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22.11.2013

11:23 Uhr

Klimakonferenz

Warschauer Klimazirkus

VonKlaus Stratmann

Nach dem Gipfel sind die Umweltziele in weite Ferne gerückt, beklagt Klaus Stratmann. Dass das nächste Treffen in zwei Jahren mit einem brauchbaren Ergebnis endet, bezweifeln viele Umweltschützer schon jetzt.

Uno-Generalsekretär Ban Ki-moon während seiner Rede bei der Klimakonferenz in Warschau. dpa

Uno-Generalsekretär Ban Ki-moon während seiner Rede bei der Klimakonferenz in Warschau.

Viele Umweltschützer zogen bereits am Donnerstag die Konsequenzen: Entnervt verließen sie zu Hunderten einen Tag vor dem offiziellen Ende der Warschauer Klimakonferenz das zum Tagungszentrum umgebaute polnische Nationalstadion. Der Gipfel sei zum Klimazirkus verkommen, so die Begründung für den verfrühten Aufbruch. Man muss mit den Nichtregierungsorganisationen nicht in jedem Punkt übereinstimmen, aber ihr Resümee trifft den Kern der Sache.

Der Versuch, die Staatengemeinschaft auf neue verbindliche Ziele zur Reduktion von Treibhausgasemissionen einzuschwören, ist in Warschau gescheitert – grandioser noch als bei den Weltklimakonferenzen in den Jahren zuvor. Die Fliehkräfte sind eher größer als kleiner geworden. Wichtige Player haben die Bühne bereits verlassen oder bereiten ihren Abgang vor. Die Ankündigung Japans, jeden Ehrgeiz bei der Reduktion von Treibhausgasemissionen aufzugeben, belegt das. Teilnehmer berichten, von Verhandlungen habe man in Warschau nicht reden können. Vielmehr hätten die Verhandlungsführer schlicht ihre Positionen vorgetragen. Mehr nicht. Inhaltliche Annäherungen seien nirgends erkennbar.

Die Chancen, dass in Paris 2015 ein Abkommen mit verbindlichen Zielen geschlossen wird, sind deshalb eher gesunken als gestiegen. Statt weiter an diesem unerreichbaren Ziel festzuhalten, sollten die Akteure sich auf das Machbare besinnen. Dabei könnte das Uno-Klimasekretariat eine tragende Rolle spielen: Es könnte – weit mehr als heute – Klimaschutzinitiativen weltweit koordinieren, Finanzierungsinstrumente entwickeln, technische Lösungen aufzeigen; kurzum: zum Inkubator, Motivator, Moderator und Antreiber im Klimaschutz werden, möglichst verlässlich ausgestattet mit erheblichen Mitteln, die die Industriestaaten zur Verfügung stellen müssen. So könnte binnen kurzer Frist der Beweis erbracht werden, dass Klimaschutz eine Keimzelle des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fortschritts sein kann.

Es ist nichts dagegen einzuwenden, wenn sich die Staatengemeinschaft Jahr für Jahr zu Klimaschutzkonferenzen trifft. Doch zu erwarten, die Länder der Erde würden sich selbst ein verbindliches und ambitioniertes Ziel verordnen, ist – leider – naiv.

Kommentare (5)

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Badener

22.11.2013, 12:15 Uhr

Es gibt offenbar immer noch Leute -hauptsächlich in den Medien- die diesen ganzen Schwindel mit dem menschengemachten Klimawandel nach wie vor glauben und mit Leidenschaft verbreiten.
Sie sind Gläubige einer Ersatzreligion, nachdem sie ihre ursprüngliche Religion abgelegt haben.
Hier bestätigt sich der Satz:

Wer nichts mehr glaubt, glaubt alles.

Werner

22.11.2013, 13:26 Uhr

Unsere Kinder werden dereinst nur entsetzt und Kopfschüttelnd die Diskussionen lesen, die wir jetzt führen.

Ökofaschischen, Ersatzreligion, CO2-Lüge, CO2 ist ein unsichtbares Gas... usw. diese Argumente, werden verwendet, obwohl diejenigen die sie verwenden genau wissen, dass sie beschreiben schlicht und einfach falsch sind. Das wissen auch alle Teilnehmer der Konferenz. Interessant wie viele Menschen, sich von Industrielobby-Gruppen beeinflussen lassen und deren "Argumente" kritiklos wiederholen. Das ist wirklich effektive PR-Arbeit, die allerdings auch auf sehr fruchtbaren (oder besser unfruchtbaren) Boden fällt.

Es ist nur ein Scheinargument und Rechtfertigung dafür, einfach so weiter zu machen und sich nicht auch einmal einzuschränken. Mit anderen Worten: Eine Rechtfertigung für den eigenen Egoismus! Und Argumentation wird nicht glaubhafter, weil ganz viele andere gleiches sagen!

Und im übrigen, Sicherheit gibt es bei wissenschaftlichen Prognosen niemals! Es sollte nicht gefragt werden: Was ist, wenn die sich irren? Sondern: Eher, was ist, wenn die recht haben?

Wenn ich weiß, dass ein Flugzeug, was man besteigt, mit 90%iger Sicherheit abstürzt, dann besteigt ein einigermaßen vernünftig denkender Mensch dieses nicht und sagt auch nicht man weiß, es halt nicht genau...

HofmannM

22.11.2013, 13:55 Uhr

Das stimmt Klima-Zirkus!
Dieser ganze CO2-Klimaerwärmungs-Religions-Zirkus gehört schon längst eingestampft!
Die Religion der CO2-Verteufelung, Energiewende gehört schnellst möglich eingestampft, bevor immer mehr Volksschaden angerichtet wird. Greenpeace,WWF und CO. gehören endlich in ihre Schranken gewiesen, wie es Russland ja schon vormacht! EEG,CO-Zerfikate = Wohlstandsvernichtung für Wirtschaft und Bürger gleichermaßen!

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