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28.02.2014

06:00 Uhr

Lachen

Warum sind wir kitzelig?

Lachen ist eigentlich Zeichen der Freude. Doch eine richtige Kitzelattacke kann zur Qual werden. Selbst kitzeln können wir uns nicht – die Gründe dafür liefert die Vorzeit.

Lachen ist ansteckend: An den Seiten sind wir besonders kitzelig.

Lachen ist ansteckend: An den Seiten sind wir besonders kitzelig.

Das Aufkreischen und Krümmen vor Lachen, wenn man an besonders empfindlichen Stellen gekitzelt wird, ist ein Reflex aus der Vorzeit. Besonders reizbare Punkte sind die Taille oder der Bauch, denn dort liegen wichtige Organe. Das Gehirn signalisiert „Gefahr“, wenn man dort berührt wird – aber auch die Füße sind empfindlich, denn die braucht man zum Weglaufen. Gibt das Gehirn nach dem ersten Schock eine Entwarnung, brechen wir in Gelächter aus.

Die Wissenschaft deutet diese Reaktion als Zeichen sich auflösender Anspannung. Das erklärt auch, warum wir uns selbst nicht kitzeln können: Nähern wir die eigene Hand mit entsprechender Absicht einer empfindlichen Stelle, weiß unser Gefühls- und Denkorgan bereits vorher, was gleich kommt und identifiziert die Berührung als ungefährlich.

Forscher unterscheiden schon seit dem 19. Jahrhundert zwei Formen des Kitzeln: Knismesis und Gargalesis. Knismesis ist ein sanftes Kitzeln, wenn einem zum Beispiel eine Fliege über die Haut krabbelt oder eine Feder darüber streicht. Zum Lachen bringt einen das überhaupt nicht. Gargalesis hingegen ist eine beinahe schmerzhafte Kitzelattacke.

In der Antike nutzten die Römer Kitzeln als Foltermethode: Im frühneuzeitlichen Dreißigjährigen Krieg wurden angeblich manche Opfer gezwungen, die Füße in Salz zu tauchen, das anschließend von Ziegen abgeleckt wurde. Dass sich dabei Menschen zu Tode gelacht haben, ist aber vermutlich nur eine Legende – kein einziger Fall ist überliefert.

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