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27.11.2013

09:01 Uhr

Koalitionsvertrag

Ökostromanteil soll auf bis zu 60 Prozent steigen

Union und SPD haben sich in der Nacht zum Mittwoch auf einen Koalitionsvertrag geeinigt. In der wichtigen Frage des Ausbauziels für erneuerbare Energien konnten die Sozialdemokraten ihre Vorstellungen nicht durchsetzen.

Windrad bei Hannover: Die SPD wollte ein höheres Ziel für den Anteil erneuerbarer Energien durchsetzen. dpa

Windrad bei Hannover: Die SPD wollte ein höheres Ziel für den Anteil erneuerbarer Energien durchsetzen.

BerlinDer Anteil erneuerbarer Energien an der Erzeugung soll bis 2025 auf bis zu 45 Prozent steigen. Es werde ein gesetzlich festgelegter Korridor von 40 bis 45 Prozent festgelegt, heißt es im Koalitionsvertrag von Union und SPD, der in der Nacht zum Mittwoch ausgehandelt wurde.

Für 2035 wird ein Korridor von 55 bis 60 Prozent angepeilt. Diese bis zuletzt zwischen Union und SPD umstrittenen Zahlen liegen deutlich näher an den Unionsvorstellungen. Die SPD war mit der Forderung von 75 Prozent bis 2030 in die Gespräche gegangen.

Derzeit beträgt der Ökostrom-Anteil knapp 25 Prozent. Bisheriges Regierungsziel bis 2020 sind mindestens 35 Prozent.

Nicht durchsetzen konnten sich die Sozialdemokraten auch mit der Forderung nach Hilfen für bestehende Gas- oder Kohlekraftwerke. Im Vertrag ist lediglich von einem mittelfristigen Kapazitätsmechanismus die Rede, der unter anderem unter dem Gesichtspunkt der Kosteneffizienz zu entwickeln sei.

Von

rtr

Kommentare (31)

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Account gelöscht!

27.11.2013, 09:56 Uhr

Bei der Sinnhaftigkeit der deutschen Enbergiepolitik gibt es sehr viel Potential nach oben:

1) Bei allen politischen Zielen der Koalition (z.B. Rente) ist man sich bewusst, dass Maßnahmen auch etwas kosten. Nur bei den Erneuerbaren Energien blendet man das aus. Es wird immer nur schwammig von Bezahlbarkeit geredet. Warum gibt man nicht auch hier ein klares Budget vor?

2) 60% 2035. Und wie soll dieser Mix aussehen? Gibt es auch ein Konzept für die restlichen 40% ?? Dreckige Kohle? Unbeliebte Kernkraft? Teures und halbdreckiges Gas?

3) 60% Erneuerbare Energien sind wahrscheinlich unbezahlbar, aber bei dem hohen Prozentsatz müssen außerdem Stromspeicher installiert werden. Und die sind garantiert unbezahlbar. (Es sei denn es gibt ein technologisches Wunder.)

Wenn man ein Konzept hätte, würde man merken, dass man damit gegen die Wand fährt. Wenn man aber nur Nebel verbreitet ("Wir streben 55-60% an"), sieht man den Abgrund nicht.


Account gelöscht!

27.11.2013, 10:02 Uhr

Der Wahnsinn geht ungebremst weiter. Die Strompreise werden weiter durch die Decke gehen. Energieintensive Arbeitsplätze werden nur noch im Ausland entstehen und im Inland Schritt für Schritt verschwinden.

Wenn die FDP auf ihrem Parteitag im Dezember der energiepolitischen Linie ihres sächsischen Landesverbandes folgte und wenn die AfD im Januar auf ihrem Parteitag die Ansätze zur Vernunft, die sich in ihren bisherigen Positionierungen zum Thema finden, konsequent festschreiben und ausbauen würde, gäbe es in Deutschland wieder Stimmen des Realititässinns und der Vernunft. Das wären Hoffnungszeichen.

Von der großen Koalition dagegen ist in der Energiepolitik offenbar nichts Vernünftiges, Realistisches und Sinnvolles zu erwarten, sondern nur Kostentreiberei und Unfug. Sie fährt die deutsche Volkswirtschaft konsequent gegen die Wand.

vandale

27.11.2013, 10:02 Uhr

2014 kostet die Stromerzeugung mittels "Erneuerbarer" Energien die Deutsche Gesellschaft knapp 32 - 35 Mrd. €, EEG Umlage, Netzausbau, subventionierte KfW Darlehen, EKF Fonds.
Die Kosten für CO2 Zertifikate, der Unterstützung von Entwicklungsländern beim "Klimawandel, privates Sponsoring ist nicht inkludiert.
Eine weitere Erhöhung des Anteils „Erneuerbarer Energien“ wird die Kosten mehr, oder minder linear ansteigen lassen. Die Vergütung der Bereitstellung von Kraftwerkskapazitäten aus modernen Grosskraftwerken kann weitere 10 Mrd. €/Jahr addieren.
Bislang wurde seitens der Politiker lediglich darüber gesprochen auf wen die Kosten abgewälzt werden sollen. Allerdings lassen sich Kosten in dieser Grössenordnung kaum mehr so intransparent gestalten als dass diese nicht mehr sichtbar sind.
Ich vermute, dass die „Energiewende“ in 3 -4 Jahren in ein ziemlich übles Desaster münden wird.
Vandale

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