Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

18.11.2013

10:31 Uhr

Klimaforscher fordern

Weg von der Kohle

Klimaforscher fordern in Warschau eine Abkehr vom Kohlestrom. Alternativen seien verfügbar und bezahlbar, heißt es in der gemeinsamen Erklärung von 29 Forschern. Die Kohlenutzung sei eine Gefahr für die Menschheit.

Ein Braunkohlekraftwerk in Niederaußem. Klimaforscher warnen vor der Kohlenutzung und sehen sie als Gefahr für die Menschheit. dpa

Ein Braunkohlekraftwerk in Niederaußem. Klimaforscher warnen vor der Kohlenutzung und sehen sie als Gefahr für die Menschheit.

Berlin/WarschauDer Trend zur Kohlenutzung führt nach Ansicht renommierter Klimaforscher zu einer Gefahr, „die über alles hinaus geht, was die Menschheit während ihrer gesamten Existenz auf diesem Planeten bisher erlebt hat“. In einer gemeinsamen Erklärung widersprachen die 27 Klima- und Energieexperten aus Deutschland, den USA, Japan, Frankreich, Brasilien und anderen Staaten der Behauptung, dass sich das Klima-Problem mit emissionsarmen Kohleverbrennungstechnologien lösen lasse.

Unter den deutschen Unterzeichnern sind die Professoren Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung und Hans-Joachim Schellnhuber vom Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung.

„Selbst die effizientesten kohlebefeuerten Kraftwerke stoßen etwa 15 mal mehr Kohlendioxid pro Kilowattstunde aus als erneuerbare Energiesysteme und mehr als zwei mal so viel wie effiziente gasbefeuerte Anlagen“, hieß es in der in Warschau veröffentlichten Stellungnahme. In der polnischen Hauptstadt begann am Montag eine internationale Kohlekonferenz. Bereits seit einer Woche tagt ebenfalls in Warschau die UN-Klimakonferenz.

Was ist die größte Baustelle bei der Energiewende?

„Alternativen sind verfügbar und bezahlbar“, heißt es in dem Appell. Die Wissenschaftler differenzieren zwischen der herkömmlichen Kohleverstromung und kohlebefeuerten Kraftwerken, die mit Systemen zum Abscheiden und Speichern von Kohlendioxid (CCS) ausgestattet sind. Nur derartige Kohlekraftwerke könnten niedrigere Emissionswerte als Gaskraftwerke ohne CCS erreichen und „darum als kohlendioxidarme Technologie angesehen werden“. Bei Berücksichtigung „externer Kosten von Gesundheits- und Klimaschäden“ zeige sich aber, dass Strom aus erneuerbaren Quellen billiger als Strom aus fossilen Brennstoffen sei.

Kohle ohne die CCS-Technologie sei „nicht geeignet“, das globale Klimaziel einer Begrenzung der Erderwärmung auf zwei Grad einzuhalten, erklären die Wissenschaftler. Die Abwendung eines „gefährlichen Klimawandels“ könne nur erreicht werden, wenn das Gros der fossilen Brennstoffreserven „unter der Erde“ verbleibe. Die derzeitigen Trends der Kohlenutzung förderten einen Klimawandel mit katastrophalen Folgen, darunter extreme Hitzewellen und ein Ansteigen des Meeresspiegels, das hunderte Millionen Menschen betreffe.

Die European Climate Foundation hat für Montag in Warschau zu einer Pressekonferenz eingeladen, auf der das Anti-Kohle-Statement von 29 Forschern vorgestellt werden soll.

Kommentare (17)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

HofmannM

18.11.2013, 10:44 Uhr

Ein Kraftwerkmixpark aus Kohle, Gas und Uran ist IMMER noch die technisch und wirtschaftlich beste Energieversorung für ein industriebasierendes Wohlstandsland. Wer Kohle und Kernkraft in einen Land verbietet, der will nur eines erreichen....Armut und Mangel für die Bürger dieses Landes!
Im Fall Energiewende/EEG-Deutschland kommt erst der Wohlstandsverlust und danch die Armut und der Mangel!

Klima

18.11.2013, 10:47 Uhr

90% der Zeitgeschichte waren die Pole eisfrei.

Warum verschweigen das die Klimaforscher, dass wir noch immer in einer Eisziet leben, die hoffentlich bald beendet ist?

Warum verschweigen es Medien und Forscher, dass im Moment sich das gesamte Sonnensystem erwärmt und selbst die Saturnringe etwas wegschmelzen?

vandale

18.11.2013, 11:23 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×