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11.11.2013

06:00 Uhr

Katastrophen

Welcher war der teuerste Versicherungsschaden?

Naturgewalten können zur falschen Zeit am falschen Ort immense Schäden verursachen. Erst vor wenigen Jahren wurden die Versicherer daran erinnert, als sich die bis dato kostspieligste Katastrophe überhaupt ereignete.

Luftaufnahme des überfluteten New Orleans im Jahr 2005: Mehrere Schutzdeiche brachen während des Hurrikans „Katrina“. ap

Luftaufnahme des überfluteten New Orleans im Jahr 2005: Mehrere Schutzdeiche brachen während des Hurrikans „Katrina“.

Hurrikan „Katrina“ aus dem Jahr 2005 kostete die Versicherungsbranche insgesamt 62,2 Milliarden US-Dollar – das ist mehr als die jährliche Wirtschaftsleistung von EU-Mitgliedern wie Kroatien oder Luxemburg. Der Rückversicherer Munich Re hat über das außergewöhnliche Ereignis genau Buch geführt: Das Unwetter traf am 25. August mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 340 Stundenkilometern auf die Küste Floridas, vier Tage später die Küste von New Orleans: Mehrere Schutzdeiche brachen, 80 Prozent der Stadtfläche wurden überschwemmt. 1,5 Millionen mussten evakuiert werden, insgesamt waren 1322 Todesopfer zu beklagen.

Darüber hinaus zerstörte der Sturm mehrere Öl-Plattformen. Den zweitteuersten Versicherungsschaden richtete ein Seebeben vor der japanischen Küste im März 2011 an. Die dadurch entstandene Tsunami-Flutwelle zerstörte weite Teile der japanischen Ostküste, darunter ein an der Küste stehendes Kernkraftwerk. Der Schaden für die größte Nuklearkatastrophe nach Tschernobyl: bis zu 40 Milliarden US-Dollar.

Schadensfälle: Wie versichern sich Rückversicherer?

Schadensfälle

Wie versichern sich Rückversicherer?

Die Konzerne springen meist ab einer bestimmten Schadenhöhe für einen Schaden ein.

Hurrikan „Sandy“ aus dem Jahr 2008 listet Munich Re als drittteuersten Versicherungsschaden seit 1980. Der fast 2000 Kilometer breite Sturm schob eine Flutwelle vor sich her, die weite Teile der US-Ostküste verwüstete. Der versicherte Schaden wird auf rund 30 Milliarden Dollar beziffert.

Kommentare (1)

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Hugo_Bat

11.11.2013, 09:45 Uhr

Leider muss man immer wieder feststellen, dass mit solchen Zahlen viel Schindluder getrieben wird - meist im Vorfeld der jährlichen Welt-Klimakonferenzen.

Zu beachten ist, dass es sich bei den hier von den Versicherern angegebenen Zahlen immer um nominale und nicht-strukturbereinigte Werte handelt.

Berücksichtigt man dies, dann sieht die Sache nämlich anders aus: Der "teuerste" Hurikan war bislang der "Great Miami" von 1926, der in Florida und Alamaba Schäden in Höhe von rund 139 Milliarden US-$ (in Preisen und zu Nutzungsstrukturen von 2005) hervorgerufen hat.
Dagegen kam Katrina nach dieser Rechnung nur auf 81 Mrd. US-$.

Quelle: Pielke, Jr., R.A., Gratz, J., Landsea, C.W., Collins, D., Saunders, M., and Musulin, R., 2008. Normalized Hurricane Damages in the United States: 1900-2005. Natural Hazards Review

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