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18.07.2013

15:25 Uhr

Klinische Register

Krebspatienten sollen besser versorgt werden

Durch bundeseinheitliche klinische Krebsregister sollen Krebspatienten in Deutschland eine bessere Therapie erhalten. Die neue Datenerfassung soll auch die Erfassung und Auswertung von Behandlungen beinhalten.

Bessere Therapie für Krebspatienten: Krebsregister sollen Behandlungen erfassen und Ärzte entlasten. dpa

Bessere Therapie für Krebspatienten: Krebsregister sollen Behandlungen erfassen und Ärzte entlasten.

RegensburgDie Versorgung von Krebspatienten in Deutschland soll durch eine einheitliche Datenerfassung verbessert werden. Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP), die Deutsche Krebshilfe und weitere Fachverbände gaben am Donnerstag in Regensburg den offiziellen Startschuss für den Aufbau flächendeckender klinischer Krebsregister. Die Daten der Krebspatienten, angefangen von der Diagnose über die Behandlung bis hin zu Rückfällen, Überleben und Tod, werden künftig bundesweit nach einheitlichen Kriterien erhoben. Dadurch erhoffen sich die Experten bessere Erkenntnisse für die Therapie.

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) betonte, damit sei der Weg frei "für eine bessere onkologische Versorgung in Deutschland". Der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe, Gerd Nettekoven, sprach von einem längst überfälligen Schritt. Die Register seien "ein großer Gewinn für krebskranke Menschen". Nach Angaben von Wolff Schmiegel, Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG), übernehmen die Krebsregister die Erfassung und Auswertung von Behandlungen. Dies entlastete die behandelnden Ärzte deutlich.

Der Aufbau der bundesweiten klinischen Krebsregister ist im sogenannten Krebsfrüherkennungs- und registergesetz (KFRG) geregelt, das im April in Kraft trat. Sie sind ein Baustein des Nationalen Krebsplans, den das Bundesgesundheitsministerium bereits 2008 mit der Krebshilfe und anderen Fachverbänden erarbeitet hatte.

Zwar gibt es in einigen Bundesländern wie Bayern, Brandenburg und Sachsen bereits klinische Krebsregister. Sie sind aber unterschiedlich strukturiert, was die Datenerhebung schwierig macht. Künftig sollen für alle einheitliche Vorgaben gelten. Dadurch sollen unter anderem Qualitätsunterschiede zwischen den einzelnen Behandlungszentren deutlich gemacht und die besten Therapien herausgefiltert werden.

Die Einführung der klinischen Krebsregister kostet insgesamt rund acht Millionen Euro. Den größten Teil davon trägt mit 7,2 Millionen Euro die Deutsche Krebshilfe. Der Rest kommt von den Ländern.

Krebs ist in Deutschland nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen die zweithäufigste Todesursache. Jedes Jahr sterben nach den aktuellsten Zahlen des Statistischen Bundesamtes etwa 220.000 Menschen daran. Fast eine halbe Million Menschen erkrankt laut Deutscher Krebshilfe jährlich neu an Krebs.

Von

afp

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