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13.11.2013

09:41 Uhr

Konferenz in Erfurt

Umweltminister diskutieren den richtigen Energiemix

Die Energiewende muss dringend überarbeitet werden, fordert Thüringens Umweltminister Reinholz. Über das „Wie“ gibt es allerdings heftige Diskussionen. Auf der Umweltministerkonferenz in Erfurt geht es von Mittwoch an auch um die EEG-Umlage.

Windräder in Kohle-Loren: In Erfurt wird auch über die EEG-Umlage diskutiert. dpa

Windräder in Kohle-Loren: In Erfurt wird auch über die EEG-Umlage diskutiert.

ErfurtThüringens Umweltminister Jürgen Reinholz (CDU) sieht zu einer Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) keine Alternative. „Wir sind uns im Klaren darüber, dass es so nicht weitergeht“, sagte Reinholz kurz vor Beginn der Umweltministerkonferenz an diesem Mittwoch in Erfurt. Über das „Wie“ einer Reform der Energiewende sei man sich allerdings noch nicht einig.

Den noch zu bauenden Stromleitungen müsse nun Vorrang vor der Produktion von Strom aus Solar- oder Windenergie gegeben werden, betonte Reinholz und fügte hinzu: „Das ist sonst wie beim Bäcker, wenn sie fünf Euro zahlen und ohne Brötchen wieder rausgehen würden.“ So werde Strom etwa in Windkraftanlagen vor allem offshore in Norddeutschland produziert und müsse nach Süddeutschland gebracht werden. „Das geht nicht mit Tüten, im Eimer oder im Laster“, sagte der Minister. Bislang gebe es die nötigen Stromleitungen dafür aber nicht.

Die EEG-Umlage sei als Anschubfinanzierung konzipiert worden. „Wenn man merkt, dass es in die falsche Richtung läuft“, müsse eben eingegriffen werden. Wichtig sei dabei der Bestandsschutz für bestehende Anlagen. Demnach müssen für bisher angeschlossene Wind- und Solaranlagen weiter über 20 Jahre feste Vergütungen für den Strom gezahlt werden.

Auch forderte Reinholz, die „finanzielle Last der EEG-Umlage auf mehr Schultern“ zu verteilen. Ausnahmen dürften nur für energieintensive Unternehmen im internationalen Wettbewerb gelten.

Insgesamt habe Deutschland kein geeignetes Konzept zu den Energieträgern. „Uns fehlt der richtige Energiemix“, sagte er. Die erneuerbaren Energien Sonne und Wind führten zu einer großen Spitzenerzeugung von Strom. Bislang seien Pumpspeicherwerke die einzige Möglichkeit, um die Energie zu speichern.

Union und SPD hatten sich am Samstag bei den Koalitionsverhandlungen weitgehend auf ein Reformpaket für eine kostengünstigere Gestaltung der Energiewende geeinigt. Bei neuen Windkraftanlagen soll demnach gekürzt werden, Boni sollen gestrichen und statt hoher Vergütungen nur noch geringe Aufschläge auf den am Markt erzielten Preis gezahlt werden.

Die Umweltministerkonferenz beginnt offiziell erst am Donnerstagmittag und endet am Freitag. Zuvor treffen sich aber bereits am Mittwoch die sogenannten Amtschefs, zumeist Staatssekretäre in den Ministerien, um strittige Fragen vorzubesprechen. Neben der EEG-Umlage wollen die Minister unter anderem auch über den Lärmschutz an Bahnstrecken diskutieren.

Von

dpa

Kommentare (3)

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vandale

13.11.2013, 10:02 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

bitschleuder

13.11.2013, 21:11 Uhr

Die "Energiewende" war ein Irrweg, ist gescheitert und existiert in D dank der Politiker und dem unqualifizierten Stimmvieh als Untoter weiter.
Eine Energiewende konnte nur ausgerufen werden, weil die Mehrheit in diesem Land ihr Schicksal lieber in die Hände eines Führers legt, als es selbst in die Hand zu nehmen. Noch nicht einmal die Seriosität der Führer wird hinterfragt, geschweige denn überprüft. Das unüberhörbare Gemeckere scheint zwar etwas anderes zu suggerieren, wer jedoch tiefer blickt, wird mir zustimmen müssen.
D hat zwar eine Demokratie auf dem Papier, es wird aber defakto Diktatur praktiziert. Diktaturen haben den Vorteil, rücksichtlos gesellschaftliche und wirtschaftliche Veränderungsprozesse umzusetzen. Wenn die Führung aber Fehler macht, und nicht die Größe besitzt, diese zuzugeben und zu korrigieren, dann reist sie nicht selten das ganze Land in den Abgrund. Die "Energiewende" in D ist ein weiterer Beweis für diese Theorie.
Aus technischer Sicht musste die "Energiewende" scheitern, da keine Speichertechnologie zum Zeitpunkt der Verkündung verfügbar war, und die Produktion von Ökostrom noch weit entfernt von einem wirtschaftlichen Regime ist.
Die "Energiewende" wird im Industrieland D keinen Stein auf dem anderen lassen. Ökologisch ist sie ein Desaster (siehe höhere CO2 Emissionen, Landschaftszerstörung etc.). Schlimmer noch werden die Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft. Allein der Niedergang der großen Energieversorger und Stadtwerke wird viele "warmen Plätzchen" in den Verwaltungen den Garaus machen...

SteuerKlasseEins

14.11.2013, 13:05 Uhr

Die Entscheidung was der richtige Strom-"Mix" ist, sollte man besser dem Markt überlassen. Es ist auch nicht in Stein gemeißelt, daß es überhaupt ein "Mix" sein muß. Frankreich ist jahrzehntelang sehr gut mit 80% Atomkraft (und der Rest Wasserkraft, wenig fossile Kraftwerke) gefahren, und hat dank billigem (Heiz-)Strom unzählige Milliarden der Öl-/Gasindustrie vorenthalten. Deutschland hat das mit seiner anti-atomaren EnErGiewende seit 2000 trotz aller Kosten nicht geschafft - es wird in D. mehr Erdgas Heizöl, Diesel, Benzin verbrannt denn je, und alles davon sind Importe die bezahlt werden müssen.

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