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10.10.2013

15:26 Uhr

„Minamata-Konvention“

Internationales Quecksilber-Abkommen verabschiedet

Ein internationales Abkommen soll die Gefahr durch Quecksilber verringern. Experten sprechen von einem Meilenstein für die Umwelt. Doch niemand weiß, wie schnell die Belastung mit dem Giftstoff sinken wird.

Thermometer-Herstellung in Ostdeutschland: Inzwischen beinhalten viele Temperaturmesser eine ungefährliche Galliumlegierung als Messflüssigkeit. dpa

Thermometer-Herstellung in Ostdeutschland: Inzwischen beinhalten viele Temperaturmesser eine ungefährliche Galliumlegierung als Messflüssigkeit.

Tokio/MinamataEin internationales Abkommen zur Reduzierung der globalen Quecksilberemissionen ist am Donnerstag bei einer Konferenz im japanischen Minamata verabschiedet worden. Nach der „Minamata-Konvention“ der Vereinten Nationen ist es unter anderem ab 2020 grundsätzlich verboten, quecksilberhaltige Produkte wie diverse Batterien, Kosmetika, Thermometer oder bestimmte Leuchtmittel zu produzieren oder zu verkaufen. Zudem dürfen Abfälle des hochgiftigen Schwermetalls nur unter strengen Auflagen gelagert und entsorgt werden.

Die Konvention tritt mit der Ratifizierung durch den 50. Vertragsstaat in Kraft. Das dürfte laut Vertretern des UN-Umweltprogramms (Unep) schätzungsweise drei bis fünf Jahre dauern.

Experten feiern das Abkommen als Meilenstein für die Umwelt. Zu der Konferenz in Minamata waren 1000 Delegierte aus rund 140 Ländern angereist. Vorausgegangen waren zähe vierjährige Verhandlungen, der erst im Januar in Genf beendet wurden. Quecksilber zählt zu den gefährlichsten Giftstoffen überhaupt.

In Minamata wurden Mitte der 1950er Jahre Tausende Menschen durch das Schwermetall vergiftet, nachdem der japanische Chemiekonzern Chisso quecksilberhaltiges Abwasser in die örtliche Bucht geleitet hatte. Die danach benannte Minamata-Krankheit beginnt mit Kopf- und Gliederschmerzen und führt zu Lähmungen, Psychosen, Missbildungen und Organ- und Nervenschäden.

Viele Menschen starben an den Folgen ihrer Vergiftungen. Dieser Fall war eine der ersten weltweit beachteten Umweltkatastrophen, die durch den falschen Umgang mit chemischen Abfällen ausgelöst wurde. Der Name „Minamata-Konvention“ soll an die Opfer erinnern und zugleich vor den Folgen der Quecksilberemissionen und des leichtfertigen Umgangs mit dem Schwermetall warnen.

Kommentare (3)

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www_sauberer-himmel_de

10.10.2013, 17:46 Uhr

Wieso erst ab 2020???

Was ist mit den quecksilberhaltigen:

Lebensmitteln ( Fisch ), Energiesparlampe, Impfstoffe, Arzneimittel, Salben, Amalgam, etc...???

Account gelöscht!

10.10.2013, 23:34 Uhr

Ja,erstmal wird zu Ende verdient,danach erfüllt man den Ökoreligione ihre Wünsche.So funktioniert das heute.
Man kann sich schließlich nicht alles von den Ökofaschisten diktieren lassen.

Account gelöscht!

11.10.2013, 11:48 Uhr

Klasse, und dafür wurden Glühbirnen abgeschafft. Wa für ein Schwachsinn.

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