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13.04.2014

14:34 Uhr

Keine schwarze Magie

Wie Meerwasser sich in Treibstoff verwandelt

Der Meerwasser-Sprit sieht aus und riecht wie normales Dieselöl. US-Wissenschaftler haben im Auftrags des Militärs jahrelang geforscht, wie CO2 und Wasserstoff gleichzeitig aus dem Wasser gezogen können.

Treibstoff aus Meerwasser: Chemikerin Heather Willauer hat fast ein Jahrzehnt an dem Prozess geforscht. Jetzt gelang der Durchbruch. AFP

Treibstoff aus Meerwasser: Chemikerin Heather Willauer hat fast ein Jahrzehnt an dem Prozess geforscht. Jetzt gelang der Durchbruch.

Es klingt wie Zauberei: Meerwasser verwandelt sich in Treibstoff und lässt tonnenschwere Schiffe über die Ozeane kreuzen. Der US-Marine ist dieser Trick nun gelungen - ganz ohne schwarze Magie, sondern mit einem komplexen chemischen Verfahren. Die Entwicklung des flüssigen Brennstoffs aus Kohlenwasserstoffen könnte die Versorgung von Kriegsschiffen revolutionieren und den USA einen wichtigen strategischen Vorteil verschaffen. Von der Serienreife ist der Meerwasser-Sprit aber noch einige Zeit entfernt.

"Das ist für uns ein großer Meilenstein", sagt Vizeadmiral Philip Cullom. Bislang ist die US-Marine auf ihre Flotte von 15 Öltankern angewiesen, um Kriegsschiffe mit Treibstoff zu versorgen. Die Schiffe müssen ihre Missionen oft für mehrere Stunden unterbrechen, um auf hoher See betankt zu werden. Außerdem sind Nachschubrouten eine Achillesferse, die Feinde ins Visier nehmen können. Nur die US-Flugzeugträger und einige Unterseeboote sind vom Öl unabhängig, weil sie mit Atomenergie angetrieben werden.

Was ist aus Ihrer Sicht das größte Argument für die Energiewende?

In den vergangenen sechs Jahrzehnten habe die Marine auf eine unbegrenzte und günstige Versorgung mit Öl gebaut, sagt Cullom. "Wir haben Energie wie Luft behandelt, als etwas, das immer da ist und über das wir uns keine Gedanken machen müssen. Aber die Realität zeigt, dass wir uns sehr wohl darüber Gedanken machen müssen."

In jahrelangen Experimenten haben US-Wissenschaftler im Auftrag des Militärs herausgefunden, wie aus Salzwasser Kohlendioxid und Wasserstoff gewonnen werden können - denn in Meerwasser ist die CO2-Konzentration 140 Mal höher als in der Luft. Mit einem Katalysator werden die beiden Gase dann in flüssigen Treibstoff umgewandelt. Vom herkömmlichen Dieselöl unterscheidet sich das Gemisch kaum. "Wenn man nicht jedes Schiff und jeden Motor neu entwerfen will, dann braucht man einen Ersatztreibstoff, der genauso riecht und aussieht und praktisch Öl-Kraftstoffen gleich ist", sagt Cullom.

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