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22.07.2014

09:39 Uhr

Krankenhaus-Studie

Folie schützt vor gefährlichen Infektionen

Die Zahl der Wundinfektionen nimmt stark zu –mit schwerwiegenden Folgen für die Patienten. Der Einsatz einer bakterienundurchlässigen Folie bei Operationen kann helfen, so eine Studie.

Gefahr Wundinfektionen: Eine bakterienabhaltende Folie wurde mit Erfolg bei Operationen getestet. dpa

Gefahr Wundinfektionen: Eine bakterienabhaltende Folie wurde mit Erfolg bei Operationen getestet.

MünchenEine simple Folie kann Patienten bei einer Operation vor einer gefährlichen Krankenhausinfektion schützen. Das zeigt eine am Freitag veröffentlichte Studie am Klinikum rechts der Isar der TU München.

Wundinfektionen treten nach einer Operation demnach deutlich seltener auf, wenn die Wundränder während des Eingriffs mit einer bakterienundurchlässigen Folie geschützt werden. So können die Keime erst gar nicht in die Wunde eindringen. Die Idee zeige vor allem bei Eingriffen an Dick- und Mastdarm Wirkung, weil dort besonders viele Bakterien zu finden sind, erklärte das Klinikum.

Laut der Studie traten bei der Gruppe der Patienten, bei denen die Bauchfolie angewendet wurde, 35 Prozent weniger Wundinfektionen auf als bei der Kontrollgruppe, die die standardmäßige Abdeckung mit Bauchtüchern erhielt.

Krankenhausinfektionen, sogenannte nosokomiale Infektionen, nehmen stark zu. Vor allem in der Chirurgie kommt es nach Operationen immer wieder zu Wundinfektionen. Sie stellen mit jährlich 60.000 bis 200.000 Fällen in Deutschland die häufigste Komplikation nach Operationen dar und haben oft schwerwiegende Folgen für die Patienten; geschätzte 7500 bis 15.000 Menschen sterben jährlich an den Folgen der Infektion. Vor allem bei bauchchirurgischen Eingriffen ist die Infektionsrate hoch, da es im Darm viele Bakterien gibt, die während der OP zu einer Verseuchung des Operationsbereiches und in der Folge zu Wundinfektionen führen können.

Die Experten des Klinikums wiesen darauf hin, dass die Idee der Wundrandabdeckung mit der Folie zwar nicht neu sei, aber bisher nicht ausreichend untersucht wurde. Bisher hätten belastbare Zahlen gefehlt. In die Studie wurden nun mehr als 600 Patienten in 15 Kliniken einbezogen. Die Ergebnisse werden in der Fachzeitschrift "Annals of Surgery" veröffentlicht.

Von

afp

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