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02.01.2014

10:35 Uhr

Milliardenprojekt

Startschuss für die elektronische Gesundheitskarte

Seit Jahren gibt es erbitterten Streit um die elektronische Gesundheitskarte. Nun wird die Chipkarte Pflicht. Zum Jahresende sind die alten Krankenversichertenkarten ungültig geworden.

Eine elektronische Gesundheitskarte in einem Lesegerät: Mit dem 1. Januar ist die neue Karte Pflicht. dpa

Eine elektronische Gesundheitskarte in einem Lesegerät: Mit dem 1. Januar ist die neue Karte Pflicht.

BerlinSeit Jahren wird an der elektronischen Gesundheitskarte herumgedoktert. Die Zukunft kommt bei dem milliardenschweren IT-Projekt nur im Schneckentempo. Nun aber wird die „eGk“ Pflicht. Von 1. Januar 2014 an müssen Versicherte beim Arzt die neue Karte vorlegen. Wer bisher noch die alte Versicherungskarte im Portemonnaie trägt, sollte sie schleunigst austauschen. Denn sie wird zum Jahresende ungültig. Doch der medizinische Nutzen der Nachfolgekarte ist höchst umstritten.

Versicherte ohne die neue eGk müssen zwar nicht befürchten, in der Praxis abgewiesen zu werden. Denn Ärzte können nach Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) noch bis zum 1. Oktober 2014 mit der alten Karte arbeiten und abrechnen. Doch wird es ohne eGk umständlicher. Denn Versicherte müssen dann innerhalb von zehn Tagen nach der Behandlung einen gültigen Versicherungsnachweis einreichen. Andernfalls kann der Arzt die Kosten der Behandlung privat in Rechnung stellen. „Es ist auf jeden Fall ratsam, sich möglichst schnell die elektronische Gesundheitskarte über seine Krankenkasse zu besorgen“, sagt Kassenverbandssprecher Florian Lanz.

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Rund 95 Prozent der rund 70 Millionen gesetzlich Krankenversicherten in Deutschland haben die eGk inzwischen. Der einzige klar erkennbare Unterschied zur alten Karte ist das Lichtbild, das den Missbrauch der Karte verhindern soll. Die herkömmlichen Karten waren immer wieder von nicht versicherten Patienten durch Täuschung mitgenutzt worden. Bislang sind auf der eGk nur die Stammdaten des Patienten, also Name, Geburtsdatum, Adresse und Versichertennummer gespeichert, und auf der Rückseite der Auslandskrankenschein. Sonst kann die Karte eigentlich nichts.

Nicht einmal die Online-Anwendung, um Patientendaten etwa bei Heirat oder Umzug rasch zu ändern, ist bisher aktiviert. Bisher musste bei jeder Adressen-Änderung eine neue Karte ausgegeben werden. Künftig sollen auch Daten etwa zur Blutgruppe oder zu Allergien auf der Karte gespeichert werden können. Auch Kennzeichen für den Organspendeausweis, aber auch den Zuzahlungsstatus kann die Karte speichern. Dies alles ist aber ebenso Zukunftsmusik wie das elektronische Rezept. Eines Tages soll die „intelligente“ Karte sogar Patientenakten, Arztbriefe und Röntgenbilder speichern.

Kommentare (3)

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Heinz

02.01.2014, 11:39 Uhr

Die bisherige Krankenversicherungskarte ist auch über den 1. Oktober 2014 hinaus, bis zum aufgedruckten Verfallsdatum, gültig. Ebenfalls müssen Patienten nichts nachreichen. Man lese dazu die entsprechenden Veröffentlichungen der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern, der Kassenärztliche Bundesvereinigung und den Bundesmantelverträg der Ärzte. Warum die Krankenkassen und deren Spitzenverband solch eine Desinformationspolitik betreiben, ist fraglich.

N_K

02.01.2014, 15:10 Uhr

"Startschuss für die elektronische Gesundheitskarte"

Teil 1 von 2

Genau DAZU paßt der gestrige HB-Artikel "Versicherten drohen höhere Krankenkassen-Beiträge"

Warum eigentlich? Ohne Not könnte man Milliarden einsparen durch Verzicht auf diese sogenannte »Gesundheitskarte«, die nichts andere ist als der Vorläufer einer »elektronischen Gesundheitsakte« (im Karten-Chip). Dort stehen dann auch die »allerfeinsten« Erkrankungen, natürlich »streng geheim nach Datenschutz«, aber für jede/n Praxisbeschäftigten offen lesbar, drin – zumindest die Erkrankungen der Bevölkerung samt deren Daten. Oder sollten naive Menschen etwa glauben, daß dort süffisante Erkrankungen von »Großkopferten« drin stehen? Das VOLK ist schließlich zu überwachen und zu bespitzeln, nicht deren Seelenverkäufer! (Siehe: http://www.gesundheitskarte.net/kosten)

Schon vor Monaten stand ich wegen der neuen Karte im Streit mit der GKK, und wir waren kurz vor einem Prozeß. Die Kasse hat dann darauf hingewiesen, daß meine Karte ja noch bis 2020 gilt. Sollte sie es jetzt widerrufen, gibt es ohne weitere Diskussion eine ganz glatte EINSTWEILIGE Anordnung und ein folgendes Hauptverfahren. Mit denen diskutiere ich über dieses Thema nicht mehr!

Wenn im Gesundheitswesen nichts abzugreifen wäre –, kein Konzern würde auch nur einen Bleistift spitzen. So aber machen sich weniger als eine Handvoll »Gesundheits-Gutmenschen-Konzerne« daran, das »Fell des Gesundheitsbären« zu verteilen (und amerikanische Verhältnisse VOR Obama einzuführen), obwohl dieser noch zuckt und noch nicht ganz kaputt ist.

Nochmals: Allein DIESEN Unsinn einzustellen bringt schon gewaltige Einsparmöglichkeiten. Die Absicht, alles zu privatisieren – zugunsten einer Handvoll Finanzgauner und zu Lasten der Bevölkerung – ist Betrug am Volk. Schließlich heißt es »Sozialversicherung« und nicht »Kapitalistenbeute«!

N_K

02.01.2014, 15:11 Uhr

"Startschuss für die elektronische Gesundheitskarte"

Teil 2 von 2

Weitere Milliarden könnten sofort gespart werden, wenn endlich die seit Jahrzehnten durch die deutsche Krankenversicherung finanzierte medizinische Versorgung von Personen in der Türkei und auf dem Balkan, die nie in Deutschland waren, eingestellt würde. Die Deutschen sollen »ZAHLEN«, »DAS MAUL HALTEN« und sich von »HERRN ERDOGAN« auch noch beleidigen lassen. Wie krank müssen unsere Politiker eigentlich sein, die das zulassen und »zum Wohle des Deutschen Volkes« geschworen haben? (Siehe: http://www.wams.de/data/2003/04/13/72368.html?prx=l)

Und dann noch: Warum kostet das gleiche Medikament des gleichen Herstellers in Deutschland wesentlich mehr als in europäischen Nachbarländern? Auch hier liegt ein gewaltiges Einsparpotential!

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