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12.08.2013

12:46 Uhr

Medizin

Neuer Laser entfernt Tattoos fast schmerzfrei

Ein neuer Laser entfernt Tätowierungen nahezu schmerzfrei und ohne die Haut zu vernarben. In Bochum ist das Gerät erstmals im Einsatz. Doch noch ist unklar, ob der Einsatz der Lasertechnik Risiken birgt.

Der PicoSure-Laser der Universitätsklinik Bochum im Einsatz. Mit dem Gerät ist ein nahezu schmerzfreies Entfernen von Tattoos möglich. dpa

Der PicoSure-Laser der Universitätsklinik Bochum im Einsatz. Mit dem Gerät ist ein nahezu schmerzfreies Entfernen von Tattoos möglich.

BochumEin bisschen nervös ist Sascha Niemand schon auf dem Weg in den Behandlungsraum. Dort warten eine Liege und ein Laser namens „PicoSure“ auf ihn, ein neues medizinisches Gerät zum Entfernen von Tätowierungen. Der stämmige blonde Versicherungsfachmann will sein Tribal, ein geschwungenes Ornament, auf der Brust loswerden, das er sich vor über zehn Jahren stechen ließ.

„Das ist eine Jugendsünde gewesen - und mit der Zeit immer unförmiger geworden. Jetzt sieht es mehr wie ein Batman-Symbol aus.“ Ab und an zeichnen sich die Umrisse durch das dünne, blaue Hemd ab. Niemand befürchtet, das könne seine Kunden verschrecken.

Das Zentrum für Lasermedizin des Landes Nordrhein-Westfalen an der Klinik der Ruhr-Universität im Bochumer St.-Josef-Hospital ist die erste Klinik in Europa, die die neue Technologie „PicoSure“ einsetzt und ihre Wirkung erforschen will. Erst seit Mai ist das 300.000 Euro teure Gerät auf dem Markt.

Das Versprechen des deutschen Herstellers Cynosure: Die ungeliebten Motive verschwinden nahezu spurlos – ohne Negativabdrücke, ohne Narben. Außerdem soll es schneller gehen, mit weniger Sitzungen zu machen sein und vor allem: fast schmerzfrei.

„Ich habe mir einige Videos im Internet angesehen, die gezeigt haben, wie Tattoos mit der alten Laser-Technik entfernt wurden. Das sah schon ziemlich brutal aus“, sagt Niemand. „Die Schmerzen sollen schlimmer sein als beim Tätowieren selbst.“ Als der Mediziner Klaus Hoffmann sich über Niemands entblößten Oberkörper beugt und beginnt, den Laser über die Tätowierung zu bewegen, ist dieser angenehm überrascht. „Fühlt sich an wie kleine elektrische Schläge“, sagt er.

Nach etwa zehn Minuten ist die Sitzung vorüber. Zwei bis vier weitere im Abstand einiger Wochen werden folgen. Früher wären 15 bis 20 etwa einstündige Behandlungen notwendig gewesen.

Kommentare (2)

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12.08.2013, 13:37 Uhr

...wäre ja noch schöner, wenn das die Krankenkassen bezahlen müßten... So wurden ja auch die zahlenden Mitglieder nicht vor der Tätowierung um Erlaubnis gefragt...

Syn

12.08.2013, 14:47 Uhr

Klar, keine Narben... Was denken die eigentlich,was mit der Haut beim Tätowieren passiert? Es entsteht Vernarbung, wenn auch nur minimal. Die wird natürlich sichtbar, sobald die Farbe entfernt wurde.

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