Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.07.2013

10:07 Uhr

Kabinettsbeschluss

Verstärkter Kampf gegen Pandemien

VonHeike Anger, Peter Thelen

Die Regierung legt am Mittwoch ein Konzept zur globalen Gesundheitspolitik vor. Im Kampf gegen Pandemien sollen auch Bereiche wie Handel und Ernährung mit einbezogen werden.

Eine Impfdosis gegen Schweinegrippe: Nicht nur der Gesundheitssektor ist gefordert. dpa

Eine Impfdosis gegen Schweinegrippe: Nicht nur der Gesundheitssektor ist gefordert.

BerlinAls sich 2009 die Schweinegrippe als Pandemie ausbreitete und Labors von insgesamt 214 Staaten Infektionsfälle bestätigten, zeigte sich zweierlei: Schnell- und Frühwarnsysteme müssen grenzüberschreitend funktionieren; und im Kampf gegen übertragbare Krankheiten ist nicht nur der Gesundheitssektor gefordert, sondern auch Bereiche wie Handel, Ernährung oder Beschäftigung.

Nun hat Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) erstmals die Aktivitäten aller Ministerien zur globalen Gesundheitspolitik analysieren lassen und gemeinsame Ziele vereinbart. "Neue Technologien und offene Märkte haben die Mobilität von Menschen, Gütern und Dienstleistungen erhöht und damit auch neue Herausforderungen an den Gesundheitsschutz geschaffen", heißt es in dem Konzept mit dem Titel "Globale Gesundheitspolitik gestalten", das dem Handelsblatt vorliegt. Es soll am Mittwoch vom Kabinett beschlossen werden.

Deutschland verspricht darin, Expertise und Finanzmittel bereitzustellen, um die globale Gesundheit zu verbessern. Dabei geht es um den Schutz vor grenzüberschreitenden Gesundheitsgefahren, die Stärkung der Gesundheitssysteme weltweit sowie den Ausbau der Gesundheitsforschung.

Laut Konzept belaufen sich derzeit die jährlichen Ausgaben etwa für bi- und multilaterale Entwicklungszusammenarbeit im Gesundheitssektor auf rund 700 Millionen Euro - dreimal mehr als noch im Jahr 2000.

Beim Schutz vor grenzüberschreitenden Gesundheitsgefahren will sich die Bundesregierung für eine bessere Vernetzung der Meldesysteme einsetzen. Denn Infektionen könnten innerhalb weniger Stunden und Tage durch den internationalen Flug- und Reiseverkehr sowie Handelsbeziehungen nahezu jeden Erdteil erreichen.

Zudem müsse die Abstimmung zwischen den Krisenstäben von Staaten, der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der EU gesichert werden. Auch sei es erforderlich, dass alle betroffenen Politikbereiche noch enger kooperierten. "Dadurch wird das Risiko von Doppelarbeit verringert und die im Krisenfall oft besonders knappen Ressourcen werden bestmöglich eingesetzt", heißt es in dem Konzept.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×