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18.09.2013

07:30 Uhr

Liquidität

Die Notenbanken fluten die Welt mit Geld: Warum steigt die Inflation nicht?

Seit Jahren pumpt die Europäische Zentralbank Geld in die Banken. Die Preise steigen trotzdem nur moderat. Das hat zwei Gründe. Einer davon: Der Großteil der umlaufenden Geldmenge kommt gar nicht von der Notenbank.

EZB-Gebäude in Frankfurt: Die Notenbank ist nur ein Glied in der Geldschöpfungskette. dpa

EZB-Gebäude in Frankfurt: Die Notenbank ist nur ein Glied in der Geldschöpfungskette.

Wenn die Geldmenge stärker steigt als die Wirtschaftsleistung, so lernt es jeder Ökonomiestudent, dann klettern die Preise. Warum liegt dann die Inflation in Deutschland nur bei 1,5 Prozent und im Euro-Raum bei 1,3 Prozent, obwohl die Zentralbank die Banken mit Liquidität flutet, indem sie ihnen unbegrenzt und fast zum Nullzins Kredit gibt?

Teil eins der Antwort: Die Statistik misst nur Verbraucherpreise, nicht aber Vermögenspreise. Und hier zeigt sich sehr wohl Inflation: Immobilien werden mit einer Jahresrate von sechs Prozent pro Jahr teurer, bei Aktien sind die Raten sogar zweistellig.

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Die Zinsen auf einem durchschnittlichen Tagesgeldkonto sind niedriger als die Inflationsrate.

Teil zwei: Die Zentralbank ist nur ein Glied in der Geldschöpfungskette. Das meiste Geld, mit dem wir bezahlen, ist Buchgeld der Banken, das diese schaffen, indem sie uns Kredit geben. Das so entstandene Bankengeld macht neun Zehntel der umlaufenden Geldmenge M3 aus, die derzeit rund zehn Billionen Euro beträgt. Weil die Banken im Euro-Raum derzeit ungern Kredit geben und die Kreditnachfrage schwach ist, wächst die Geldmenge nur mit einer Rate von zwei Prozent — kaum mehr also als die Verbraucherpreise.

Kommentare (16)

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18.09.2013, 09:40 Uhr

ganz einfach-... das Geld befindet sich noch in festen Assets oder irgendwelchen Derivaten. Erst wenn richtig Kasse gemacht wird, ist die große Inflation auf einmal da! Aber dann ist es sowieso zu spät, seine Geldreserven in werthaltige Assets zu tauschen

Magnus

18.09.2013, 09:42 Uhr

Der Artikel bietet wenigstens den Wohl stark vereinfachten Versuch, das Phänomen der stagnierenden Inflation zu erklären. Es sollte hierzu einen detaillierteren Artikel geben, der den Versuch unternimmt, alle Faktoren zu beleuchten, die die tatsächliche Inflation beeinflussen.

whisky

18.09.2013, 09:57 Uhr

Inflation gibts, wenn das Geld in Konsumgüter umgesetzt wird. Da es aber nur bei Denen ankommt, die gar nicht mehr ausgeben können, weil sie nicht mehr wissen wofür, gibts keine Inflation. Einzelhandelsumsätze (einschließlich Internethandel - ohne Kfz) in Deutschland Januar bis Juli minus 0,1 % gegenüber 2012. Neuzulassungen Pkw in dem Zeitraum: minus 5,7%!
Wo soll da die Inflation herkommen?

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