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08.08.2013

16:02 Uhr

Medienbericht

Der Strompreisanstieg ist absehbar

Wie teuer wird der Strom 2014? Spürbare Steigerungen sind laut Berichten sehr wahrscheinlich. Schuld soll auch der viele Sonnenstrom sein. Die Grünen halten dagegen und wettern gegen zu viel Kohlestrom.

Ein Strommast auf einem Feld nahe Hannover: Alle Parteien wollen die EEG-Umlage nach der Wahl reformieren. dpa

Ein Strommast auf einem Feld nahe Hannover: Alle Parteien wollen die EEG-Umlage nach der Wahl reformieren.

BerlinAngesichts eines erwarteten deutlichen Strompreisanstiegs fordern die Grünen Schritte zur Senkung der Ökostrom-Umlage. Seit längerem wird ein Anstieg der EEG-Umlage und somit des Strompreises befürchtet. Nach einem Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Donnerstag) könnte die Umlage 2014 um ein Drittel auf mindestens 7 Cent je Kilowattstunde steigen. Bei einem Haushalt mit durchschnittlichem Jahresverbrauch würde dies dem Blatt zufolge mit 70 Euro zu Buche schlagen.

Laut „Bild“-Zeitung (Donnerstag) könnte die Umlage nach einer Kosten-Simulation der Bundesregierung von derzeit 5,3 Cent auf 6,2 Cent pro Kilowattstunde steigen. Hintergrund sei auch der sehr sonnige Juli und somit ein Einspeiserekord bei Photovoltaik.

Grünen-Spitzenkandidat Jürgen Trittin forderte am Donnerstag, die Produktion des derzeit massiv ins Netz geleiteten, schmutzigen Kohlestroms zu verteuern, um die Umlage zu senken. Nötig sei eine angemessene CO2-Abgabe. Denn neben dem Ausbau der Erneuerbaren Energien sei das derzeitige Überangebot an Kohlestrom für den Druck auf die EEG-Umlage verantwortlich, sagte er bei der Vorstellung eines Fahrplans zur Energiewende in Berlin.

Hintergrund: Durch ein großes Angebot an Strom sinkt der Börsenstrompreis – und im Gegenzug steigt die Umlage. Denn die Anbieter bekommen feste Sätze. Verhandlungen über eine Strompreisbremse zwischen Regierung und Opposition sowie Bund und Ländern waren gescheitert. Alle Parteien wollen die EEG-Umlage nach der Bundestagswahl reformieren.

Die Bundesregierung verweigere sich bewusst den nötigen Schritten in Deutschland sowie auf EU-Ebene, so die Grünen. Ohne Deutschlands Blockadehaltung könnte der Handel mit CO2-Verschmutzungsrechten wiederbelebt werden, sagte Oliver Krischer, Fraktionssprecher für Energiewirtschaft. Union und vor allem FDP wollten die Energiewende aber hintertreiben und Kohlekraftwerke und Kohleabbau in Deutschland schützen. Trittin unterstellte der Regierung folgendes Motiv: „Die Investments sollen sich rentieren.“

Wenn der Börsenstrompreis niedrig sei, müsse dies zudem an die Verbraucher weitergegeben werden, forderten Trittin und Krischer. Dazu müsse der Wettbewerb zwischen den Stromanbietern gesteigert werden.

Der Bundesregierung werfen die Grünen zudem vor, für riesige Subventionen an die Industrie beim Strompreis zulasten der kleinen Verbraucher verantwortlich zu sein. So sei die Umlagebefreiung längst zu einer Subventionsmaschine für die Agrarindustrie geworden, kritisierte Trittin.

Von

dpa

Kommentare (17)

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omegalicht

08.08.2013, 16:22 Uhr

Zu diesem Wahnsinn ( der in der Welt einmalig ist) , gibt es nur eine ALTERNATIVE.
Im September ist Zahltag !
Am Ende arbeiten wir nur noch, um die staatlichen Einnahmen zu sichern - und unsere Arbeitskraft zu erhalten.
Die Politiker,Bürokraten und deren Günstlinge wollen schließlich versorgt sein.
Wir brauchen mehr Bürgernähe und Volksabstimmungen um solche Auswüchse in Zukunft zu verhindern.
Als dann, Hintern hoch und wählen gehen, meine Wahlempfehlung ist die AfD ;-) .

vandale

08.08.2013, 16:28 Uhr

Es bedarf einiger Stunden um ein Kohlekraftwerk herunter- und hochzufahren. Der grosse Peak bei der Einspeisung umweltschädlichen Solarstroms beträgt ca. 4h an sonnigen Tagen. Danach wird der Kohlestrom wieder benötigt. Deshalb fahren die Kohlekraftwerke durch.

Erdgaskraftwerke lassen sich schneller hoch- und herunterfahren. Andererseits betragen die Brennstoffkosten ein Vielfaches dessen von Kohle.

Der volkswirtschaftlich sinnvollste Weg innerhalb des ökoreligiösen Rahmes ist es unter den gegebenen Umständen die Kohlekraftwerke durchzufahren und den überschüssigen Strom für Lau zu exportieren.

Besser wäre es natürlich den Solarstromerzeugern die Subventionen zu streichen und diese ohne Vorrang zur Vermarktung ihres Stroms zu motivieren. Da sich die minimalen Mengen umweltschädlichen Zufallsstroms nicht vermarkten lassen, müssten die Eigner dann den religiösen Sondermüll von den Dächern holen.

Vandale

Account gelöscht!

08.08.2013, 17:08 Uhr

Die Forderungen der Grünen sind der richtige Weg die durch die Industriehörigkeit der derzeitigen Bundesregierung verkorkste "Energiewende" wirklich zu einer solchen werden zu lassen. Der PR-Maschinerie der Energie- und Großkonzerne gelingt es bei dieser (recht komplexen und damit komplizierten) Materie viele Verbraucher und Steuerzahler hinters Licht zu führen und glauben zu machen, die Energiewende sei Schuld an hohen Endverbraucher-Preisen.

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