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03.06.2014

17:21 Uhr

Klimaschutz

Vom Bremser zum Motor

VonSilke Kersting, Klaus Stratmann

US-Präsident Obama weckt mit seinen Klimaplänen Hoffnung in Deutschland. Umweltministerin Barbara Hendricks spricht von einem „entscheidenden Impuls“.

Emissionen eines Kraftwerks: Die USA bringen Bewegung in das Thema. dpa

Emissionen eines Kraftwerks: Die USA bringen Bewegung in das Thema.

BerlinUS-Präsident Barack Obama lässt in Europa Hoffnungen auf eine Wiederbelebung der Klimaschutzdiplomatie keimen. "Es ist erfreulich und ein bedeutender Fortschritt, wenn in den USA jetzt eine ehrgeizige nationale Klimapolitik eingeleitet wird. Das könnte den internationalen Klimaverhandlungen einen neuen und entscheidenden Impuls geben", sagte Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) dem Handelsblatt.

Die Bemühungen der internationalen Staatengemeinschaft, beim Klimaschutz voranzukommen, waren in den vergangenen Jahren immer wieder an der Blockade großer Emittenten wie China oder den USA gescheitert. Doch der US-Präsident bringt nun Bewegung in das Thema. Am Montag kündigte die US-Umweltschutzbehörde EPA drastische Schritte zur Reduktion von Treibhausgasemissionen an: Die Bundesstaaten sollen verpflichtet werden, die Kraftwerksemissionen deutlich zu reduzieren. Vergleichbare Ziele hat es in den USA bislang nicht gegeben.

Was ist im Sinne der Stromversorgung am wichtigsten?

Das Signal der USA könnte die zuletzt festgefahrenen internationalen Verhandlungen beflügeln. Die Zeit drängt: Ende 2015 soll in Paris ein Abkommen mit verbindlichen Reduktionszielen geschlossen werden. In diesem und im nächsten Jahr finden in dichter Folge Vorbereitungstreffen statt.

"Wir stehen jetzt vor der entscheidenden Phase der weltweiten Klimaverhandlungen", sagten Vertreter des Rats für Nachhaltige Entwicklung. Mit dem Vorstoß der USA könnte nun ein richtiger Wettbewerb darum einsetzen, wer der beste und schnellste im Klimaschutz ist und nicht, wer am längsten zögert und blockiert, hieß es. "Ich wünsche mir, dass die EU dabei ganz vorne im Wettbewerb steht, dazu sollten wir rasch die Klimaschutzziele für 2030 verabschieden - und zwar mindestens auf der Basis dessen, was die EU-Kommission vorgeschlagen hat", sagte Ministerin Hendricks.

Die EU-Kommission hatte im Januar vorgeschlagen, den CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2030 um 40 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Dieses Ziel wäre für alle EU-Staaten verpflichtend. Unklar ist jedoch, welche Beiträge die einzelnen Mitgliedstaaten zum Erreichen des Gesamtziels leisten sollen. Der Anteil erneuerbarer Energien am Gesamtenergieverbrauch soll von 2020 bis 2030 auf dann 27 Prozent steigen. Dieses Ziel soll zwar für die gesamte EU gelten, nationale Vorgaben soll es nach dem Willen der Kommission aber nicht geben. Von einem verbindlichen Energieeffizienzziel für die Zeit nach 2020 hat die Kommission abgesehen.

Abgesegnet sind die Vorgaben noch nicht. Die Staats- und Regierungschefs hatten sich bei ihrem Gipfeltreffen im März lediglich darauf einigen können, das von der Kommission vorgeschlagene Szenario als "eine gute Basis" für Gespräche zu bezeichnen. Die Kommission hatte auf ein eindeutiges Votum der Mitgliedstaaten noch in diesem Frühling gehofft, um auch international möglichst früh ein klares Zeichen setzen zu können. Ziel ist es nun, bis zum Ende des Jahres zu einer gemeinsamen Haltung zu kommen. Dabei geht es vor allem darum, jene Staaten mit ins Boot zu holen, deren Volkswirtschaften noch stark von Kohle abhängig sind. Vor allem osteuropäische Staaten wie Polen, Bulgarien und Rumänien sträuben sich gegen klimapolitischen Ehrgeiz.

Kommentare (6)

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03.06.2014, 18:51 Uhr

Die USA ist ein geografisch großes Land. Wenn ein Klimawandel eintritt, wird dies ein großes Land eher zu spüren bekommen als ein kleines Land.
Somit ist auch die Kernaussage des dritten Klimaberichts der Obama-Administration zu verstehen. Darin heißt es, dass der Klimawandel nicht erst in einer fernen Zukunft statt findet, sondern er ist längst Realität und hat weitreichende und z.T. dramatischen Folgen für die USA.

Es ist also nur ein Rechenbeispiel ob das „weiter so“ mit seinen Folgen billiger ist als ein Umdenken. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist das frühzeitige Schaffen von Alternativen wesentlich günstiger als ein späteres hartes Gegensteuern bei gleichzeitigem Bezahlen der eingetretenen Katastrophen.

Momentan hat die USA seinen CO2-Ausstoß durch Fracking-Gas deutlich reduzieren können.
Die Amerikanische Energiebehörde EIA musste aber schon 2012 die Gasvorräte im größten US-Schiefergasvorkommen „Marcellus“ um 66% nach unten korrigieren.
Aktuell wurde von derselben Behörde die durch Fracking gewinnbaren Ölmengen in Kalifornien um „schlappe“ 96 % – nur 600 Millionen Barrel anstatt der bisher erhofften 13.700 Millionen Barrel sollen förderbar sein.
By the way: Deutschland braucht aktuell ca. 870 Millionen Barrel pro Jahr.

Man kann selbstverständlich hoffen, dass bis zum persönlichen Ableben das System noch durchhält.
Die 40% der Amis die nicht an einen Klimawandel glauben, wohnen bestimmt nicht in den betroffenen Gebieten.
Platz ist ja reichlich da.

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03.06.2014, 18:57 Uhr

In den USA ist die Ökoreligion mit ihrer CO2 Klimaweltuntergangskatastrophe weitgehend unpopulär. Im Kongress (Parlament) gibt es eine stabile Mehrheit gegen Gesetze zugunsten des Klimaschwindels.

Präsident Obama regiert mit der EPA (Umweltministerium) an der Legislative vorbei. Man kann hoffen, dass er vom obersten Gericht gestoppt wird.

Präsident Obama und auch die Journalisten zeigen, wie auch bei den Volksabstimmungen in der Schweiz sehr deutlich, dass Demokratie für Linke nur ein Mittel zum Zweck ist wenn dies opportun ist.

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04.06.2014, 07:45 Uhr

"..frühzeitige Schaffen von Alternativen..."

Die Frage ist nur, was denn die Alternativen sind. Windräder sind GRUNDSÄTZLICH ungeeignet, eine echte Wende zu bewerkstelligen. Erst 4% der Energie sind in Deutschland gewendet. Wieviele dieser Windradmonster müssten also in Deutschland und der Welt aufgestellt werden, um eine echte Wende zu schaffen. Und billig ist das auch nicht, die EEG-Umlagen werden bis 2034 sich auf rd. 500 MRD Euro belaufen - wenn der EEG-Wahnsinn in Deutschland sofort gestoppt würde. Und die Steuern auf diese MAssnahmen, die uns doch vor der Klimahölle erretten sollen, beliegen isch im letzten Jahr auf 14,5 MRD Euro. Verbrennen diese Steuern denn in der Klimahölle nicht mit - oder glauben die Politiker denn nicht selbst an ihr eigenes Märchen?

http://www.agora-energiewende.de/service/aktuelle-stromdaten/stromerzeugung-und-verbrauch/?tx_agoragraphs_agoragraphs%5Bcontroller%5D=Graph#scroll_TxAgoraGraph_PowerGeneration_b11cea115e47fb68ce65d77bdc9513360822c53a

Entwicklung der EEG-Kosten, sihe Seite 29, beachten Sie das*

http://www.bdew.de/internet.nsf/id/123176ABDD9ECE5DC1257AA20040E368/$file/131120_BDEW_Strompreisanalyse_November%202013.pdf

Oder sind nicht Atom- und Fusionskraftwerke der Weisheit letzter Schluss?

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