University College London forscht, hat bereits 1971 die hippocampalen Ortszellen im Hippocampus entdeckt. Dieses Hirnareal ist für die Gedächtnisleistung zuständig. Die „Platz-Zellen“ speichern dort Orte, an denen wir uns befinden und machen die Navigation erst möglich. Bei entsprechenden Tests mit Ratten konnte der Amerikaner die Existenz dieser Zellen nachweisen.

Das Forscher-Ehepaar Moser, das am norwegischen Kavi-Institut tätig ist, entdeckte 2005 im Hippocampus ein System aus Zellen, das ein Koordinatensystem ausmacht. Das System ermöglicht den Angaben des Komitees zufolge Antworten auf simple Fragen wie: „Woher wissen wir, wo wir sind? Wie finden wir den Weg von einem Ort zum nächsten? Und wie können wir diese Information abspeichern, so dass wir beim nächsten Mal sofort wieder den gleichen Weg nehmen?“ Der Orientierungssinn ist die erste abstrakte Denkleistung, deren neuronale Grundlagen entschlüsselt werden konnten – zuvor konnten Forscher lediglich messen, wie Zellen des Gehirns direkte Wahrnehmungen verarbeiten.

Kommentare (5)

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Sergio Puntila

06.10.2014, 12:12 Uhr

Foto: Rattenküssen.

Das ist der Mensch, samt seinen Preisen.

Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

Sergio Puntila

06.10.2014, 12:15 Uhr

Verglichen mit den Laborerfahrungen von Ratten stehen die Menschen mit ihren Nobelpreisen noch vergleichsweise gut da - aber, wer weiß oder will schon wissen wie das wirklich ist...

Sergio Puntila

06.10.2014, 12:20 Uhr

Und auf das "Innere GPS-System": (...)weil es die Menschen nicht weiter bringt, sondern sie in ihrer Regression eines "nach vorne" Gelangens zu belassen sucht.

Pfui Deibel.

Reaktionärer als heutzutage kann man Fortschritt nicht mehr gegen die Menschen wenden wollen(...)

Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

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