Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

02.12.2013

11:35 Uhr

Lichttherapie

Mit LEDs die Stimmung heben

VonAndreas Schulte

Die richtige Beleuchtung kann die Konzentration verbessern, Depressionen lindern oder beim Einschlafen helfen. Biologisch oder psychologisch wirksame Lichtsysteme sollen das ermöglichen – dank einer App und LED-Technik.

Lampen, deren Licht zum Wohlbefinden beiträgt, sind ein Wachstumsmarkt. ap

Lampen, deren Licht zum Wohlbefinden beiträgt, sind ein Wachstumsmarkt.

KölnEigentlich hilft der Onlinedienst IFTTT (If This Then That) dabei, Abläufe im Internet zu automatisieren – etwa indem Facebook-Fotos automatisch in der Dropbox abgelegt werden. Doch neuerdings steuert IFTTT auch Lampen: Diese können sich beispielsweise blau färben, wenn der Onlinewetterdienst Regen meldet.

Möglich macht das eine Kooperation mit dem Elektronikkonzern Philips, der vor einem Jahr Lampen mit Funk- und Internetanbindung auf den Markt gebracht hat. Per Smartphone-App lassen sie sich für jeden Anlass programmieren – dank LED-Technik können 16 Millionen Farbnuancen dargestellt werden. Dabei geht es nicht allein um Spielereien, sondern auch um das Wohlbefinden: So sollen Tageslichtsimulationen in der dunklen Jahreszeit depressiven Verstimmungen vorbeugen. Und Morgenmuffel können sich von langsam heller werdendem Licht wecken lassen.

Solche gesundheitsbezogenen Anwendungen sind laut Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) ein Wachstumsmarkt. In einer Studie mit der Beratung A.T. Kearney schätzt der Verband, dass biologisch oder psychologisch wirksame Lichtsysteme im Jahr 2020 sieben Prozent des allgemeinen europäischen Beleuchtungsmarkts ausmachen. Das entspräche einem Umsatz von 1,5 Milliarden Euro. Selbst 2,3 Milliarden Euro sind möglich. „Unternehmen beginnen allmählich, die Werbetrommel für die neue Technik zu rühren“, sagt Volker Lindenau, Branchenexperte bei A.T. Kearney.

Auch beim Leuchtmittelhersteller Osram räumt man der Technik eine große Zukunft ein. „Wir haben biologisch wirksames Licht als wichtiges Geschäftsfeld erkannt“, sagt Technikvorstand Peter Laier. Bereits auf dem Markt verfügbar seien Systeme, die Bewohner am Morgen mit konzentrationsförderndem Licht wecken. Gegen Abend unterstützt Licht mit höherem Rotanteil das Einschlafen.

Für Unternehmen wie Osram sind solche Systeme attraktiv: Die Nachfrage der Verbraucher hänge in diesem Segment nicht so stark von der Preisentwicklung der LEDs ab, sagt Laier. Bei Osram rechnet man damit, dass Haushalte mit mittlerem Einkommen im Jahr 2020 etwa zehn miteinander vernetzte Geräte besitzen. Dazu soll auch Beleuchtung gehören. „Entscheidend ist die leicht verständliche Steuerung solcher Systeme“, erklärt Laier. „Wir brauchen Voreinstellungen wie einen Tag-Nacht-Rhythmus, aber auch frei programmierbare Szenarien für technikaffine Kunden.“

Ähnlich wie Philips will Osram die Steuerung nicht allein Smartphone-Apps überlassen: nötig seien „offene Schnittstellen, um die Beleuchtung mit anderen Systemen im Haus zu verbinden“

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

sowat

02.12.2013, 12:50 Uhr

"am Morgen mit konzentrationsförderndem Licht wecken. Gegen Abend unterstützt Licht mit höherem Rotanteil das Einschlafen."

Das wird die Leistungsfähigkeit unserer Eliten sicher enorm steigern womit dann auch höhere Bezüge gerechtfertigt sein sollten. Inwieweit sich die zwangsweise Bestrahlung von Aldi-Mitarbeitern während der Mittagspause rechnet, müsste dann noch wissenschaftlich nachgewiesen werden...

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×