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01.07.2013

11:19 Uhr

Kampf gegen Aids

WHO will HIV-Patienten früher behandeln

Die Weltgesundheitsorganisation WHO erneuert ihre Richtlinie zur Behandlung von HIV-Infizierten: Die Therapie soll demnach künftig früher beginnen. Doch nicht alle Experten sehen den Nutzen dieser Maßnahme.

Weltweit leben mehr als 34 Millionen Menschen mit HIV, 69 Prozent davon in Afrika südlich der Sahara. dpa

Weltweit leben mehr als 34 Millionen Menschen mit HIV, 69 Prozent davon in Afrika südlich der Sahara.

Kuala LumpurDie Weltgesundheitsorganisation WHO hat ihre Richtlinien für die Behandlung von HIV-Patienten geändert. Sie empfiehlt jetzt, deutlich früher mit der Therapie zu beginnen. Damit könnten nach Einschätzung der WHO bis 2025 drei Millionen Todesfälle und 3,5 Millionen Ansteckungen verhindert werden.

Patienten sollen nach den neuen Empfehlungen HIV-Medikamente bereits erhalten, wenn die Zahl der T-Helferzellen unter 500 pro Mikroliter (Millionstel Liter) Blut sinkt. Seit 2010 galt 350 als Richtwert. Die Zahl dieser wichtigen Abwehrzellen zeigt an, wie stark oder geschwächt das Immunsystem ist.

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„Menschen mit HIV früher mit sicheren, bezahlbaren und einfach einzunehmenden Medikamenten zu behandeln, sorgt dafür, dass sie gesünder bleiben“, teilte die WHO mit. Eine geringere Zahl der Aidserreger im Blut vermindere auch die Gefahr, die Viren zu übertragen.

Auch alle mit HIV infizierten Kinder unter fünf, Schwangere, stillende Mütter und Menschen, deren Partner nicht infiziert sind, sollen künftig unabhängig von ihrem Blutbild Medikamente bekommen. Die beste Therapie sei eine einzige Pille mit einer Kombination von Wirkstoffen. „Damit können wir das Ziel einer Aids-freien Generation schneller erreichen“, sagte der Direktor des Kinderhilfswerks Unicef, Anthony Lake.

Nach neuen WHO-Angaben werden weltweit 9,7 Millionen Menschen mit antiretroviraler Therapie (ART) behandelt. Schätzungen zufolge erreichen die Mediziner rund 7 Millionen Infizierte nicht. Nach den neuen Regeln müssten allein in Ländern mit niedrigen bis mittleren Einkommen zusätzlich 9,2 Millionen HIV-Infizierte mit Medikamenten versorgt werden, sagte WHO-Sprecher Glenn Thomas. Insgesamt sind es etwa 26 Millionen Menschen, die nun eine Therapie erhalten müssten.

Kommentare (5)

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RDA

01.07.2013, 11:41 Uhr

Die WHO verschweigt wohlweislich, wie die am stärksten betroffenen Schwellenländer das denn bezahlen sollen. Sollen sie womöglich dem Beispiel Indien folgen und den Patentschutz ignorieren, um günstige Generika herzustellen? Oder sollen sie sich bei Pfizer, Roche & co. verschulden, um die überteuerten Originale zu bezahlen?

www_wahrheiten_org

01.07.2013, 18:00 Uhr

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Account gelöscht!

01.07.2013, 21:19 Uhr


Der Bericht zeigt eine Pillendose mit ca. 15 Pillen zur täglichen Einnahme. Diese Zeit ist aber schon längst vorbei. Moderne hochwirksame Therapien (HAART) mit Kombi-Präparaten kommen mit 1 einzigen Pille pro Tag aus.
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Der frühzeitige Beginn senkt nachweislich die Ansteckungsgefahr und nennt sich daher auch "therapy for prevention". Die Viruslast HIV-Infizierter wird innerhalb kürzester Zeit unter die labortechnische Nachweisgrenze gedrückt. Wo aber (fast) kein Virus mehr vorhanden ist, kann mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht angesteckt werden.
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Natürlich ist der Patient nach wie vor anhand der im Körper befindlichen Antikörper als "HIV-positiver" identifizierbar.

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