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16.01.2014

14:43 Uhr

Kapitalsuche

Biotech hofft auf amerikanische Verhältnisse

VonSiegfried Hofmann, Maike Telgheder

In der Branche ist die Stimmung so gut wie lange nicht. Dabei ist der Kapitalbedarf nach wie vor gewaltig. Während in den USA ein Boom herrscht, konzentriert sich frisches Kapital in Deutschland nur auf wenige Player.

Biotechnologie im Labor: Das Unternehmen Morphosys sucht den Erfolg. dpa

Biotechnologie im Labor: Das Unternehmen Morphosys sucht den Erfolg.

In der deutschen Biotechnologiebranche herrscht verhaltene Zuversicht: Die Kapitalinvestitionen in die Firmen der Branche sind im vergangenen Jahr um ein Fünftel auf 360 Millionen Euro gestiegen. Gleichzeitig wird die aktuelle Geschäftslage so positiv wahrgenommen wie seit vielen Jahren nicht mehr.

Das zeigt eine aktuelle Umfrage, des Verbandes der Biotech-Industrie, Bio Deutschland. Aus der Erhebung geht auch hervor, dass viele Unternehmen zudem auf Maßnahmen der neuen Bundesregierung hoffen, um die Kapitalklemme in der Branche zu lindern. CDU CSU und SPD haben sich nämlich im Koalitionsvertrag verständigt, verschiedene Leitbranchen stärker als bisher zu unterstützen. Dazu gehört auch die Biotechnologie.

Doch die positive Stimmung kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die deutsche Biotechnologie in Sachen Finanzierung immer noch einen großen Nachholbedarf hat. "Die mangelnde finanzielle Förderung innovativer kleinerer und mittlerer Unternehmen in Deutschland bleibt ein großes Problem", bilanziert Peter Heinrich, der Vorstandsvorsitzende von Bio Deutschland.

Während in den USA derzeit geradezu ein Biotech-Boom herrscht, der viele Gewinner kennt, konzentriert sich frisches Kapital in Deutschland zumeist nur auf wenige Player. Diesen Trend beobachtet auch die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young in ihrem jährlichen Biotechreport.

Mehr als 560 eigenständige Biotechunternehmen mit rund 17 400 Mitarbeitern gibt es derzeit in Deutschland. Aber nur sieben haben es im vergangenen Jahr geschafft, einen zweistelligen Millionenbetrag einzusammeln, zeigt die Statistik des Branchenmagazins "Transskript".

Das Gros der Firmen geht leer aus, professionelle Wagniskapitalgeber sind nur selten engagiert. Für Karl Nägler, Partner bei der europäischen Investmentgesellschaft Gimv, liegt das auch an der mangelnden professionellen Betreuung junger Biotechfirmen: Es müsse schon sehr früh jemanden geben, der die Firmen mit Blick auf ein attraktives Profil für einen Pharmapartner aufbaue, sagt er im Gespräch mit dem Handelsblatt.

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