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06.11.2013

11:07 Uhr

Medizintechnik

Schlechtes Zeugnis für Standort Deutschland

VonMaike Telgheder

Die Medizintechnik-Unternehmen beschweren sich über den hohen bürokratischen Aufwand in Deutschland. Der Standort verliert für sie an Attraktivität – auch wegen der wirtschaftlichen Entwicklung.

Für die Medizintechnik wird der Standort Deutschland immer unattraktiver. Grund dafür ist unter anderem der hohe bürokratische Aufwand. obs

Für die Medizintechnik wird der Standort Deutschland immer unattraktiver. Grund dafür ist unter anderem der hohe bürokratische Aufwand.

Die Medizintechnikunternehmen stellen dem Standort Deutschland ein zunehmend schlechtes Zeugnis aus. Der bürokratische Aufwand für die Unternehmen ist hoch, die Erstattung der Leistungen durch die Krankenkassen zu langsam, zudem drücken Einkaufsgemeinschaften im Klinikmarkt immer stärker die Preise. Das sind zentrale Probleme, die die Mitglieder des Bundesverbands Medizintechnologie (BvMed) in einer aktuellen Umfrage benennen. „Der Standort Deutschland verliert für die Medizintechnik zunehmend an Attraktivität“, sagt Verbandsgeschäftsführer Joachim Schmitt.

Das spiegelt sich auch in der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung wider: Nachdem die Unternehmen in den vergangenen Jahren im Durchschnitt noch rund fünf Prozent gewachsen sind, erwarten sie in diesem Jahr nur noch ein Umsatzwachstum von rund 2,6 Prozent. Dabei wird das internationale Geschäft deutlich positiver beurteilt als die Entwicklung in Deutschland. Laut offizieller Wirtschaftsstatistik erzielen die mehr als 1000 produzierenden Medizintechnikunternehmen rund 22 Milliarden Euro Jahresumsatz, 65 Prozent davon im Export. Die Branche beschäftigt mehr als 175.000 Menschen.

Worauf legen Sie im Krankenhaus am meisten Wert?

Schnellere Entscheidungswege in der gesetzlichen Krankenversicherung wünscht sich knapp die Hälfte der vom BvMed befragten Unternehmen. Ein Beispiel: Bei der Kapselendoskopie, die weltweit als Standard zur Untersuchung des Dünndarms gesehen wird, habe es mehr als drei Jahre gedauert, bis die Methode in den Leistungskatalog aufgenommen wurde, kritisiert der Verband.

Von der neuen Bundesregierung erwarten die Medizintechnik-Unternehmen, dass Deutschland als Leitmarkt für Gesundheit und Medizintechnik wieder gestärkt wird. „Hierzu brauchen wir ein innovationsfreundliches Umfeld und einen starken Heimatmarkt, um auch künftig von unseren Stärken im Export medizintechnischer Produkte profitieren zu können“, sagt Meinrad Lugan, Vorstandsvorsitzender des Verbands und hauptberuflich Vorstand des Familienunternehmens B. Braun.

Kommentare (3)

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ordlib

06.11.2013, 13:33 Uhr

Tja, jetzt wo es die FDP erwischt hat, interessiert das Thema Standort- und Wirtschaftspolitik doch nur noch ein paar "Verwirrte" im CDU-Wirtschaftsflügel. Zuviel Bürokratie? Jetzt gehts doch erst richtig los...

So manch einer wird sich noch wundern, wohin die Reise geht, ohne eine Stimme der Wirtschaft im Bundestag. Der Kuchen wird nicht dadurch größer, dass mehr von ihm konsumiert wird...

Account gelöscht!

06.11.2013, 13:56 Uhr

Was soll das Gejammer, nur billig ist geil!
Outsourcen, nicht nach China ist schon zu teuer, es gibt noch andere viel billigere Plätze auf der Welt.
Von da kaufen wir dann den Ramsch für die Hälfte, Fertig.
Andere Branchen haben es doch schon vor gemacht, auf, auf, kommt mal in die Hufe!
Mit den Medikamenten genauso, was könnten wir Milliardenbeträge einsparen, wenn wir in der fantastischen Pharmaindustrie von Indien einkaufen würden. Was gut ist für Afrika ist auch gut genug für Deutschland, Ende! Einige begreifen die Globalisierung nicht und denken es geht um Rosinenpickerei bzw. nur immer um den eigenen Vorteil. Mensch verpisst Euch!

ordlib

06.11.2013, 14:49 Uhr

Jaja ganz genau, immer Vorwärts niemals Rückwärts. Die Sozis und Linken werden es mit ihrer "klugen" und "gerechten" Politik schon noch schaffen, die Globalisierung zurückzudrehen oder zumindestens mal die Ausbeuter des produzierenden Mittelstands aus diesem Land zu jagen; bis dass auch der letzte Arbeitsplatz verschwunden ist.

Der Blick ins schöne Frankreich genügt doch, um zu sehen wie sich ein Land aus lauter ANGST vor Wettbewerb in den Schlag singt und letztlich selbst demontiert.

Wer all die versprochenen sozialen Wohltaten nach der großen De-Industrialisierung noch finanzieren soll, ist selbstverständlich erstmal zweitrangig.

Und: machen Sie sich um die Chinesen mal keine Sorgen, die sind längst schon innovativer und wettbewerbsfähiger als die leistungsmüden Europäer und Deutschen.

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