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16.07.2013

11:48 Uhr

Medienbericht

Dutzende konventionelle Kraftwerke vor dem Aus

Vielen Kohle- und Gaskraftwerken droht einem Zeitungsbericht zufolge die Abschaltung. Entsprechende Maßnahmen werden derzeit von Energieversorgern geprüft. Die Netzagentur warnt vor Folgen für die Versorgungssicherheit.

Braunkohlekraftwerk bei Bergheim: Bei RWE sollen Kraftwerke mit einer Gesamtleistung von mehreren tausend Megawatt auf dem Prüfstand stehen. dpa

Braunkohlekraftwerk bei Bergheim: Bei RWE sollen Kraftwerke mit einer Gesamtleistung von mehreren tausend Megawatt auf dem Prüfstand stehen.

MünchenDeutschlands Energiekonzerne und Stadtwerke prüfen laut einem Bericht die Abschaltung womöglich Dutzender konventioneller Kraftwerke im Zuge der Energiewende. Von etwa 90.000 Megawatt Erzeugungskapazitäten für Atom- oder Kohlestrom in Deutschland könnten bis zu 20 Prozent wegfallen, zitierte die "Süddeutsche Zeitung" vom Dienstag den Vorstand eines namentlich nicht genannten Versorgers. Damit drohe Dutzenden von Kohle- und Gaskraftwerken das vorübergehende oder endgültige Aus. Selbst Atomkraftwerke könnten vorzeitig vom Netz gehen, berichtete die "SZ" unter Berufung auf Branchenkreise.

Bei der zuständigen Bundesnetzagentur seien bis Mitte Juli zwar erst 15 Anträge auf Stilllegung konventioneller Kraftwerke eingegangen, berichtete die "SZ". Doch dies sei womöglich erst ein Anfang. Eon, Deutschlands größter Energiekonzern, habe zum Jahresbeginn entschieden, bis 2015 elf Kraftwerke in Europa stillzulegen. Dabei handle es sich in mehreren Fällen auch um Anlagen in Deutschland.

Daneben plant Eon, Ende 2015 sein gemeinsames Kraftwerk mit den Stadtwerken Kiel vom Netz zu nehmen, wie laut "SZ" ein Sprecher ankündigte. "Bei weiteren Kraftwerken wird die Entwicklung sorgfältig beobachtet", zitierte die "SZ" eine namentlich nicht genannte Quelle.

Beim Essener Energiekonzern RWE stehen ebenfalls Kraftwerke mit einer Gesamtleistung von mehreren tausend Megawatt auf dem Prüfstand, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf eine namentlich nicht genannte Quelle. Die Profitabilität der Anlagen werde untersucht. Entscheidungen seien aber noch nicht getroffen worden.

Kommentare (2)

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16.07.2013, 14:28 Uhr

Da die Energieriesen riesig sind, verkaufen sie ihren Strom im Großhandel/an der Börse. Dort liegt der aktuelle Preis bei etwa 4 ct/kWh. Davon müssen die laufenden Kosten (Brennstoffe, Personal usw.) und der Bau des Kraftwerks bezahlt werden.
Wer auf seine Stromrechnung schaut, wird feststellen, dass da 25 - 30 ct/kWh stehen. Wer kriegt eigentlich den "Rest"?

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16.07.2013, 17:00 Uhr

Dies ist ein wunderbares Beispiel für das "Funktionieren" von staatlicher Planwirtschaft. Ich könnte mir vorstellen, dass es demnächst als Lehrbeispiel in den entsprechenden Fachbüchern zitiert wird.

Wenn der Staat einmal anfängt, sich mit ideologischen Vorgaben in die Marktmechanismen einzumischen, kann er bei diesem ersten Schritt nicht stehen bleiben. Es muss immer weitere Eingriffe geben, damit das Ganze nicht außer Kontrolle gerät. Am Ende muss der Staat alles reglementieren.

Im vorliegenden Fall hat der Staat die Zufallskraftwerke (gegen jede Vernunft und gegen die Gesetze der Physik) mit einem gesetzlichen Einspeisevorrang ausgestattet. Die logische Folge davon ist, dass die anderen Kraftwerke (die allein die Versorgung garantieren können) unwirtschaftlich werden und, wenn der Staat nicht weiter eingreift, vom Markt verschwinden.

Jetzt will die Bundesnetzagentur die Stillegung von konventionellen Kraftwerken verbieten. Wenn es so weiter geht, muss der Staat am Ende die Kraftwerke verstaatlichen und in eigener Regie führen.

Wie effektiv und erfolgreich eine solche Staatswirtschaft ist, haben wir alle am grandiosen Beispiel der DDR gesehen. Da kann man dann kann nur noch überall Spruchbänder anbringen, auf denen in riesigen Lettern zu lesen ist: "Sozialismus siegt." Ob die Menschen es dieses Mal glauben werden?

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