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23.07.2013

09:58 Uhr

Kommentar

Eine Branche wird erwachsen

VonGeorg Weishaupt

Neue Investoren verändern die deutsche Solarbranche radikal. Das Beispiel Conergy spricht Bände. Der US-Finanzinvestor Kawa Capital, übernimmt von dem insolventen Unternehmen fast alles – aber nicht die Fabrik.

Solarpark von Conergy: Die Fertigung von Modulen in Deutschland wird schwieriger. dpa

Solarpark von Conergy: Die Fertigung von Modulen in Deutschland wird schwieriger.

Große Erleichterung bei Conergy in Hamburg: Beim Solarunternehmen steigt der US-Finanzinvestor Kawa Capital Management ein. Doch der ist äußerst wählerisch. Er übernimmt von der insolventen Conergy nur Vertriebs-, Service-, Managementgesellschaften und die Marke. Von der deutschen Fabrik für die Module hingegen wollen die Amerikaner nichts wissen.

Kawa bricht mit einer Tradition in der notleidenden deutschen Solarindustrie: Bisher haben die Retter in ähnlichen Fällen immer ein Paket übernommen, zu dem zumindest auch Teile der Produktion gehörten. Doch Kawa will sich mit der preisumkämpften, solaren Hardware nicht belasten. Sie wollen nur die Software: die Erfahrung und das Personal, das Sonnenenergieparks plant, baut und betreibt.

Georg Weishaupt ist Handelsblatt-Redakteur. Pablo Castagnola

Georg Weishaupt ist Handelsblatt-Redakteur.

Der Einstieg von Kawa markiert einen neuen Zeitabschnitt in der Solarindustrie. Bislang waren größere Finanzinvestoren daran interessiert, leistungsstarke Solarparks zu kaufen und als langfristig sicheres Renditeobjekt zu nutzen. Die Planung, den Bau und den Betrieb der Anlagen überließen sie dabei meistens anderen, den Profis aus der Projektierer-Branche.

Kawa aber nimmt das nun in die eigenen Hände. Damit greift der Investor etablierte deutsche Projektentwickler wie IBC Solar, Belectric oder Phoenix Solar an. Denn die Amerikaner verfügen über die Finanzkraft, um große Solarparks auf dem Weltmarkt zu stemmen und treten so in Konkurrenz zu den etablierten deutschen Mittelständlern.

Die jüngste Übernahme zeigt aber auch, wie schwer es wird, in Deutschland weiterhin Solarmodule und deren Vorprodukte zu fertigen. Conergy musste es in den vergangenen Jahren schon aufgeben, die Vorprodukte Wafer und Zelle selbst herzustellen. Heute verfügt das Unternehmen zwar noch über eine Fertigungskapazität für Module von 280 Megawatt. Das ist aber wenig im Vergleich mit chinesischen Konkurrenten wie Yingli und Trina. Die produzieren für den Weltmarkt im Gigawatt-Maßstab.

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

23.07.2013, 10:34 Uhr

Die Solarsubventionen müssen endlich gestoppt werden.

1)Wir verschenken den Strom bei guten Wind- oder Sonnenwetter an unsere Nachbarländer, wobei der deutsche Stromverbraucher dies teuer bezahlen muss.
2)Ein anderer Teil der deutschen Subventionen geht vorwiegend an die chinesischen Solar-Modul-Produzenten.
3) Und ein weiterer Teil geht nun an amerikanische und koreanische Investoren.

Ist nicht verwunderlich, dass jemand das Geld aufhebt, dass wir aus dem Fenster schmeißen.

elnino

23.07.2013, 11:11 Uhr

Im Wesentlichen hat Riesener recht.
Schwarz /Gelb ist nicht in der Lage und Rot/Rot / Grün nicht willens, weil ideologisch verbohrt, den Menschen im Land diese einfachen Zusammenhänge nahe zu bringen. "Ein Altmeier" für dieses lebenswichtige Thema ist nicht genug. Die SPD ihrerseits prostituiert sich den Günen aus Gründen des Machterhaltes in den Ländern, oder Machtgewinns in Berlin. Die SPD in RLP z.B. macht jeden Morgen den Kotau vor dem grünen,kleineren Koalitionspartner. Aber die Wähler, zuminest in RLP und NRW goutieren solch eine Politik mit deutlichen Mehrheiten für eine solche Politik. So geht Deutschland vor die Hunde und wir, die Wähler, er erkenen das auch noch!

Account gelöscht!

23.07.2013, 12:31 Uhr

@Riesener
Ein anderer Teil der deutschen Subventionen geht vorwiegend an die chinesischen Solar-Modul-Produzenten

Soweit ich informiert bin, kann man den reinen Kauf gar nicht so absetzen wie Sie suggerieren. Wenn man dagegen sein Investition arbeiten sprich Strom erzeugen läßt, dann kann man das Produkt also den Strom verkaufen.

Es ist bekannt, dass bei z.B. einem VW 85 % der Teile aus dem Ausland kommen. Nach Ihre Interpretation können z.B. Taxis und andere gewerblich genutzte Geräte nur noch zu 85 % abgesetzt werden.
Gönnen Sie sich mal ein 1/4 Stunde Pause und schauen Sie mal auf die Produktionschilder Ihres Computers, Drucker, Bildschirm, Handy,.... und dann streichen Sie alles aus der steuerlichen Absetzbarkeit was nicht made in Germany ist.

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