Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

23.09.2014

11:50 Uhr

Kursschwenk der Rockefeller-Erben

Erneuerbare Energien statt Öl

Es ist ein Kursschwenk mit Symbolik: Mit seiner Firma Standard Oil war John D. Rockefeller im 19. Jahrhundert zum reichsten Mann der Welt geworden. Nun ziehen seine Erben ihr Geld aus der Öl-Branche ab.

Rockefeller Center in New York: Die Erben der Dynastie wollen sich aus dem Erdöl-Geschäft zurückziehen. dpa

Rockefeller Center in New York: Die Erben der Dynastie wollen sich aus dem Erdöl-Geschäft zurückziehen.

Einst machte die Rockefeller-Dynastie ihr Vermögen im Ölgeschäft, nun wollen die Erben ihre Investitionen in fossile Brennstoffe deutlich zurückfahren. Vor dem UN-Klimagipfel in New York kündigte die 860 Millionen Dollar (670 Millionen Euro) schwere Stiftung Rockefeller Brothers Fund am Montag an, sich bis Ende des Jahres fast vollständig aus dem Kohlegeschäft und der Ölgewinnung aus Teersand zu verabschieden. Auch die Kapitalanlagen in andere fossile Energieträger sollen in den kommenden Jahren reduziert werden.

Die in New York ansässige Stiftung verpflichtete sich, künftig verstärkt in erneuerbare Energien zu investieren. Damit schloss sich der Rockefeller Brothers Fund einer Allianz von über 800 Stiftungen, Investmentfonds und öffentlichen Einrichtungen an, die mehr als 50 Milliarden Dollar aus dem Geschäft mit fossilen Brennstoffen abziehen wollen. John D. Rockefeller war im 19. Jahrhundert mit seiner Firma Standard Oil zum reichsten Mann der Welt aufgestiegen.

Staats- und Regierungschefs aus mehr als 120 Ländern kommen am Dienstag auf Einladung von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zu einem Klimagipfel in New York zusammen. Auch Vertreter aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft sind zu dem Treffen eingeladen, das den Bemühungen um ein globales Klimaschutzabkommen für die Zeit nach dem Auslaufen des Kyoto-Protokolls im Jahr 2020 neuen Schub verleihen soll. Der Gipfel im Vorfeld der am Mittwoch beginnenden jährlichen UN-Generaldebatte ist aber nicht Teil der formalen Verhandlungen unter der UN-Klimarahmenkonvention.

"Der Klimawandel ist die entscheidende Frage unserer Zeit", sagte Ban bei einer Konferenz mit Wirtschaftsführern am Montag. Der Sondergipfel umfasst eine Reihe von Arbeitssitzungen. Bürgermeister von globalen Metropolen sollen sich beispielsweise austauschen, wie der Ausstoß von CO2 in städtischen Räumen vermindert werden kann. Andere Schwerpunkte sind die Auswirkungen des Klimawandels auf die Landwirtschaft und der Ausbau erneuerbarer Energien. Weiterhin sollen Ziele für den Schutz der Wälder vor Abholzung und die Aufforstung formuliert werden.

Großdemonstration in New York

Die UNO erwartet von ihren Mitgliedsstaaten darüber hinaus konkrete Pläne, wie sie zur angestrebten Begrenzung der Erderwärmung auf zwei Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter beizutragen gedenken. An dem Gipfel nehmen unter anderem US-Präsident Barack Obama, Frankreichs Staatschef François Hollande und der britische Premierminister David Cameron teil. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bleibt dem Treffen dagegen fern: Stattdessen wird Deutschland von Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) und Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) vertreten.

An der New Yorker Wall Street warfen Demonstranten den Finanzmärkten am Montag eine Mitverantwortung für den Klimawandel vor. An dem Protestmarsch im Börsenviertel der US-Metropole beteiligten sich nach Angaben der Organisatoren rund 3000 Menschen. "Stoppt Kohle, Gas und Öl", stand auf einem Plakat.

Die Umweltschützer von der Gruppe Flood Wall Street (Überschwemmt die Wall Street) prangerten als Ursache für die Erderwärmung ein Wirtschaftssystem an, "das auf der Ausbeutung von Gemeinschaften, Arbeitern und Rohstoffen basiert". Am Sonntag waren bereits mehr als 300.000 Menschen bei einer Demonstration für den Klimaschutz durch die Straßen von New York gezogen.

Von

afp

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Andreas Glöckner

23.09.2014, 12:05 Uhr

Bislang habe ich nur geahnt, dass die Eliten in den USA wissen, wo das Problem liegt. Jetzt kann ich das sogar erkennen.

Es war klar, dass eine ökologische Wende mit einem "man to the moon" Projekt mit einem wesentlich schwierigerem Entwicklungsprozess Zeit braucht. Nun scheinen die Segel gesetzt und der Kurs bestimmt zu sein.

Die USA werden "Grün".

Frau Annette Bollmohr

23.09.2014, 14:08 Uhr

Hoffentlich. Wird auch Zeit.

Ist schlicht eine Frage des Überlebens (gerade auch wirtschaftlichen), nicht etwa eine des "freiwilligen Gutmenschentums".

Herr Peter Aue

23.09.2014, 19:58 Uhr

Offensichtlich hat es sich zu Ihnen noch nicht herumgesprochen, daß die Erde KEINE Scheibe ist, also nicht unbegrenzt, sondern ein begrenzter Planet.

Erklären Sie mir doch bitte, wie ein Wirtschaftssystem, welches auf einem Finanzsystem fußt, welches seinerseits auf Schuldgeld samt exponentiellem Verschuldungszwang durch den Zinseszins basiert, jemals nachhaltig sein könnte!

Nur weil ein paar dumme Schauspieler die Staffage für ein Schmierentheater des 1% und ihrer geplanten Weltregierung abgeben?

Dieses Regime ist so "nachhaltig", daß es nur einmal nicht zu WACHSEN braucht, und schon ist das Ende nah - wie bei jedem Pyramidensystem. Die mathematisch begründet, aus gutem Grund illegal sind.

Bei legalisierten Weltgeldbetrug werden dann gleich Verschrottungsprämien für gute Autos bezahlt, nur damit das Wachstum wieder in Gang kommt und wenige Jahre später schon, hat das Stimmvieh alles vergessen, wenn das 1% wieder Propaganda für die Weltregierung macht.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×